Selbstwertgefühl stärken in 7 präzisen Schritten (und was du unbedingt vermeiden solltest!)

Was macht einen gesunden Selbstwert aus?

Selbstwertgefühl Test

Natürlich spielt die Erziehung bei der Entwicklung des Selbstwertgefühls eine große Rolle. Welche Faktoren dabei wichtig sind, wirst du weiter unten in diesem Artikel erfahren.

Aber auch wenn du von deinen Eltern nicht das gewünschte Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl mitbekommen hast, hast du jederzeit die Möglichkeit, daran zu arbeiten.

Der normale Menschenverstand mag vielleicht glauben, dass ein starkes Selbstwertgefühl unmittelbar mit anderen Faktoren, wie „schulischen Leistungen, dem Aussehen, der Beliebtheit bei anderen, der Konfliktfähigkeit und der Selbstbehauptung gegenüber den Gemeinheiten anderer“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstwert) unmittelbar zusammenhängt. Aktuelle Studien deuten aber nicht darauf hin.

Was aber nicht von der Hand zu weisen ist: dass ein höheres Selbstwertgefühl zu mehr Glück und Zufriedenheit beiträgt (Quelle: https://resilienz-akademie.com/schutzfaktor-selbstwertgefuehl).

Zieht man die 6 Säulen des Selbstwertgefühls nach dem Psychologen Nathaniel Branden heran, sind folgende Faktoren wichtig:

1. Bewusstes Leben

2. Selbstannahme

3. Eigenverantwortliches Leben

4. Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person

5. Zielgerichtetes Leben

6. Persönliche Integrität

Im Folgenden wirst du Übungen finden, die genau diese Säulen ansprechen.

Teste dich! - Wie stark ist dein Selbstwertgefühl?

Selbstbewusstsein stärken

Der folgende Test orientiert sich an der Rosenberg Self-Esteem Scale (RSES) (https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenberg_Self-Esteem_Scale), einem Fragebogen zur Erfassung des Selbstwerts.


7 Schritte zu einem starken Selbstwertgefühl

Selbstvertrauen

Wenn du dein Selbstwertgefühl steigern möchtest, dann findest du hier 7 Schritte, die dir - bei konsequenter Umsetzung - dabei helfen.

1. Nimm alles so an, wie es ist

Akzeptiere zunächst, dass alles genauso ist, wie es ist. Nimm deine Gefühle und deine Gedanken wahr und an.

Wenn du meinst ein niedriges Selbstwertgefühl zu haben, dann akzeptiere das. Wenn du das Gefühl hast, nicht gut genug zu sein, dann nimm das an.

Wenn du manchmal Gefühle hast, die dich überwältigen oder sich nicht gut anfühlen, dann fang an, diese zu akzeptieren.

Denn wenn du anfängst, dich nicht krampfhaft verändern zu wollen, kann eine gewünschte Veränderung viel einfacher und entspannter stattfinden. Wenn du, gerade in stressigen oder belasteten Momenten, immer wieder übst, die Dinge so anzunehmen wie sie sind, kannst du entspannter damit umgehen und kommst bei dir selbst an.

Mit diesem Video lernst du, wie du immer wieder deine Gefühle annehmen kannst:

​2. Lass deine Erwartungen an dich selbst los

Was erwartest du eigentlich von dir selbst?

Wenn du dich mit dieser Frage intensiv auseinandersetzt, wird dir vielleicht auffallen, dass das, was du von dir erwartest und das, was du in dem Moment bist, vollkommen unterschiedlich sein kann. Und diese Diskrepanz macht unglücklich.

Wenn du beispielsweise in einer Gruppe stehst und dich dabei unwohl fühlst und dein Verstand dir sagt, dass du jetzt lustig sein und gut ankommen müsstest, aber dein Körper ängstlich und angespannt ist, dann solltest du deine Erwartungen loslassen und auf deinen Körper hören. Denn dieser versucht dir etwas mitzuteilen. Auch wenn es dir im ersten Moment nicht gefällt.

Diese Angst kommt aus einem Teil deines Unterbewusstseins und möchte dir sagen, dass du bitte für dich selbst da sein sollst. Und die Erwartungen in deinem Kopf machen alles nur noch schlimmer.

Versteh, dass das, was dein Körper dir sagt, wichtiger ist als das, was andere von dir denken. Wenn du das konsequent umsetzt, wirst du dein Selbstwertgefühl stärken.

