Dein Unterbewusstsein programmieren: in 4 präzisen Schritten!

Unser Unterbewusstsein ist ein spannendes Phänomen. Es funktioniert nach seinen ganz eigenen Regeln und tut leider nicht immer das, was wir eigentlich gerade wollen.

Genauso, wie sich unser Unterbewusstsein entwickelt, so können wir es selbst beeinflussen und es für unsere Ziele arbeiten lassen.

In diesem Artikel erfährst Du, wie unser Unterbewusstsein tickt, was es will und was nicht und wie Du Dein Unterbewusstsein programmieren kannst, so dass es Dir nützlich ist.


Inhalt des Artikels:
Wie funktioniert unser Unterbewusstsein?
1. Es lernt und speichert ab
2. Das Unterbewusstsein ist wie ein kleines Kind
3. Es trifft ununterbrochen Entscheidungen
4. Dein Unterbewusstsein speichert alles
Wie kann man sein Unterbewusstsein programmieren?
4 Schritte um Dein Unterbewusstsein zu programmieren
1. Bringe Dein Unterbewusstsein auf Deine Seite
2. Schau Dir genau an, wovon es Dich abhält
3. Ändere bewusst Deine Gedanken
4. Ändere Deine Routinen


Wie funktioniert unser Unterbewusstsein?

Auf der einen Seite haben wir ein Bewusstsein. Einen „Raum“, in dem wir uns klar darüber sind, was geschieht.

Gedanken, von denen wir wissen, dass sie da sind und was sie bedeuten (meistens zumindest).

die Macht des UnterbewusstseinsEin Ort, an dem wir eben „bewusst“ Entscheidungen treffen. Wir wissen, dass es Alternative A und B gibt und wählen ganz gezielt eine davon.

Wir wissen, was wir tun und was wir denken.

Und auf der anderen Seite gibt es das Unterbewusstsein. Dieses entzieht sich zunächst unserer Wahrnehmung. Zumindest der Art von Wahrnehmung, die unser Bewusstsein ausmacht.

Das Unterbewusstsein hat seine eigenen „Regeln“ und manchmal macht es den Anschein, als würde es uns mehr steuern, als uns lieb ist.

Doch wie genau funktioniert es?

1. Es lernt und speichert ab

Das Unterbewusstsein nimmt alles auf, was geschieht. Und dann werden diese Informationen abgespeichert und so wieder hervorgerufen, wie das Unterbewusstsein meint, dass es gut für uns wäre.

Das ist nämlich der primäre Zweck des Unbewussten: Es ist Teil von uns und will, dass wir in Sicherheit sind.

Es schützt uns! Die ganze Zeit!

Vorstellen kann man es sich wie ein Speichermedium. Eine Festplatte oder ein USB-Stick.

Am Anfang ist es einfach leer. Da ist nichts drauf.

Doch nach und nach füllt es sich mit Informationen.

Es lernt, dass die Herdplatte heiß ist und dass es weh tut, wenn man da drauf langt.

Es lernt, wie man ein Auto startet, lenkt und schaltet.

Es lernt, welche Wörter es aneinander reihen muss, damit ein verständlicher Satz entsteht.

Es lernt, dass es nur Liebe bekommt, wenn es das tut, was die Mama verlangt.

Und es lernt, dass es schlecht ist, viel Geld zu besitzen. Da reiche Menschen Idioten sind.

Das Unterbewusstsein wird sein Leben lang „beschrieben“. Es lernt durch Sinneserfahrungen.

UnterbewusstWenn wir die Herdplatte anfassen und es weh tut, dann ist das eine Erfahrung. Vielleicht braucht es manchmal auch mehr als eine dieser Erfahrungen, bis die Botschaft ganz angekommen ist, doch irgendwann wird das Unterbewusstsein klar abspeichern: heiße Herdplatte = Achtung.

