Selbsthass: Wo er herkommt und wie Du ihn überwindest

Wer unter Selbsthass leidet, richtet emotionale oder sogar physische Gewalt gegen sich selbst. Diese extreme Form der Selbstablehnung ist durch ständige Zweifel und Schuldzuweisungen sich selbst gegenüber gekennzeichnet.

Das kann bis zu Selbstverletzung oder Depression führen.

Selbsthass entsteht allerdings nicht ohne Grund. Und so, wie man es „gelernt“ hat, lässt es sich auch wieder „verlernen“. Du kannst Deinen Selbsthass überwinden.

Wie das geht, wo Selbsthass herkommt und wie er zu charakterisieren ist, erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Ursachen von Selbsthass

Selbsthass entsteht zumeist in der Kindheit. In irgendeiner Form kommt es zur Ablehnung des eigenen Charakters oder Körpers.

DepressionDass kann durch ständige Kritik des Umfelds entstehen. Wenn die Bezugspersonen, die in dieser Phase des Lebens enorm wichtig sind, nur an einem herumkritisieren, kann es sein, dass diese Kritik direkt übernommen wird. Und wenn man sich daraufhin selbst die ganze Zeit verurteilt, lehnt man sich ab, so wie man ist, ohne das weiter hinterfragt zu haben.

In Bezug auf den eigenen Körper lernen wir in unserer Gesellschaft schon früh, was dem Schönheitsideal entspricht und was nicht. Gerade in jungen Jahren ist der Druck enorm und wenn man unbewusst diesem Ideal entsprechen möchte, das aber nicht tut, kann Selbsthass entstehen.

Im Endeffekt geht es immer darum, dass man einem unbewusst antrainierten Ideal von sich selbst nicht entspricht – und niemals wird – und sich deswegen selbst verurteilt und ablehnt.

Symptome und Auswirkungen von Selbsthass

Wenn Du nicht sicher bist, ob Du unter Selbsthass leidest, lies Dir die folgenden Punkte durch. Je mehr davon auf Dich zutreffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du Dich selbst hasst.

1. Große Ängste/soziale Phobie

Durch die Selbstablehnung können unterschiedliche Ängste entstehen. Und einer Angst folgt oft die nächste.

Typische Ängste sind:

– Die Angst, Neues auszuprobieren

– Angst vor Zurückweisung und Ablehnung

– Angst, nicht perfekt zu sein

– Angst vor Menschen/soziale Phobie

– Angst vor dem Alleinsein

Wenn Du lernen willst, mit diesen Ängsten besser umzugehen, schau Dir die folgenden Artikel dazu an:

So wird egal, was andere denken

Soziale Phobie: Wie ich sie überwunden habe (und eine Anleitung für Dich)

2. Mangelndes Selbstvertrauen

Wer sich selbst ablehnt vertraut sich nicht selbst. Im Gegenteil: Selbsthass ist eine Möglichkeit, die bei Kritik entstehenden belastenden Emotionen zu kontrollieren. Denn dann kann Selbsthass als Schutz – also als Rechtfertigung – verwendet werden. Selbsthass kann dann als Begründung für diese Emotionen herhalten. Das gibt einem das Gefühl der Kontrolle.

Und wer kontrolliert, der vertraut nicht.

Mehr zum Thema Selbstvertrauen und wie Du dieses aufbaust, gibt es hier: Selbstvertrauen aufbauen – 9 klare Schritte zu einem starken Selbst

3. Selbstverletzendes Verhalten

Bulimie, Anorexie, Ritzen und Selbstverstümmelung sind Auswirkungen von gegen seinen Körper gerichtete Aggressionen, die mit Selbsthass einhergehen.

Wer sich selbst ablehnt, verabscheut und hasst, hat keine Schwierigkeiten damit, sich selbst zu schaden.

