Dein Selbstwertgefühl stärken – so geht’s wirklich!

Warum Du Dein Selbstwertgefühl stärken solltest: Hier findest Du Antworten darauf (und eine Anleitung).

Aber beginnen wir mit einer Geschichte:

Christian ist 18 Jahre alt. Er geht noch zur Schule und steuert langsam aber sicher auf das Abitur zu. Das haben seine Eltern ihm schließlich vorgeschrieben. Und da ihn die Schule niemals wirklich interessierte, tut er sich sehr schwer damit, im Unterricht zu folgen und für die Prüfungen zu lernen.

Seine Gedanken drehen sich vielmehr um ganz andere Dinge: Er denkt darüber nach, wie er wohl bei seinen Klassenkameraden Eindruck schinden könnte. Wie er zu den „Coolen“ der Klasse gehören könnte. Er versucht es immer wieder mit Störungen im Unterricht. So bekommt er immerhin Aufmerksamkeit.

AufbauenDoch so sehr er sich auch bemüht, immer wieder wird er Opfer der Späße anderer. Kaum hat er es mal geschafft mit den Angesagten der Klasse rumzuhängen, prasseln auch schon die Witze und Sprüche über ihn herein.

Wo er seinem Ziel schon so nahe gekommen war, muss er diese Niederlage immer und immer wieder einstecken. Eigentlich will er nur dazu gehören. Doch je mehr er sich anbiedert, desto leichter wird er zur Zielscheibe für die Witze anderer.

Wenn er alleine ist, weiß er nicht viel mit sich anzufangen. Er fühlt diese innere Leere und vertreibt sich die Zeit mit Fernsehen. Manchmal unternimmt er auch etwas mit anderen. Und trotzdem hat er nie so richtig das Gefühl dazu zu gehören.

Die Jahre vergehen und Christian schafft gerade so sein Abitur. Es ist klar, dass jetzt ein Studium ansteht, schließlich ist es wichtig, einen angesehen Beruf zu erlernen und viel Geld zu verdienen.

Der Nachbarsjunge hat die Schule nicht geschafft und Christian hört seine Eltern immer wieder darüber reden, wie schlimm dieser jetzt dran wäre und dass er sein Leben nun komplett verbaut hätte.

Und so ist Christian einerseits sehr froh, dass er sein Abitur in der Tasche hat und studieren kann und andererseits freut er sich so gar nicht aufs Studium. Schließlich bedeutet das noch mehr lernen und langweiligen Unterricht besuchen.

Aber hat ja keine Wahl. Wenn es ihm nicht so ergehen soll wie dem Nachbarsjungen, dann muss er sich anstrengen. Er will ja nicht zum Gespött der Eltern anderer werden. Das wäre zu peinlich.

Er ist sich nicht sicher, ob er jetzt Jura, Medizin oder Betriebswirtschaftslehre als Studienfach wählen soll. Schließlich klingen sie alle sehr reizvoll. Ein Anwalt verdient genauso gutes Geld wie ein Arzt. Die Auswahl ist wirklich schwierig.

Seine Gedanken sind nur davon angetrieben, die Erwartungen zu erfüllen, die seine Eltern und sein Umfeld ihm vorgegeben haben und er möchte auf keinen Fall aus der Reihe tanzen. Schließlich will er immer noch zu den „Coolen“ gehören.

Zu denen, die es geschafft haben. Die, die ein eigenes Haus haben und ein schönes Auto fahren. Die den angesehenen Beruf des Anwalts, Arztes oder Steuerberaters ergriffen haben und sich einen Urlaub auf den Malediven für die ganze Familie leisten können.

Was hat das jetzt mit Selbstwertgefühl zu tun?

AnerkennungUnd so macht Christian ganz brav seinen Uniabschluss, ergreift den sicheren Beruf und gründet eine Familie.

Seine tägliche Arbeit macht er routiniert und es stört ihn auch nicht besonders. Und doch freut er sich über jeden freien Tag, den er hat.

Er weiß, dass man Opfer bringen muss. Schließlich kostet eine Familie viel Geld.

Und doch fehlt es Christian im Leben an Leidenschaft und als er mit Mitte 30 auf sein Leben zurück blickt, hat er irgendwie das Gefühl etwas verpasst zu haben. Er hat alles erreicht, was von ihm erwartet wurde, aber die Belohnung bleibt aus…

Denn was Christian niemals gemacht hat: Er hat sich niemals angeschaut, was er eigentlich will. Er hat sich nie damit beschäftigt, warum er eigentlich so sehr die Anerkennung anderer sucht.

Er hat nie verstanden, worum es ihm wirklich geht.