Und wenn uns jemand Jahrelang erzählt: „Du bist ein schlechter Mensch, wenn Du keine guten Noten schreibst“, dann nimmt das Unterbewusstsein das genau so auf und lernt: „Ich bin nur gut, wenn ich brav und fleißig bin. Nur dann werde ich geliebt.“

Und so wird es die ganze Zeit über beschrieben und bearbeitet und speichert Dinge ab.

Der Nachteil daran ist: Es können sich Dinge abspeichern, die uns schaden.

Wenn im Unterbewusstsein gespeichert ist: „Nur liebenswürdig, wenn fleißig!“, dann kann das sehr unbequem für faule Menschen werden.

Oder wenn jemand auf bewusster Ebene reich sein will, aber sein halbes Leben lang gehört hat, dass reich sein negativ ist, dann wird er sich unbewusst vielleicht selbst von diesem Ziel abhalten.

Unserem Unterbewusstsein ist es egal, wie wir uns in dem Moment fühlen. Es will uns einfach nur schützen. Und zwar nach den Regeln, die es gelernt hat.

So können sich dann eben unbewusste Routinen und Verhaltensweisen einschleichen, von denen das Unterbewusstsein denkt, dass sie gut für uns wären, aber leider schaden sie uns mehr, als dass sie uns nutzen. Beispielsweise eben solche Glaubenssätze wie oben beschrieben.

2. Das Unterbewusstsein ist wie ein kleines Kind

Das Unterbewusstsein ist nicht rational. Nicht so, wie der bewusste Verstand.

Wenn die Werbung sagt: Schluck diese Pille und Du wirst sofort 20 Kilo verlieren, dann sagt der rationale Verstand: „Nie im Leben. Das ist totaler Unsinn.“ Und das Unterbewusstsein sagt genau in diesem Moment: „Was ist, wenn doch? Ich muss das erst ausprobieren…“

Manchmal ist es neugierig und manchmal ist es ängstlich. Es lässt sich vom Moment vereinnahmen und trifft Entscheidungen sofort.

Es will uns schützen und nimmt den einfachsten Weg dorthin. Nämlich genau so, wie es eben gelernt hat.

3. Es trifft ununterbrochen Entscheidungen

Stell Dir mal vor, Du würdest jede Entscheidung bewusst treffen. Also wirklich jede. Dein Tag sähe ungefähr so aus:

Der Wecker klingelt.

„Hmm, soll ich den Wecker ausstellen oder klingeln lassen? Und soll ich die Augen öffnen oder zu lassen? Und der nächste Atemzug ist auch wieder dran. Und dann? Stehe ich auf? Wie stehe ich auf? Erst mit dem Kopf? Oder mit den Händen? Oder doch den Füßen? Dem linken oder rechten? Und dann? Wo gehe ich hin? Was mache ich? Wie gehe ich? Gehe ich überhaupt?…“

Du merkst schon, wie weit Du gekommen bist! Du liegst immer noch im Bett…

Wenn Du alle diese Minientscheidungen bewusst treffen müsstest, dann wäre Dein Verstand vollkommen überfordert.

Diese ganzen kleinen Entscheidungen übernimmt Dein Unterbewusstsein für Dich. Es lebt nach Routinen und Gewohnheiten und tut das, von dem es weiß, dass es funktioniert. Und das ist im Normalfall das, was es schon immer getan hat.

4. Dein Unterbewusstsein speichert alles

Während Dein Bewusstsein nur einige Dinge abspeichern kann, speichert Dein Unterbewusstsein alles.

Es merkt sich Dinge, die Dein Bewusstsein noch nicht mal mitbekommt.

Auch hier tut es Dir wieder einen riesigen Gefallen. Da Dein Bewusstsein mit dieser Aufgabe vollkommen überfordert wäre.

Wie kann man sein Unterbewusstsein programmieren?

Wie geht das jetzt mit der Programmierung?

Skeptiker sagen ja: Ich will mich nicht programmieren. Das ist ja Manipulation.

Ja, genau das ist es.

Und genau das passiert in jeder Sekunde Deines Lebens!