4. Anderes selbstzerstörerisches Verhalten

Neben den physischen Auswirkungen des Selbsthasses gibt es auch andere Formen der Aggression gegen sich selbst:

Das ständige Herumnörgeln an sich selbst, Faulheit, Selbstboykott in schulischen/beruflichen Belangen, sich selbst immer wieder klein machen und schlecht reden gehören dazu.

Diese Verhaltensweisen tragen dazu bei, dass sich der Selbsthass nur verstärkt.

Auch interessant an dieser Stelle: Die Opferrolle – Was sie bedeutet und wie Du sie ablegen kannst

5. Dauernde Selbstzweifel

Das Zweifeln an sich und seinen Fähigkeiten, führt dann verstärkt dazu, dass man sich zurückzieht, sich nichts Neues zutraut, nach Problemen sucht, Fehler immer bei sich verortet und alles perfekt machen muss.

Das trägt dann natürlich dazu bei, dass sich der Teufelskreis weiter verstärkt. Denn man beweist sich immer wieder erneut, warum man gute Gründe hat, sich selbst zu hassen.

Wenn Du auch immer alles perfekt machen musst, kannst Du hier weiterlesen: 5 wirkungsvolle Techniken, um Perfektionimus abzulegen

6. Depressionen

Das gegen sich selbst gerichtete Verhalten kann dann zu Depressionen führen. Hier ist es wichtig zu unterscheiden, ob man sich ohne fremde Hilfe daraus befreien kann, oder ob es sinnvoll ist, sich an einen Experten zu wenden.

Ich rate im Zweifel dazu, sich Hilfe zu suchen. Schließlich tut es oft allein schon gut, jemanden an seiner Seite zu wissen.

7. Sich unverstanden fühlen und daraus entstehende Einsamkeit

EinsamkeitWer Probleme mit sich selbst hat, bekommt oft Ratschläge aus seinem engsten Kreis, die zwar gut gemeint, aber nicht hilfreich sind. Sätze wie „sei einfach Du selbst“ oder „sei doch einfach glücklich“ bringen reichlich wenig.

Das führt dann aber dazu, dass der Selbsthassende sich nicht verstanden und alleingelassen fühlt, was die gesamte Situation noch verschlimmert.

Mehr zum Thema kannst Du hier nachlesen: Alleinsein – Wege aus der Einsamkeit

8. Schuldgefühle

Wer sich selbst hasst, ist auch mit Schuldgefühlen belastet. Die Kritik von anderen und den eigenen Gedanken lassen einen bei sich selbst nach der Schuld suchen.

Solche Gefühle sind sehr belastend und tragen weiter dazu bei, dass sich der Betroffene weiter schadet.

Wenn Du unter Schuldgefühlen leidest, findest Du hier mehr dazu: Schuldgefühle loswerden in 6 klaren Schritten

So kannst Du Selbsthass überwinden

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du alleine nicht weiter kommst, suche Dir auf jeden Fall Hilfe in Form von Selbsthilfegruppen oder einem Experten. Sich mit anderen auszutauschen kann eine große Unterstützung sein.

Wenn Du selbst an Dir arbeiten und Deinen Selbsthass hinter Dir lassen möchtest, helfen Dir die folgenden Punkte:

1. Überlege Dir, warum Du Dich selbst hasst

Was magst Du an Dir nicht?

Ist es Dein Aussehen?

Deine Faulheit?

Deine Unfähigkeit?

Dein Charakter?

Alles zusammen?

Was genau steckt hinter Deinem Selbsthass?

Überlege Dir gut, was genau Du an Dir kritisierst, und wo das herkommt.

Haben genau das Deine Eltern bereits an Dir bemängelt? Oder Freunde?

Wessen Ideal hast Du nicht entsprochen?

Wann hat Dein Selbsthass begonnen?

Was war der Auslöser?

2. Akzeptiere es so, wie es ist

borderlineWenn Du Dich selbst hasst, glaubst Du wahrscheinlich, Dein Hass sei begründet! Schließlich gibt Dir Dein Körper/Dein Charakter/Dein Verhalten einen guten Grund, Dich selbst abzulehnen.