Er hat immer darauf gehört, was andere für wichtig halten. Er hat den Meinungen anderer mehr Wert gegeben als seiner eigenen.

Er hat sich nie mit seinem eigenen Selbstwertgefühl auseinander gesetzt.

Was es bedeutet, sich selbst Wert zu geben

Die Geschichte von Christian ist eine exemplarische Geschichte, die überall zu beobachten ist. Viele Menschen „rutschen“ in ein Leben hinein, ohne sich wirklich mit sich selbst beschäftigt zu haben.

Und so geben sie anderen Dingen einen höheren Wert als sich selbst und leben dadurch ein Leben, dass sie sich eigentlich nicht selbst ausgesucht haben.

Sie entdecken dadurch niemals viele ihrer wahren Talente und Wünsche. Sie leben in einem Kanal von Konformität und schauen nur marginal nach links oder rechts. Der innere unbewusste Druck anderen gefallen zu wollen hält sie so sehr in Beschlag, dass sie niemals auf die Suche nach ihrer wahren Leidenschaft gehen. Schließlich könnte das ein Ausgrenzen aus der gewohnten Gesellschaft bedeuten.

Glaubt man allerdings Menschen wie Nathaniel Branden und seinem Buch „die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“ dann liegt der Schlüssel zum eigenen Glück im Selbstwertgefühl (und meine Erfahrung ist da nicht anders).

Und wenn man sein Leben lang nur Dingen hinterher rennt, ohne dabei sich selbst zu erforschen, kann das eigentliche Übel nicht an der Wurzel gepackt werden.

Warum Du Dein Selbstwertgefühl stärken solltest

Sein Selbstwertgefühl zu stärken hat viele Vorteile und löst eine Menge oberflächliche Probleme bereits im Ursprung. Denn je tiefer Du ansetzt, desto weitreichender ist die Veränderung.

Welche Vorteile hat es, sein Selbstwertgefühl zu stärken?

– Es bringt Klarheit

Dein Selbstwertgefühl zu stärken bringt Dir Klarheit. Nicht nur über Dich und Deine Wünsche im Leben, sondern auch in jedem Moment. In jeder Diskussion und Entscheidungssituation.

Es fällt Dir dadurch insgesamt leichter, Entscheidungen zu treffen, da Du sehr klar vor Dir siehst, was für Dich richtig und was falsch ist.

Du spürst, welchen Weg Du einschlagen möchtest und siehst mit jedem Schritt deutlicher, worauf Du Dich im Leben zubewegen möchtest.

Du hast einen Überblick über Dein Leben und kannst Deine Emotionen viel besser einschätzen. Dadurch kannst Du leichter zwischen Ängsten und Wünschen differenzieren und hast somit für Deine Entscheidungen die richtige Emotion als Grundlage.

Christian aus der Geschichte oben war beispielsweise unbewusst sehr durch seine Ängste getrieben. Allen seinen Entscheidungen ging die Angst vor Ablehnung voraus.

Seine Entscheidungen aber auf Grundlage positiver Gefühle zu treffen hat einen bedeutenden Einfluss auf die Lebensqualität.

– Das Denken ändert sich

Während das unbewusste Denken und Handeln aufgrund von Ängsten immer eine Motivation des Vermeidens bedeutet, birgt ein starkes Selbstwertgefühl ein zielgerichtetes Handeln zu einem positiven Zustand in sich.

Das bedeutet, dass das Vermeiden von negativen Zuständen immer mehr ersetzt wird durch den Wunsch nach positiven Zuständen.

Somit drehen sich Deine Gedanken mit einem starken Selbstwertgefühl vermehrt um die Dinge, die Du im Leben haben möchtest und weniger darum, was Du im Leben vermeiden möchtest!

Du beschäftigst Dich also prinzipiell mehr mit positiven Dingen, als mit negativen.

– Nichts bringt Dich mehr so leicht aus der Ruhe

Mit einem starken Selbstwertgefühl hast Du eine viel stärkere innere Kraft und Ruhe. Wenn etwas nicht nach Plan läuft, dann lässt Du Dich davon nicht gleich runterziehen. Du kannst mit Rückschlägen leichter umgehen und bist insgesamt viel entspannter und lockerer.

Dadurch bist Du stressresistenter und gibst den kleinen Dingen nicht so viel Bedeutung.

Woran die meisten Menschen scheitern

Vielleicht ist Dir das Konzept des Selbstwertgefühls bereits ein Begriff. Vielleicht hast Du Dich schon intensiv damit befasst und hast irgendwie das Gefühl trotzdem nicht weiter gekommen zu sein.

