Selbstmitleid erkennen und überwinden

„Selbstmitleid ist wie in die Hose machen: erst fühlt es sich angenehm warm an, doch dann wird’s nur noch unangenehm.“

Ich denke diese Aussage trifft es auf den Punkt.

Obwohl Selbstmitleid ein offensichtlich negativ konnotierter Begriff ist, leiden darunter mehr Menschen, als ihnen vielleicht bewusst ist.

Und genau das ist auch die Krux am Selbstmitleid: Viele tauchen voll darin ein, ohne es zu merken. Denn schon die Erkenntnis, dass man sich nur selbst runter zieht, ist schon Teil der Lösung.

Wie Du erkennst, ob Du von Selbstmitleid betroffen bist und wie Du es aus Deinem Leben verbannst, erfährst Du in den folgenden Zeilen.


Inhalt des Artikels:
Wie Du Selbstmitleid erkennst
1. Du begibst Dich in die Opferhaltung, jammerst viel und gibst die Schuld anderen
2. Du grübelst viel und hängst in der Vergangenheit oder einer sorgenvollen Zukunft
3. Du hast keine Ziele und keine Motivation
4. Du fühlst Dich abgelehnt und einsam
Wie Du Selbstmitleid wieder loswirst
1. Entscheide Dich!
2. Reflektiere über Dein Selbstmitleid
3. Ändere Dein Denken
4. Mach Dir eine positive Zukunft
Zusammenfassung


Wie Du Selbstmitleid erkennst

Was machen denn Menschen, die sich in Selbstmitleid suhlen?

Welche Gedanken und Verhaltensmuster haben sie?

DepressionUnd wie können sie erkennen, was sie da eigentlich mit sich machen?

Wie gesagt: Teil des Problems ist oft, dass die Betroffenen gar nicht wissen, dass sie betroffen sind.

Wenn Dir einer oder mehrere der folgenden Punkte bekannt vorkommen, dann überlege Dir gut, ob Du vielleicht nicht etwas mehr Selbstmitleid an den Tag legst, als Dir vielleicht lieb ist (bzw. Dir gut tut).

Woran erkennst Du es?

1. Du begibst Dich in die Opferhaltung, jammerst viel und gibst die Schuld anderen

Was heißt das genau?

Wenn sich Deine Gedanken viel darum drehen, was alles falsch läuft in Deinem Leben…

Wenn Du überlegst, warum ausgerechnet Du von etwas betroffen ist…

Wenn Du nach einem Schuldigen suchst, wenn Dir etwas Negatives widerfahren ist…

Wenn Du in Gesprächen mit Freunden nur darüber sprichst, wie schlecht es Dir geht, warum die Welt unfair ist, warum Du verlassen wurdest oder Fragen stellst, warum gerade Du kein Glück hast…

Wenn Menschen Dir schon aus dem Weg gehen, weil sie Deine Negativität nicht abbekommen wollen…

Wenn Dein ganzes Leben sich nur um Deine Probleme dreht…

…dann könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Du Dich in Selbstmitleid suhlst.

2. Du grübelst viel und hängst in der Vergangenheit oder einer sorgenvollen Zukunft

Beobachte Deine Gedanken!

Wo befindest Du Dich die meiste Zeit?

Denkst Du darüber nach, was in der Zukunft passieren könnte?

Wenn ja, sind diese Gedanken eher voller Vorfreude und Euphorie? Oder doch eher voller Sorgen und Unsicherheiten?

Oder drehen sich Deine Gedanken eher um die Vergangenheit?

Um Dinge, die sich nicht mehr ändern lassen?

Denkst Du viel darüber nach, wie etwas hätte anders laufen können oder müssen?

Schau Dir genau an, was Du denkst. Das gibt Dir Aufschluss darüber, ob Du Dich selbst bemitleidest.

3. Du hast keine Ziele und keine Motivation

Du denkst an die Zukunft und da gibt es nicht viel, auf das Du Dich freust?

Dann hast Du keine Ziele.

Nichts, worauf Du Dein Leben bewusst zusteuerst.

Und wer keine Ziele hat, hat auch keine Motivation.

Ist ja klar: Wer nichts hat, auf das er sich freut, hat auch keinen Grund, dafür etwas zu tun.

Solltest Du ziellos umher irren und Deine Gedanken sich eher darum drehen, warum alles schlecht läuft, dann könntest Du von Selbstmitleid betroffen sein.

4. Du fühlst Dich abgelehnt und einsam

Geht es anderen immer besser als Dir?

Haben die es einfach leichter als Du?

OpferrolleSind andere gut drauf, während Dir das Leben ein Streich nach dem anderen spielt?

Fühlst Du Dich von anderen ausgegrenzt und alleingelassen?

Hast Du manchmal das Gefühl, andere müssten Dir mehr zuhören und besser verstehen, warum es Dir so schlecht geht?

Schau Dir gerade die letzte Frage noch etwas genauer an!

In Selbstmitleid versunkene haben oft das Gefühl, unfair behandelt zu werden und das starke Bedürfnis Recht zu bekommen. Also von anderen bestätigt zu werden, dass es richtig ist, dass sie sich schlecht fühlen.

Kannst Du mir folgen?

Suchst Du auch manchmal nach einem „ja, das ist aber auch ungerecht und schlimm. Das hast Du nicht verdient.“

Wenn Du das kennst, dann überlege Dir, wie viel Selbstmitleid dort hinein fließt!