Wie solltest Du auch etwas annehmen, was Du nicht sein willst?

Akzeptiere zunächst alles genau so, wie es ist. Akzeptiere, dass Du Dich selbst ablehnst. Akzeptiere, dass Du so bist, wie Du bist. Akzeptiere, dass Du nicht perfekt bist und nie sein wirst.

Weiteres dazu findest Du hier: Selbstakzeptanz – Wie Du Dich so annimmst, wie Du bist

3. Mach Dir bewusst, dass es Alternativen gibt!

Dass Du Dich selbst hasst und ablehnst ist Dein normales, gewohntes Verhalten. So hast Du es gelernt.

Das heißt aber nicht, dass es auch die Wahrheit ist! Es ist nur eine Denkweise von vielen.

Du musst nicht mit ständigen Schuldgefühlen umherlaufen. Du musst nicht dauernd versuchen, jemand anderes zu sein. Du musst Dich nicht die ganze Zeit selbst verurteilen und im Kopf schlecht mit Dir reden, nur weil Du etwas nicht kannst oder Dir etwas nicht zutraust. Du musst nicht schlecht mit Dir umgehen. Du musst Dich nicht hassen.

Das ist alles nicht notwendig.

Mach Dir das bewusst. Du kannst Dich selbst mögen, wenn Du willst. Egal, wie Du bist! Du kannst Dir selbst gut tun, wenn Du das möchtest. Du kannst Dir selbst gut zureden und Dich selbst unterstützen. Du kannst Dich selbst lieben. Du kannst glücklich sein!

Wichtig ist, dass Du verstehst, dass es Deine Entscheidung ist. Entscheide Dich dazu, zu lernen, glücklich zu sein. Entscheide Dich, an Dir zu arbeiten und Dich selbst zu mögen. Gib Dir selbst die Chance, Dich so anzunehmen, wie Du bist.

4. Übe Dich darin, gut zu Dir selbst zu sein

Selbstliebe entsteht nicht von heute auf morgen. Übe täglich, Dir selbst näher zu kommen und tue Dinge, die Dir gut tun und Dir helfen. Es ist dabei wichtig, dran zu bleiben und immer weiter zu machen. Mit der Zeit wird Dein Hass weniger und das Vertrauen in Dich mehr.

Folgende Dinge kannst Du tun, um daran zu arbeiten:

– Schau Dich im Spiegel an

Stelle Dich jeden Tag vor den Spiegel und schau Dich an. Lass alle Verurteilungen los, atme tief durch und richte Deine Konzentration ganz bewusst auf positive Aspekte Deines Körpers. Schau dazu ganz genau hin. Konzentriere Dich auf Kleinigkeiten und finde die Schönheit darin.

Durch diese Übung lernst Du, positive Gedanken mit Dir zu verknüpfen und Dir selbst näher zu kommen.

– Schreibe Dir eine Liebesbrief

Schreibe Dir selbst einen Liebesbrief. Schreibe dort alles hinein, was Du an Dir magst oder mögen könntest. Auch hier geht es darum, positive Seiten an Dir zu entdecken und zu üben, positiv über Dich selbst zu denken.

– Schreibe ein positives Tagebuch

Um täglich zu üben, gut zu Dir selbst zu sein, kannst Du ein Tagebuch führen, in das Du jeden Tag positive Dinge des Tages hineinschreibst. Konzentriere Dich ganz bewusst auf positive Aspekte, selbst wenn diese noch so klein sind.

– Tue Dir bewusst gut

Übe Dich in Selbstliebe indem Du Dir selbst ganz bewusst selbst gut tust. Frage Dich dazu selbst, was Du brauchen kannst und was Dir gut tun würde. Das können wieder Kleinigkeiten sein, wie ein Spaziergang, eine Dusche oder ein leckeres Essen, dass Du Dir selbst bewusst zubereitest.