Obwohl Du weißt, wie wichtig es ist, hat sich nichts verändert.

Woran liegt es, dass Menschen zwar das theoretische Wissen darüber haben, was ihnen gut tun würde, aber trotzdem keine Veränderung durchleben?

– Sie scheitern am „nicht machen“

Alle Theorie bringt nichts, wenn Du nicht handelst. Wenn Du genau weißt, was eigentlich zu tun wäre und das nicht umsetzt, darfst Du Dich nicht wundern, wenn nichts passiert.

Ich bin mir mit vielen meiner Freunde einig über eine Sache: Die meisten Menschen reden und die wenigsten handeln wirklich.

Menschen, die handeln erkennt man daran, dass sie Ergebnisse vorweisen können. Es sind diejenigen, die ganz klar etwas zeigen können, was sie erschaffen haben. Und ob das jetzt in Form von Geld, eines Unternehmens, eines schönen Gartens oder einer starken Persönlichkeit geschieht, ist sekundär.

Es sind die Macher, die einen Unterschied ausmachen.

– Sie scheitern an ihren Ausreden

Unser Gehirn ist super darin, immer noch weitere Ausreden zu finden, warum wir nicht anfangen können. Erst muss noch dieses Buch gelesen werden, dann noch dieses Seminar besucht werden und dann noch jener Plan fertig gestellt werden.

Ausreden um nichts wirklich zu tun sind weit verbreitet und der Todfeind des Erfolgs.

Wer etwas erreichen will und wer sein Selbstwertgefühl aufbauen möchte, der kommt nicht darum herum anzufangen!

Wie Du Dein Selbstwertgefühl stärkst

So, die Grundlagen haben wir nun. Wir haben festgestellt, welche Vorteile ein starkes Selbstwertgefühl bringt und woran die meisten Menschen scheitern.

Wenn Du wirklich an Dir arbeiten willst und wenn Du Dein Selbstwertgefühl entwickeln möchtest, dann brauchst Du folgende Grundvoraussetzungen:

– Stelle Dich Deinen Ängsten

Du musst genau das tun, wofür Du zu bequem bist. Du musst genau den Weg gehen, der richtig für Dich ist, der Dir aber vielleicht Angst macht. Erst musst Du durch die Angst hindurch und dann wird die Sicht klar.

Es sind die kleinen Herausforderungen, die Dich vorwärts bringen.

„Mache Dich Dir wichtiger als die Meinung anderer!“

Darum geht’s. Vergiss die Meinung anderer Menschen. Finde und gehe Deinen Weg und nicht den, den jemand anderes für Dich vorgesehen hat.

Wie willst Du Dir selbst vertrauen und Dir selbst viel Wert geben, wenn Du aus Angst vor anderen Menschen lieber das tust, was diese für richtig halten, als das zu tun, was Du eigentlich wirklich willst?

– Mache! Immer!

Schluss mit den Ausreden. Ich könnte Dir hier eine Million Übungen geben, mit denen Du Dein Selbstwertgefühl stärkst. Wenn Du sie nicht regelmäßig machst, sind sie wertlos (aber keine Sorge, Übungen bekommst Du gleich noch).

Ich kann zehntausend Bücher schreiben, um Dir gute Ratschläge zu geben, wenn Du nur liest und nicht selbst in Aktion trittst, dann freue ich mich zwar, dass Du mein Buch gelesen hast, aber Du wirst einfach nichts ändern.

Wenn Du Dir nicht angewöhnst jeden einzelnen Tag ins Handeln zu kommen, dann bringt das alles nichts.

Wie gesagt: die meisten Menschen reden nur, aber den wirklichen Unterschied macht derjenige, der auch tut!

So, und nun zu den Übungen

MachenIch habe mir bereits die Mühe gemacht, einen wirklich lange Liste mit Aufgaben zusammen zu stellen. Du findest sie hier: Selbstbewusstsein stärken Übungen

Nun liegt es an Dir!

Willst Du weiter lesen oder willst Du endlich wirklich was tun?

Hier klicken zum Kommentieren 2 Kommentare
Anja - 19. Mai 2015

Eine „schöne“ Geschichte, in der sich leider so viele Menschen wiederfinden. Die Angst, andere zu enttäuschen, der Zweifel, dass das, was man eigentlich will, überhaupt Erfolg haben kann…
Ich find’s toll, dass es jemandem gibt wie dich, der anderen aus ihrem Weg raus aus dem Dilemma unterstützen möchte! 🙂
LG

Antworten
    mail@stephanwiessler.de - 19. Mai 2015

    Danke Anja! Auch dass Du so viel kommentierst und mir dadurch gutes Feedback gibst.

    Antworten

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