Dein Unterbewusstsein wird in jeder Sekunde programmiert. Denn es prasseln ununterbrochen Informationen auf es hinein. Und wie diese Informationen ankommen, ist entscheidend dafür, wie sie abgespeichert werden.

Nehmen wir einen simplen Satz:

„Du bist zu spät.“

Oder

„Du bist wieder zu spät.“

Ein kleines Wort, das einen großen Unterschied macht. Denn mit dem Wort „wieder“ in dieser Konstellation wird bei uns im Unterbewusstsein eine andere Assoziation geweckt als ohne dieses Wort.

Das ist Manipulation. Und das ist Programmierung.

Und da das sowieso geschieht, stellt sich nur die Frage: Willst Du bewusst Einfluss darauf nehmen oder nicht?

Wenn nicht, dann machen das halt andere!

So kann man sich im Übrigen auch vor unerwünschter Manipulation schützen: In dem man weiß, was da passiert. In dem man sieht, wie andere vorgehen. In dem man beispielsweise in der Werbung sieht, welche Mittel eingesetzt werden, um welche Assoziationen in einem hervorzurufen.

Und sobald man es erkennt, kann man frei entscheiden!

4 Schritte um Dein Unterbewusstsein zu programmieren

1. Bringe Dein Unterbewusstsein auf Deine Seite

Gerade wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Unterbewusstsein Dir manchmal im Weg steht, Dich blockiert oder Dir Steine in den Weg legt, dann kämpfe nicht dagegen an.

Mache Dir Dein Unterbewusstes nicht zum Feind, sondern erkenne es für das an, was es da tut.

Mache Dir folgendes klar: Auch wenn sich das in dem Moment nicht so gut anfühlt und Du das Gefühl hast, Dein eigener Feind zu sein, Dein Unterbewusstsein meint es gut mit Dir!

Es will Dich schützen! Es hat IMMER eine positive Motivation.

Erkenne das an. Nein, noch mehr: sei dankbar dafür!

Danke Deinem Unbewussten dafür, dass es Dir so treu zur Seite steht und auf Dich aufpasst. Egal, in welcher Art und Weise es das tut. Danke ihm einfach für die Absicht.

2. Schau Dir genau an, wovon es Dich abhält

Du willst reich sein und hast das Gefühl, Dich selbst davon abzuhalten?

Du willst mehr Kontakt zu Menschen und glaubst, Du stehst Dir da selbst im Weg?

Du willst mehr Erfolg im Leben und blockierst Dich selbst?

Damit Du das Problem lösen kannst, musst Du es zuerst sehen.

Unterbewusstsein beeinflussenDas bedeutet: Nur zu wissen, dass Du Dich von etwas selbst abhältst, reicht nicht aus.

Erforsche, wovon genau und warum genau Du Dich davon abhältst.

Frage Dich selbst (auch schriftlich oder mit Hilfe eines Freundes/Coachs etc.), wovor genau Du Dich schützen möchtest. Was genau will Dein Unterbewusstsein vermeiden?

Gehe dieser Frage auf den Grund (tolle Übungen dazu gibt’s auch in meinen Videokurs: Erfolgsprogrammierung) und löse genau das auf.

Das tust Du, indem Du Deinem Unterbewusstsein beweise dafür bringst, dass alles anders möglich ist, als es vielleicht denkt. Dein Unterbewusstsein denkt, reich sein sei böse und schlecht? Dann schau Dir Menschen an, die reich sind und nett und gut! Diese gibt es!

3. Ändere bewusst Deine Gedanken

Dein Unbewusstes „schickt“ Dir ja auch immer mal wieder Gedanken in Dein Bewusstsein.

Das kann dann so ablaufen:

„Man sind die alle blöd bei der Arbeit. Ich kann die überhaupt nicht leiden.“

„Oh ist das ein nerviger Tag. Heute geht auch alles schief.“

Ich wette, da fallen Dir selbst noch einige andere Beispiele ein.

ABER: Immer wenn das passiert, dann ändere diese Sätze bewusst selbst!