Mehr zum Thema Selbstliebe findest Du hier: Selbstliebe

– Gönne Dir etwas

Gehe gut essen und genieße es. Gehe in die Sauna oder zur Massage. Kaufe Dir etwas, was Du haben möchtest. Gönne Dir einfach etwas. Ohne Grund und mit gutem Gewissen. Beobachte dabei Deine Gefühle und übe Dich darin, Dich damit ganz bewusst gut zu fühlen. Gestehe Dir zu, dass Du es ohne Bedingung verdient hast. Einfach nur, um Dir selbst etwas zu gönnen.

– Rede Dir selbst gut zu

Lerne, Dir selbst mit Worten gut zu tun. Wenn Du vor etwas Angst hast, rede Dir so zu, als würdest Du jemand anderem helfen wollen. Wenn Du traurig bist, dann tröste Dich selbst. Wenn Du einen Fehler gemacht hast, dann beruhige Dich selbst.

Sei mit Worten gut zu Dir selbst.

– Setze Dir bewusst Ziele und sammle Erfolge

Zeige Dir selbst, dass Du es in der Hand hast, Dir eine schöne und positive Zukunft zu gestalten. Beschäftige Dich mit Zielsetzung und erlaube Dir, Dir ein neues, glückliches Leben aufzubauen und dafür zu arbeiten.

Mehr dazu findest Du hier: Ziele setzen und erreichen

Zusammenfassung

Selbsthass haben wir „gelernt“ und genauso können wir ihn auch wieder verlernen.

Dabei ist es wichtig, dass Du erkennst, dass Du es selbst in der Hand hast. Und auch wenn Du es nicht anders gewohnt bist, darfst Du lernen, Dir selbst gut zu tun, gut mit Dir zu sprechen und Dich selbst zu lieben.

Tue das jeden einzelnen Tag und mache Dir immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, Dir selbst ein gutes Gefühl zu geben.

Wenn Du dazu noch weitere Unterstützung brauchst, schau Dir mein gratis E-Mail Kurs für mehr Selbstvertrauen an.

Wer unter Selbsthass leidet, richtet emotionale oder sogar physische Gewalt gegen sich selbst. Diese extreme Form der Selbstablehnung ist durch ständige Zweifel und Schuldzuweisungen sich selbst gegenüber gekennzeichnet.

Das kann bis zu Selbstverletzung oder Depression führen.

Selbsthass entsteht allerdings nicht ohne Grund. Und so, wie man es „gelernt“ hat, lässt es sich auch wieder „verlernen“. Du kannst Deinen Selbsthass überwinden.

Wie das geht, wo Selbsthass herkommt und wie er zu charakterisieren ist, erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Ursachen von Selbsthass

Selbsthass entsteht zumeist in der Kindheit. In irgendeiner Form kommt es zur Ablehnung des eigenen Charakters oder Körpers.

DepressionDass kann durch ständige Kritik des Umfelds entstehen. Wenn die Bezugspersonen, die in dieser Phase des Lebens enorm wichtig sind, nur an einem herumkritisieren, kann es sein, dass diese Kritik direkt übernommen wird. Und wenn man sich daraufhin selbst die ganze Zeit verurteilt, lehnt man sich ab, so wie man ist, ohne das weiter hinterfragt zu haben.

In Bezug auf den eigenen Körper lernen wir in unserer Gesellschaft schon früh, was dem Schönheitsideal entspricht und was nicht. Gerade in jungen Jahren ist der Druck enorm und wenn man unbewusst diesem Ideal entsprechen möchte, das aber nicht tut, kann Selbsthass entstehen.

Im Endeffekt geht es immer darum, dass man einem unbewusst antrainierten Ideal von sich selbst nicht entspricht – und niemals wird – und sich deswegen selbst verurteilt und ablehnt.

Symptome und Auswirkungen von Selbsthass

Wenn Du nicht sicher bist, ob Du unter Selbsthass leidest, lies Dir die folgenden Punkte durch. Je mehr davon auf Dich zutreffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du Dich selbst hasst.