Im folgenden Artikel stelle ich dir das Konzept des inneren Kindes vor. Dieses Konzept hilft dir dabei, einen guten Zugang zu diesen Gefühlen zu finden: https://www.stephanwiessler.de/inneres-kind

3. Sei für dich selbst da

Der dritte Schritt knüpft nahtlos daran an. Hier geht es darum, dass du deine Bedürfnisse und Wünsche wahrnimmst und dir diese selbst erfüllst. Das tust du, indem du immer wieder in dich reinfühlst und deinen Gefühlen lauschst. Dabei ist es wichtig, aus dem Kopf rauszugehen und in deinen Körper einzutauchen.

Wie das geht, hast du in den vorherigen beiden Schritten bereits erfahren. Du musst nur regelmäßig üben. Halte immer mal wieder inne, schließe deine Augen und fühle in dich hinein. Stelle dann selbst die Frage, was du in diesem Moment brauchst. Und genau diese Frage darfst du nicht mit dem Kopf beantworten, sondern nimmst wahr, was in deinem Körper geschieht. Folge diesem Gefühl.

Manchmal reicht schon ein kurzer Moment des Rückzugs oder eine Tasse Tee, um dich gleich besser zu fühlen.

Je häufiger du das übst, desto mehr sensibilisierst du dich für diese Bedürfnisse.


4. Wertschätze dein bisheriges Leben

Im vierten Schritt für ein starkes Selbstwertgefühl liegt eine sehr starke Macht begraben.

Wenn du in dein bisheriges Leben zurückblickst, vermute ich mal, dass dir einige Situationen einfallen werden, in denen du einen Fehler oder schlechte Erfahrungen gemacht hast.

Wenn du diese Momente mit einem Gefühl der Schuld, Scham oder Reue belegst, minderst du dein Selbstwertgefühl im jetzigen Moment. Fang an, diese Erfahrungen anders zu betrachten.

Auch wenn du aus heutiger Sicht gut auf einige Dinge verzichten hättest können, solltest du dir die Lernerfahrung dahinter genauer anschauen. Denn das ist genau das, wofür du dankbar sein kannst.

Bring deinen Erfahrungen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht schön waren, Wertschätzung entgegen. Denn Erfahrungen sind das, was dieses Leben ausmacht. Wenn du anfängst, deiner Vergangenheit einen hohen Wert zu geben, dann hast du auch in der Gegenwart einen hohen Selbstwert, ein starkes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Und das solltest du auch in Zukunft tun. Finde in jeder Erfahrung die positive Seite. Stell dir immer die Frage: „Was kann ich daraus lernen?“.

Im folgenden Video gehe ich auf dieses Thema noch genauer ein:

5. Tue Dinge, die dir langfristig guttun

Im fünften Schritt für ein starkes Selbstwertgefühl solltest du darauf achten, dass du jeden Tag hauptsächlich Dinge tust, die dir langfristig guttun. Fernsehen, ziellos im Internet surfen, rauchen, Kaffee trinken, Alkohol trinken, Fast Food essen, Comichefte lesen, unnütze YouTube Videos anschauen, WhatsApp Nachrichten schreiben gehören im Normalfall nicht dazu.

Natürlich sollst du nicht wie eine Maschine funktionieren und es ist vollkommen legitim, mal über die Stränge zu schlagen. Dennoch tut es dem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gut, wenn du jeden Tag viele Dinge tust, von denen du auch in der Zukunft profitierst.

Dazu gehören zum Beispiel: gesundes Essen, Sport, Bewegung, lernen, Bücher, die dich weiterbilden, dich mit inspirierenden und positiven Menschen zu treffen, auf deine Ziele hinzuarbeiten, früh ins Bett zu gehen, aufzuräumen, etc.

Deine Gewohnheiten bestimmen dein Leben. Sorge also dafür, dass du dir viele gesunde Gewohnheiten zulegst.

6. Trifft deine Entscheidungen selbst

Dieser Schritt ist sehr wichtig. Entscheidungen triffst du sowieso jeden Tag. Und wenn du dir bewusst keine Gedanken darüber machst, fährt dein Leben auf Autopilot. Das kann in vielen Situationen sehr hilfreich sein (beispielsweise beim Autofahren), wenn du aber zu sehr in Routinen verfällst, verlierst du deine Leidenschaft.

Deswegen ist es wichtig, dass du dir bewusst machst, welche Entscheidungen du jeden Tag triffst und welche Entscheidungen für dein Leben du von anderen treffen lässt. Für die Stärkung deines Selbstwertgefühls, deines Selbstvertrauens und deines Selbstbewusstseins ist es sehr wichtig, dass du lernst, deine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Doch wie genau geht das?