Wenn Dir auffällt, dass Du mal etwas denkst, das nicht schön ist, dann ändere dieses Denken in etwas Schönes.

Denke dann lieber:

„Meine Arbeitskollegen sind genauso Menschen und haben ihren Stress. Und sie haben alle ihre guten Seiten. Ich weiß noch genau, wie mich Michael letztens zum Lachen gebracht hat…“

„Ok, der Tag war etwas anstrengend. Aber dann mache ich doch jetzt das Beste draus, nehme ein Bad, entspanne mich und denke an den Urlaub, der vor mir liegt.“

Du hast es in der Hand (naja, eher im Kopf) zu denken, was Du denken willst. Und jedes Mal, wenn Du Dein Denken änderst, programmierst Du auch Dein Unterbewusstes neu!

4. Ändere Deine Routinen

Dein Unterbewusstsein liebt Routinen und Gewohnheiten. Das macht es ihm nämlich deutlich leichter.

Gib ihm also genau das!

Du willst reicher sein?

Dann arbeite jeden Morgen von 6-7 Uhr genau daran. Jeden Morgen!

Tue Dinge regelmäßig. Und zwar so, dass Dein Unterbewusstsein lernt: Ah, so geht es!

In Routinen fühlt es sich wohl. Tue also Dinge Gewohnheitsmäßig, die Dir nützlich sind und Dein Unterbewusstsein wird gerne mitspielen!

Hier klicken zum Kommentieren 5 Kommentare
Sandrina - 25. Juni 2016

Warum tut man manchmal Dinge, die man sonst nie tun würde. Man weiß hinterher nicht warum man es getan hat. Werde ich in diesem Moment vom Unterbewusstsein gesteuert und ich bin mir dessen nicht bewusst?

Antworten
    mail@stephanwiessler.de - 27. Juni 2016

    Hallo Sandrina,

    keine Ahnung. Da musst Du schon etwas konkreter werden.

    Antworten
Ursula Schilling - 27. September 2016

Hallo Stephan,
mein Alter, 68
so, heute in der Früh wurde mir schlagartig klar, ich habe mein ganzes Leben in der Ur-Liebe zu meiner Mutter gelebt, das heißt, ich bemühte mich mein bisheriges Leben genau nach ihren Aussagen zu leben, Du bist Nichts, Du kannst Nichts, Du hast Nichts.
Nun will ich aus diesem „Lebens-Muster“ hinaus. Ich will mich selbst leben. Ich habe wirklich das Gefühl, Fremdgesteuert zu sein. Ich will aus diesem Muster hinaus. Hast Du auch hierzu eine Idee, wie ich den ersten Schritt effektiv hin bekomme?
Ursula

Antworten
    mail@stephanwiessler.de - 27. September 2016

    Hallo Ursula,

    den ersten Schritt hast Du ja bereits getan. Schau Dich weiter auf der Homepage um. Dort wirst Du einige spannende Dinge entdecken!

    Beste Grüße

    Antworten
Max - 23. April 2017

Hallo Stephan,
Normalerweise bin ich niemand der unter solchen Artikeln einen Kommentar schreibt aber irgendetwas verleitet mich dazu es trotzdem zu tun. Ich bin 17 und habe mir bereits viel mehr Wissen über solche oder ähnliche psychologische Themen angeeignet als so manch andere in meinem Alter. Ich habe jetzt eigentlich unzählige Fragen die ich stellen möchte, aber ich fasse mich kurz und beziehe mich auf eine: Wäre es in der Theorie möglich, das ganze Unterbewusstsein beeinflussen zu können, oder ist es einem nicht möglich solch komplexe Dinge zu verstehen?

Denn ich überlege mir die Ganze Zeit wie praktisch sowas wäre. Man könnte sich beispielsweise alles merken was man will, oder körperlich höhere Leistungen erzielen. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass man sogar das körperliche Aussehen dadurch beeinflussen kann

Ich würde gerne wissen was sie von dem ganzen halten und hoffe auf eine Antwort

Antworten

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