1. Große Ängste/soziale Phobie

Durch die Selbstablehnung können unterschiedliche Ängste entstehen. Und einer Angst folgt oft die nächste.

Typische Ängste sind:

– Die Angst, Neues auszuprobieren

– Angst vor Zurückweisung und Ablehnung

– Angst, nicht perfekt zu sein

– Angst vor Menschen/soziale Phobie

– Angst vor dem Alleinsein

Wenn Du lernen willst, mit diesen Ängsten besser umzugehen, schau Dir die folgenden Artikel dazu an:

So wird egal, was andere denken

Soziale Phobie: Wie ich sie überwunden habe (und eine Anleitung für Dich)

2. Mangelndes Selbstvertrauen

Wer sich selbst ablehnt vertraut sich nicht selbst. Im Gegenteil: Selbsthass ist eine Möglichkeit, die bei Kritik entstehenden belastenden Emotionen zu kontrollieren. Denn dann kann Selbsthass als Schutz – also als Rechtfertigung – verwendet werden. Selbsthass kann dann als Begründung für diese Emotionen herhalten. Das gibt einem das Gefühl der Kontrolle.

Und wer kontrolliert, der vertraut nicht.

Mehr zum Thema Selbstvertrauen und wie Du dieses aufbaust, gibt es hier: Selbstvertrauen aufbauen – 9 klare Schritte zu einem starken Selbst

3. Selbstverletzendes Verhalten

Bulimie, Anorexie, Ritzen und Selbstverstümmelung sind Auswirkungen von gegen seinen Körper gerichtete Aggressionen, die mit Selbsthass einhergehen.

Wer sich selbst ablehnt, verabscheut und hasst, hat keine Schwierigkeiten damit, sich selbst zu schaden.

4. Anderes selbstzerstörerisches Verhalten

Neben den physischen Auswirkungen des Selbsthasses gibt es auch andere Formen der Aggression gegen sich selbst:

Das ständige Herumnörgeln an sich selbst, Faulheit, Selbstboykott in schulischen/beruflichen Belangen, sich selbst immer wieder klein machen und schlecht reden gehören dazu.

Diese Verhaltensweisen tragen dazu bei, dass sich der Selbsthass nur verstärkt.

Auch interessant an dieser Stelle: Die Opferrolle – Was sie bedeutet und wie Du sie ablegen kannst

5. Dauernde Selbstzweifel

Das Zweifeln an sich und seinen Fähigkeiten, führt dann verstärkt dazu, dass man sich zurückzieht, sich nichts Neues zutraut, nach Problemen sucht, Fehler immer bei sich verortet und alles perfekt machen muss.

Das trägt dann natürlich dazu bei, dass sich der Teufelskreis weiter verstärkt. Denn man beweist sich immer wieder erneut, warum man gute Gründe hat, sich selbst zu hassen.

Wenn Du auch immer alles perfekt machen musst, kannst Du hier weiterlesen: 5 wirkungsvolle Techniken, um Perfektionimus abzulegen

6. Depressionen

Das gegen sich selbst gerichtete Verhalten kann dann zu Depressionen führen. Hier ist es wichtig zu unterscheiden, ob man sich ohne fremde Hilfe daraus befreien kann, oder ob es sinnvoll ist, sich an einen Experten zu wenden.

Ich rate im Zweifel dazu, sich Hilfe zu suchen. Schließlich tut es oft allein schon gut, jemanden an seiner Seite zu wissen.

7. Sich unverstanden fühlen und daraus entstehende Einsamkeit

EinsamkeitWer Probleme mit sich selbst hat, bekommt oft Ratschläge aus seinem engsten Kreis, die zwar gut gemeint, aber nicht hilfreich sind. Sätze wie „sei einfach Du selbst“ oder „sei doch einfach glücklich“ bringen reichlich wenig.