Den ersten Schritt habe ich bereits erläutert: werde dir zunächst bewusst darüber, welches Entscheidungsverhalten du an den Tag legst.

Triffst du deine Entscheidungen selbst? Triffst du deine Entscheidungen nach Routine oder suchst du dir ganz gezielt aus, was du wirklich möchtest? Bist du dir bewusst darüber, was du jeden Tag entscheidest?

Beobachte dich jeden Tag und finde so heraus, welche Entscheidungen du triffst.

Der zweite Schritt: Entscheidungen zu treffen lernst du, indem du Entscheidungen triffst. Gerade die schwierigen Entscheidungen musst du einfach treffen. Und mit jeder Entscheidung wird es leichter.

​Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du ​hier weiterlesen: https://www.stephanwiessler.de/entscheidungen-treffen

7. Gib anderen ein gutes Gefühl

Dieser Schritt ist wirklich grandios, wenn du dein Selbstwertgefühl trainieren möchtest. Überlege dir in jeder sozialen Interaktion, wie du deinem Gegenüber ein gutes Gefühl machen kannst. Das ist kein Hexenwerk. Manchmal reicht ein kleines Lächeln, ein nettes Kompliment oder auch nur aufmerksames Zuhören.

Wenn du anfängst andere Menschen wertzuschätzen und ihnen diese Wertschätzung ehrlich entgegenbringst, dann steigt automatisch auch dein Selbstwertgefühl.

Hör auf, immer nur an dich und deine Probleme zu denken und konzentriere dich lieber darauf, was du anderen Menschen geben kannst.

Wenn du noch mehr zum Thema Selbstwertgefühl stärken erfahren möchtest, schau dir mein Video dazu an:

Diese Punkte solltest du für ein starkes Selbstvertrauen unbedingt vermeiden

Selbstwertgefühl stärken übungen

Es gibt Verhaltensweisen und Einstellungen, die du dir im Verlauf deines Lebens vielleicht angewöhnt hast, die du aber unbedingt ablegen solltest.

1. Vergleiche dich nicht mit anderen

Hör sofort auf, dich mit anderen Menschen zu vergleichen. Andere Menschen führen ein anderes Leben als du. Und diese zwei Leben sind nicht miteinander vergleichbar. Konzentriere dich auf dich, deine Stärken und deine Ziele.

Du kannst andere natürlich als Vorbild nutzen, aber du solltest dich nicht mit ihnen vergleichen. Das ist ein großer Unterschied.

Du musst immer von dir selbst ausgehen und darauf achten, was du gerade brauchst. Dort liegt die Quelle für ein starkes Selbstwertgefühl. Denn immer, wenn du auf andere schielst, die etwas besser können oder etwas haben, was du möchtest, lebst du im Mangel und bist unglücklich.

2. Nimm nicht alles persönlich

Hör auf, alles persönlich zu nehmen. Wenn dein Chef dich unhöflich behandelt oder deine Freundin dich nicht zurückruft, dann liegt es vielleicht einfach daran, dass er einen schlechten Tag hat bzw. ihr Akku leer ist. Das hat überhaupt nichts mit dir zu tun.

Alles persönlich zu nehmen und leicht beleidigt zu sein ist sehr anstrengend für dein Umfeld und schlecht für dein Selbstwertgefühl.

Wenn also in Zukunft Dinge passieren, die dich verletzen, überlege dir zuerst, ob das wirklich an dir liegt.

Der folgende Artikel könnte dir in diesem Zusammenhang auch hilfreich sein: https://www.stephanwiessler.de/passiv-aggressiv

3. Hör auf, schlecht über dich selbst zu reden

Wenn du dich mit anderen unterhältst, dann sei nicht zu bescheiden. Du kannst ruhig stolz auf dich sein. Stell dich nicht selbst unter den Scheffel, sondern fang an, dich selbst zu präsentieren. Und das in einem ehrlichen und authentischen Sinn.

Genauso sollst du gut zu dir selbst reden. Denn die Gedanken, die du dir jeden Tag über dich selbst machst, haben einen bedeutenden Einfluss auf dein Befinden und dein Selbstwertgefühl. Fang an, gut zu dir selbst zu reden und dich auf das Positive zu konzentrieren.

Mehr zum positiven Denken erfährst du auch hier: https://www.stephanwiessler.de/positive-gedanken

4. Versuch nicht, es allen anderen recht zu machen

Du kannst es niemals allen recht machen und deswegen hör auf das zu versuchen.

