Prokrastination verhindern – Wie Du endlich anfängst zu handeln statt aufzuschieben

Es ist 8:15 Uhr. Ich habe mein morgendliches Ritual erfolgreich abgeschlossen und sitze an meinem Schreibtisch.

Ich höre die Geräusche der Maschine, die mir meinen Kaffee zubereitet. Der dazu passende Geruch breitet sich in meinem Zimmer aus. Die Morgenroutine hat mich motiviert, ich fühle mich fit und freue mich auf den Tag.

Ich sitze da, höre angenehme Musik, surfe auf Facebook und checke meine emails. Ich nehme den ersten Schluck, des mittlerweile durchgelaufenen Kaffees und genieße den Morgen.

Mittlerweile ist es 8:30 Uhr und ich beginne langsam erste emails zu beantworten oder mache andere kleine Aufgaben, die anliegen und auf die ich gerade Lust habe.

Kein Aufschieben mehr!

Ich habe heute ein paar Aufgaben vor mir, die mich nicht gerade vom Hocker hauen, die aber absolut notwendig sind. Genau diese Art von Aufgaben, die ich früher immer aufgeschoben habe. Auch jetzt ertappe ich mich dabei, wie sich Gedanken in meinem Kopf breit machen, die mich von diesen Aufgaben abhalten wollen.

Es ist noch keine 9 Uhr und ich denke auch gar nicht daran, mich an diese wichtigen Aufgaben zu machen. Ich genieße weiterhin meinen Kaffee, meine Musik und surfe im Internet. Die Uhr habe ich dabei stets im Blick.

Ich gehe noch ins Bad und mache mich fertig. Als ich wieder an meinen Schreibtisch zurück kehre ist es kurz vor neun. Ich habe überhaupt keine Lust mit der wichtigen Arbeit anzufangen und doch weiß ich, dass ich dies gleich tun werde. Ich bereite alle nötigen Sachen dafür vor und als die Uhr 9:00 anzeigt beginne ich mit der Arbeit. Ich beginne sofort mit einer unliebsamen Aufgabe. Genauso, wie ich es mir am Abend zuvor vorgenommen habe.

Jeden Abend setzte ich mich hin und fülle meinen Tagesplan aus. Dort steht, dass ich am heutigen Tag um 9:00 Uhr mit dieser Aufgabe beginnen werde. Und da ich mich an meinen Tagesplan halte, ziehe ich das auch durch. Nach wenigen Minuten ist die Unlust einem angenehmen Zustand des Schaffens gewichen und meine Arbeit macht mir Spaß. So ist es häufig bei mir. Das Anfangen fällt mir schwer, doch sobald ich erst einmal begonnen habe, geht es mit jeder Minute einfacher.

Was gegen Prokrastination hilft

Ich habe diesen Mechanismus schon bei vielen meiner Kunden beobachten können. Was gegen dieses Aufschieben hilft, ist ein Zeitmanagement-System zu verwenden und vor allem, sich daran zu halten. Ich weiß einfach, dass ich mich an meinen Tagesplan halten werde. Und ich habe ihn vor allem so strukturiert, dass die wichtigsten Aufgaben ganz oben auf der Liste stehen. Ich mache diese gleich am Tagesbeginn.

Es kommt immer wieder vor, dass mir spontan andere Aufgaben im Laufe des Tages dazwischen kommen, oder dass sich ein Termin spontan ergibt. Das ist aber nicht weiter schlimm, da ich die wichtigsten Aufgaben bereits am Morgen erledigt habe.

Wenn auch Du an dem typischen Aufschieben leidest, rate ich Dir, Dich vor dem Aufschieben schon festzulegen. Terminiere ganz genau, wann Du eine bestimmte Aufgabe machen wirst. Und dann halte Dich daran!

Es ist wichtig, dass Du Dich genau an Deine Vorgaben hältst, denn sonst kannst Du wieder ganz leicht aufschieben. Lege abends schon fest, wann Du am nächsten Morgen mit der unliebsamen Aufgabe beginnen wirst. Und fange am nächsten Tag auch genau um diese Uhrzeit an. Keine Minute später. Dabei ist es egal, wie es Dir in dem Moment geht, in dem Du beginnst. Wichtig ist nur, dass Du anfängst. Der Rest kommt dann meistens von ganz alleine.

Zusammenfassend ist es ein einfaches Prinzip: Terminiere und halte Dich an den Termin, unabhängig von Deinem Zustand! Mache den Test! Lege jetzt eine Aufgabe für morgen fest und setze dieses Vorhaben morgen in die Tat um!

Click Here to Leave a Comment Below 3 comments
zauberweib - 8. März 2013

Ich mach auch erst die unschönen Dinge zuerst und kann mich so auf die schöneren Aufgaben freuen, die machen „darf“, sobald das andere erledigt ist 🙂

Was mir ebenfalls hilft, ist das Zerlegen in kleinere Einheiten. Selbst wenn zwei Schritte „nur“ durch eine Tasse Cappucchino unterbrochen werden – es hilft!

Mein Geheimtipp schon seit Jahrzehnten: Wenn ich einen schlechtgelauten Tag habe, erledige ich an diesem Tag alle unliebsamen Aufgaben, die z.T. schon eine Weile darauf warten, erledigt zu werden (wie das halt naturgemäß so ist, dass sich solche Dinge gern mal ein bisschen ansammeln *g*) Grund: Der Tag ist eh schon versaut, also mach ich den ganzen blöden Kram weg, dann kann ich am Ende des Tages diesen doch noch als erfolgreich verbuchen! Zumindest bei mir funktioniert das hervorragend 🙂

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Tim - 13. März 2013

Den Trick mit dem Kaffee/ Cappucchino benutz ich auch 🙂

yum

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gwriter - 27. Juni 2013

Also nachdem viele der gängigen Tipps bei mir letztlich keine Erfolge brachten, habe ich mir zur Fertigstellung meiner Hausarbeit professionelle Hilfe geholt. Ich hatte natürlich ein schlechtes Gewissen, aber ich hatte so eine krasse Blockade im Kopf, dass ich völlig außerstande war sie fertigzustellen. Ich habe das mit der Prokrastination inzwischen besser im Griff, weil ich die Uni erfolgreich abgeschlossen habe, aber meine Steuererklärung macht nach wie vor meine Mutter 🙂

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