Das führt dann aber dazu, dass der Selbsthassende sich nicht verstanden und alleingelassen fühlt, was die gesamte Situation noch verschlimmert.

Mehr zum Thema kannst Du hier nachlesen: Alleinsein – Wege aus der Einsamkeit

8. Schuldgefühle

Wer sich selbst hasst, ist auch mit Schuldgefühlen belastet. Die Kritik von anderen und den eigenen Gedanken lassen einen bei sich selbst nach der Schuld suchen.

Solche Gefühle sind sehr belastend und tragen weiter dazu bei, dass sich der Betroffene weiter schadet.

Wenn Du unter Schuldgefühlen leidest, findest Du hier mehr dazu: Schuldgefühle loswerden in 6 klaren Schritten

So kannst Du Selbsthass überwinden

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du alleine nicht weiter kommst, suche Dir auf jeden Fall Hilfe in Form von Selbsthilfegruppen oder einem Experten. Sich mit anderen auszutauschen kann eine große Unterstützung sein.

Wenn Du selbst an Dir arbeiten und Deinen Selbsthass hinter Dir lassen möchtest, helfen Dir die folgenden Punkte:

1. Überlege Dir, warum Du Dich selbst hasst

Was magst Du an Dir nicht?

Ist es Dein Aussehen?

Deine Faulheit?

Deine Unfähigkeit?

Dein Charakter?

Alles zusammen?

Was genau steckt hinter Deinem Selbsthass?

Überlege Dir gut, was genau Du an Dir kritisierst, und wo das herkommt.

Haben genau das Deine Eltern bereits an Dir bemängelt? Oder Freunde?

Wessen Ideal hast Du nicht entsprochen?

Wann hat Dein Selbsthass begonnen?

Was war der Auslöser?

2. Akzeptiere es so, wie es ist

borderlineWenn Du Dich selbst hasst, glaubst Du wahrscheinlich, Dein Hass sei begründet! Schließlich gibt Dir Dein Körper/Dein Charakter/Dein Verhalten einen guten Grund, Dich selbst abzulehnen.

Wie solltest Du auch etwas annehmen, was Du nicht sein willst?

Akzeptiere zunächst alles genau so, wie es ist. Akzeptiere, dass Du Dich selbst ablehnst. Akzeptiere, dass Du so bist, wie Du bist. Akzeptiere, dass Du nicht perfekt bist und nie sein wirst.

Weiteres dazu findest Du hier: Selbstakzeptanz – Wie Du Dich so annimmst, wie Du bist

3. Mach Dir bewusst, dass es Alternativen gibt!

Dass Du Dich selbst hasst und ablehnst ist Dein normales, gewohntes Verhalten. So hast Du es gelernt.

Das heißt aber nicht, dass es auch die Wahrheit ist! Es ist nur eine Denkweise von vielen.

Du musst nicht mit ständigen Schuldgefühlen umherlaufen. Du musst nicht dauernd versuchen, jemand anderes zu sein. Du musst Dich nicht die ganze Zeit selbst verurteilen und im Kopf schlecht mit Dir reden, nur weil Du etwas nicht kannst oder Dir etwas nicht zutraust. Du musst nicht schlecht mit Dir umgehen. Du musst Dich nicht hassen.

Das ist alles nicht notwendig.

Mach Dir das bewusst. Du kannst Dich selbst mögen, wenn Du willst. Egal, wie Du bist! Du kannst Dir selbst gut tun, wenn Du das möchtest. Du kannst Dir selbst gut zureden und Dich selbst unterstützen. Du kannst Dich selbst lieben. Du kannst glücklich sein!

Wichtig ist, dass Du verstehst, dass es Deine Entscheidung ist. Entscheide Dich dazu, zu lernen, glücklich zu sein. Entscheide Dich, an Dir zu arbeiten und Dich selbst zu mögen. Gib Dir selbst die Chance, Dich so anzunehmen, wie Du bist.