Wie Du Selbstmitleid wieder loswirst

Und? Kamen Dir einige Punkte bekannt vor?

Dann wird es vielleicht Zeit, Dein Selbstmitleid an den Nagel zu hängen und Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

So gehst Du am besten vor:

1. Entscheide Dich!

Zu erkennen, dass man sich vielleicht doch öfter in Selbstmitleid badet, als einem vielleicht bewusst ist, ist eine Sache.

EigenliebeZu entscheiden, diese Opferhaltung loszulassen, eine ganz andere.

Es liegt allein bei Dir, zu entscheiden, ob Du Dein Leben selbst in die Hand nehmen und die volle Verantwortung übernehmen möchtest.

Es liegt bei Dir, zu sagen:

„So, jetzt reicht’s. Nicht das Leben ist ungerecht zu mir. Das bin allein ich selbst. Ich konzentriere mich jetzt voll und ganz auf das, was ich noch haben möchte im Leben und nicht darauf, was mir bisher verwehrt wurde.“

Du entscheidest, Deine Gedanken zu ändern und nicht immer daran zu denken, warum Du unglücklich bist und wer oder was daran schuld ist.

Du entscheidest, Deine Selbstgerechtigkeit loszulassen und nicht nur darauf zu warten, dass die Welt Dir ein schönes Leben einfach zu Füßen legt.

Du entscheidest, selbst dafür die Verantwortung zu übernehmen und Dir selbst ein schönes Leben zu machen.

2. Reflektiere über Dein Selbstmitleid

Manchmal ist es auch sinnvoll, Deine Gedanken zu sortieren. Dir Klarheit darüber zu verschaffen, was genau Dich eigentlich so runter gezogen hat und was Deiner Meinung nach dafür verantwortlich ist, dass es Dir schlecht geht.

Rede entweder mit jemandem darüber oder schreibe es auf.

Beides hilft Dir dabei, zu erkennen, was Du da eigentlich mit Dir selbst anstellst.

Wichtig: Bei diesem Prozess geht es nicht darum, wieder ins jammern zu verfallen und Dich nur darüber zu beklagen, warum alles schlecht ist.

Es geht darum, Dir bewusst zu machen, wem oder was Du bisher glaubtest, die Verantwortung für Dein Leid geben zu müssen.

Hast Dich jemand verlassen?

Ist Dir etwas Schlimmes widerfahren?

Trifft es immer Dich?

War das Leben ungerecht zu Dir?

Das ist alles OK.

Schau es Dir durch Gespräch oder Aufschreiben noch mal in Ruhe an und kehre dann zu Punkt 1 zurück (entscheide Dich!).

3. Ändere Dein Denken

Du willst Dich nicht mehr beklagen und Dich besser fühlen?

Ich sag Dir was: Kein Mensch mag Jammerlappen.

bedauernDas ist nämlich echt anstrengend, wenn jemand immer nur am Nörgeln ist.

Wenn Du bisher immer alles schwarz gesehen hast, dann wird es Zeit, Dein Denken zu ändern.

Übe, Dich bewusst auf schönere Dinge zu konzentrieren.

Wenn Du Dir das nächste Mal den Kopf stößt, dann heißt es ab jetzt nicht mehr: „immer ich“.

Sondern: „Haha“.

Nimm das Leben lockerer. Es passiert sowieso. Für Dich stellt sich nur die Frage, was Du daraus machst.

Übe Dich darin, positiver und glücklicher zu sein. Denke an schöne Dinge.

Mach Dir klar, dass Du keine Bestätigung für Dein Leid brauchst.

Selbst wenn jemand zu Dir kommen würde und Dir sagen würde, dass Du Recht mit allem hättest und dass das Leben unfair und ungerecht zu Dir ist und dass Du besseres verdient hättest, was würde das ändern?

Nichts!

Der Einzige, der etwas ändert, bist Du selbst!

4. Mach Dir eine positive Zukunft

Ändere nicht nur Dein Denken, sondern auch den Blick auf Deine Zukunft!

Setze Dir Ziele und schau Dir genau an, was Du im Leben noch alles haben und erreichen möchtest.

Mal Dir schöne Bilder Deiner eigenen Zukunft und freue Dich auf das, was vor Dir liegt. Stell Dir vor, was Du noch alles erleben darfst. Erlaube Dir zu träumen und glücklich zu sein.

Und vor allem: sei gut zu Dir selbst!

Zusammenfassung

Wenn Du Dich dabei ertappst, wie Du Gott und die Welt verteufelst, dann überlege Dir gut, was Du damit bezwecken möchtest und was Du damit wirklich bezweckst!

Du wirst feststellen, dass Du Dir damit nur ins eigene Bein schießt, denn die Schmerzen hast am Ende nur Du.

Und dann entscheide, Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen und Dir selbst Deine Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen.

Erlaube Dir zu träumen und Dir selbst ein schönes Leben zu machen!

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Kerstin Moser - 11. März 2016

Lieber Stephan, vielen vielen Dank für deine Arbeit und Hilfe. Du veränderst gerade meine Welt.

Reply
    mail@stephanwiessler.de - 25. März 2016

    Liebe Kerstin,

    vielen Dank für Deine schönen Worte. Und es freut mich immer, wenn meine Arbeit etwas bewirkt!

    Dir auf jeden Fall alles Gute für Deinen Lebensweg!

    Reply

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