Hinter diesem Verhalten steckt zumeist die Angst vor Zurückweisung und Ablehnung. Deswegen trauen sich viele Menschen nicht, klar ihre Grenzen zu setzen und auch mal einen Konflikt einzugehen. Das Harmoniebedürfnis ist zu groß.

Dieser Falle entkommst du, indem du damit anfängst, deine Grenzen klar zu formulieren und auch mal nein zu sagen.

Im folgenden Artikel erfährst du, wie genau du das üben kannst: https://www.stephanwiessler.de/grenzen-setzen

5. Hör auf, deine Gefühle abzulehnen

Deine Gefühle gehören genauso zu dir, wie deine Gedanken und dein Körper. Und wenn du diese nicht haben möchtest, dann schadest du dir nur selbst. Fang an, alle Gefühle in deinem Körper willkommen zu heißen auch wenn sie sich im ersten Moment unangenehm anfühlen.

Es wird erst leichter, wenn du nicht versuchst, sie loszuwerden.

Schau dir zu dem Thema auch das folgende Video an:

Selbstwertgefühl stärken bei Kindern

Selbstwertgefühl stärken bei Kindern

Die folgenden Punkte sind wichtig, wenn du das Selbstwertgefühl bei Kindern stärken möchtest. Genauso zeigen sie dir, welche Faktoren in deiner eigenen Kindheit wichtig waren.

1. Gehe auf die Bedürfnisse des Kindes ein

Wenn den Bedürfnissen von Babys und Kindern keine angemessene Aufmerksamkeit zuteilwird, lernen diese, dass sie mit ihrem Tun keine Wirkung erzielen. Deswegen ist es sehr wichtig, auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen und sie ernst zu nehmen.

Natürlich ist es gesund, Kindern Grenzen zu setzen und ihnen nicht alles durchgehen zu lassen, aber sie sollten dabei nicht ignoriert werden.

Wenn Kinder weinen oder quengelig sind, dann tue das nicht einfach so ab, sondern schaue genau hin. Gib dem Kind die Nähe und Aufmerksamkeit, die es braucht. Oder weise es in seine Schranken, wenn es gerade angemessen ist. Gib dem Kind erst das Bewusstsein und entscheide dann, welches Verhalten angebracht ist!

2. Stelle es niemals bloß

Kinder bloß zu stellen kann starke psychische Schäden hinterlassen. Denn das Kind lernt so, dass es nichts wert ist. Es kann zwischen sich und seinem Verhalten noch nicht unterscheiden.

Es ist nicht ratsam, es im Witz nachzuäffen oder anderweitig zur Schau zu stellen. Kinder sind empfindlich und können dieses Verhalten nicht einordnen. Nimm Kinder genauso ernst, wie Erwachsene!

3. Lobe es angemessen

Genauso ist es ratsam, dem Kind angemessen Lob, Nähe, Liebe und Anerkennung zu geben. Denn Kinder lernen so, dass sie liebenswert sind, dass sie Dinge gut können und entwickeln ein starkes Selbstwertgefühl.

Auch die Bindungs- und Beziehungsforschung hat gezeigt, dass sich eine schnelle, verlässliche und angemessene Reaktion auf die Bedürfnisse des Kindes positiv auf sein Selbstwertgefühl auswirkt (Quelle: http://biber-blog.com/wissenschaftliche-grundlagen/uebersicht).

Wenn du noch mehr zum Thema wissen möchtest, kannst du auch hier weiterlesen: Minderwertigkeitskomplexe verstehen und überwinden mit dem 9-Schritte-Plan!

Das Selbstwertgefühl ist wohl einer der wichtigsten Faktoren für ein glückliches Leben überhaupt. Denn ständig darauf zu achten, was andere wohl über einen denken, sich selbst immer klein zu halten, sich nichts zuzutrauen oder an sich zu zweifeln ist ziemlich anstrengend.

Du kannst dein Selbstwertgefühl stärken und trainieren, egal wie niedrig es ist. In diesem Artikel findest du alles, was du dazu brauchst.

​Was macht einen gesunden Selbstwert aus?

​Teste dich! - Wie stark ist dein Selbstwertgefühl?

​7 Schritte zu einem starken Selbstwertgefühl

​Diese Punkte solltest du für ein starkes Selbstvertrauen unbedingt vermeiden

​Selbstwertgefühl stärken bei Kindern

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