4. Übe Dich darin, gut zu Dir selbst zu sein

Selbstliebe entsteht nicht von heute auf morgen. Übe täglich, Dir selbst näher zu kommen und tue Dinge, die Dir gut tun und Dir helfen. Es ist dabei wichtig, dran zu bleiben und immer weiter zu machen. Mit der Zeit wird Dein Hass weniger und das Vertrauen in Dich mehr.

Folgende Dinge kannst Du tun, um daran zu arbeiten:

– Schau Dich im Spiegel an

Stelle Dich jeden Tag vor den Spiegel und schau Dich an. Lass alle Verurteilungen los, atme tief durch und richte Deine Konzentration ganz bewusst auf positive Aspekte Deines Körpers. Schau dazu ganz genau hin. Konzentriere Dich auf Kleinigkeiten und finde die Schönheit darin.

Durch diese Übung lernst Du, positive Gedanken mit Dir zu verknüpfen und Dir selbst näher zu kommen.

– Schreibe Dir eine Liebesbrief

Schreibe Dir selbst einen Liebesbrief. Schreibe dort alles hinein, was Du an Dir magst oder mögen könntest. Auch hier geht es darum, positive Seiten an Dir zu entdecken und zu üben, positiv über Dich selbst zu denken.

– Schreibe ein positives Tagebuch

Um täglich zu üben, gut zu Dir selbst zu sein, kannst Du ein Tagebuch führen, in das Du jeden Tag positive Dinge des Tages hineinschreibst. Konzentriere Dich ganz bewusst auf positive Aspekte, selbst wenn diese noch so klein sind.

– Tue Dir bewusst gut

Übe Dich in Selbstliebe indem Du Dir selbst ganz bewusst selbst gut tust. Frage Dich dazu selbst, was Du brauchen kannst und was Dir gut tun würde. Das können wieder Kleinigkeiten sein, wie ein Spaziergang, eine Dusche oder ein leckeres Essen, dass Du Dir selbst bewusst zubereitest.

Mehr zum Thema Selbstliebe findest Du hier: Selbstliebe

– Gönne Dir etwas

Gehe gut essen und genieße es. Gehe in die Sauna oder zur Massage. Kaufe Dir etwas, was Du haben möchtest. Gönne Dir einfach etwas. Ohne Grund und mit gutem Gewissen. Beobachte dabei Deine Gefühle und übe Dich darin, Dich damit ganz bewusst gut zu fühlen. Gestehe Dir zu, dass Du es ohne Bedingung verdient hast. Einfach nur, um Dir selbst etwas zu gönnen.

– Rede Dir selbst gut zu

Lerne, Dir selbst mit Worten gut zu tun. Wenn Du vor etwas Angst hast, rede Dir so zu, als würdest Du jemand anderem helfen wollen. Wenn Du traurig bist, dann tröste Dich selbst. Wenn Du einen Fehler gemacht hast, dann beruhige Dich selbst.

Sei mit Worten gut zu Dir selbst.

– Setze Dir bewusst Ziele und sammle Erfolge

Zeige Dir selbst, dass Du es in der Hand hast, Dir eine schöne und positive Zukunft zu gestalten. Beschäftige Dich mit Zielsetzung und erlaube Dir, Dir ein neues, glückliches Leben aufzubauen und dafür zu arbeiten.

Mehr dazu findest Du hier: Ziele setzen und erreichen

Zusammenfassung

Selbsthass haben wir „gelernt“ und genauso können wir ihn auch wieder verlernen.

Dabei ist es wichtig, dass Du erkennst, dass Du es selbst in der Hand hast. Und auch wenn Du es nicht anders gewohnt bist, darfst Du lernen, Dir selbst gut zu tun, gut mit Dir zu sprechen und Dich selbst zu lieben.

Tue das jeden einzelnen Tag und mache Dir immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, Dir selbst ein gutes Gefühl zu geben.

Wenn Du dazu noch weitere Unterstützung brauchst, schau Dir mein gratis E-Mail Kurs für mehr Selbstvertrauen an.

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