6 einfache Techniken, um Leistungsdruck zu mindern

Früher war alles…

…langsamer.

Ob es besser war, weiß ich nicht. Aber langsamer war es auf jeden Fall.

Und heute?

Nur noch zwölf Jahre Schule (sofern man den längsten aller Schullaufbahnen einschlägt). Bachelor statt Diplom. E-Mail statt Brief. Handy statt Festnetz. Flugzeug statt Kutsche.

Heute geht alles sofort.

Dass das einen Leistungsdruck erzeugen kann, liegt klar auf der Hand.

Wenn Du das Gefühl hast, genau unter einem solchen zu leiden: Im Folgenden findest Du Auswege daraus.


Inhalt des Artikels:
Wo der Leistungsdruck herkommt
Wie Du dem Leistungsdruck den Wind aus den Segeln nimmst
1. Mach Dir Deine Motivation bewusst
2. Nimm Dir bewusst Auszeiten
3. Hinterfrage Dich selbst und schaffe Distanz
4. Schau Dir Dein gesamtes Leben an
5. Gib Dir selbst das Ansehen und richte Dich nach Deinen Vorgaben
6. Lege Deinen Perfektionismus ab
Was bleibt am Ende?


Wo der Leistungsdruck herkommt

Auf der einen Seite gibt es natürlich die objektiven Einflüsse von außen. Die Anforderungen am Arbeitsplatz, der Partnerschaft, der Familie oder sonst woher.

stressGenauso gibt es aber auch das persönliche Empfinden. Und mit Stress gehen Menschen nun mal unterschiedlich um. Was den einen motiviert und anspornt, kann für den nächsten eine große Belastung darstellen.

Dabei ist mit dem Druck nicht zu spaßen.

Denn dieser kann bis zum Burnout und gar zu Depressionen führen.

Wie Du dem Leistungsdruck den Wind aus den Segeln nimmst

Und genau deswegen ist es wichtig, manchmal auch einfach etwas langsamer zu machen. Wer sich selbst kaputt machen möchte: bitte.

Aber wer ein ausgeglichenes Leben führen möchte, dem empfehle ich zu den folgenden Methoden:

1. Mach Dir Deine Motivation bewusst

Es ist Dein Leben!

Mach Dir das immer wieder klar.

Du bist nicht nur auf der Welt, um Einser zu schreiben, den besten Abschluss zu machen und der Beste im Job zu sein.

Gegen hohe Ziele spricht nichts, aber die Motivation dahinter ist entscheidend.

Wenn der Druck aus einer Angst heraus geboren ist, ist das ein Garant fürs Scheitern.

Wenn Du beispielsweise nur BWL oder Jura wegen der sicheren Jobaussichten studieren willst, dann ist das kein guter Grund.

Denn dahinter verbirgt sich eine falsche Motivation.

Erst eine positive Motivation bringt Dir langfristig Glück und Zufriedenheit. Denn wenn Du die ganze Zeit nur versuchst, etwas zu vermeiden, denkst und lebst Du in ständigem Mangelbewusstsein.

Um das nochmal verständlich zu machen: Wenn Du BWL oder Jura nur aus dem Grund studierst, dass es dort die besten Jobaussichten gibt, dann steckt dahinter eine Angst. Die Angst, keinen Job zu bekommen.

Aber es fehlt die Motivation, BWL oder Jura zu studieren, weil Dich diese Fächer so unglaublich interessieren und Du schon Dein ganzes Leben lang davon träumst, Anwalt oder Banker zu werden.

Suche Dir lieber Ziele, die Du erreichen willst, weil sich etwas Positives dahinter verbirgt. Also etwas, was Du gerne haben möchtest und nichts, was Du vermeiden willst.

2. Nimm Dir bewusst Auszeiten

Wenn Du Stress hast, nimm Dir bewusst immer wieder frei und schalte ab.

EntspannungDein Job ist nicht Dein ganzes Leben! Und Deine Familie auch nicht! Es gibt einfach viele Aspekte im Leben (dazu später noch mehr).

Und Du entscheidest immer noch selbst. Nimm Dir bewusst Auszeiten.

Tue das, was Dir gut tut!

Gehe in die Sauna oder verreise übers Wochenende.

Aber auch kleine Auszeiten im Alltag bringen Dich schon weiter: Lehn Dich zurück und entspanne ganz bewusst ein paar Minuten.

3. Hinterfrage Dich selbst und schaffe Distanz

Wenn Du einen latenten Leistungsdruck fühlst, dann überlege Dir gut, wo das eigentlich genau herkommt.

Hinterfrage Dein Leben und vor allem Dich selbst.

Macht Dir Spaß, was Du tust?

Warum tust Du es?

Warum tust Du es wirklich?

Was bezweckst Du damit?

Musst Du das wirklich erreichen?

Wenn ja, warum?

Stelle Dir solche und ähnliche Fragen.

Schaffe etwas Distanz zwischen Dir und den hohen Anforderungen und Erwartungen.

Mache Dir bewusst, wo diese herkommen.

Sind es Deine Erwartungen?

Oder die von jemand anderem?

Was willst Du wirklich?

Mach Dir bewusst, ob das, was Du tust, auch das ist, was Du willst.

4. Schau Dir Dein gesamtes Leben an

Wenn Du bei der Arbeit viel Leistungsdruck hast, dann mache Dir klar, dass Dein Leben noch aus mehr besteht.

ErschöpfungFragt man den Experten (in diesem Fall den Psychologen und Coach Werner Gross), dann stellt man fest, dass sich das Leben auf mehrere Bereiche aufteilt:

– Arbeit

– Partnerschaft und Familie

– Körper und Gesundheit

– soziale Beziehungen und gesellschaftliches Engagement

– Sinnsystem

(Quelle: Karriere.de)

Und wenn Dein Leben nur in einem dieser Bereich stattfindet, dann machst Du etwas falsch. Glücklich wirst Du, wenn Du Dich um alle Bereiche kümmerst.

Und zwar gleichermaßen.

Schraube also da ein wenig zurück, wo es stressig ist und schau Dir alles an, was Dein Leben ausmacht!

5. Gib Dir selbst das Ansehen und richte Dich nach Deinen Vorgaben

Dieser Punkt ist sehr wichtig. Warum machen wir uns oft Stress?

Weil wir die Bestätigung anderer suchen.

BurnoutDeswegen tun wir, was diese von uns verlangen.

Hauptsache gut dastehen.

Und am besten noch mit anderen vergleichen. Das macht es nämlich noch schlimmer.

Die bessere Strategie: Gib Dir selbst die Anerkennung und mache Dir Deine eigenen Vorgaben, was Du erreichen willst.

Wie das geht?

Da musst Du wohl an Dir und Deinem Selbstvertrauen arbeiten.

Denn es immer anderen recht machen zu wollen funktioniert nicht. Lerne lieber, es Dir selbst recht zu machen!

6. Lege Deinen Perfektionismus ab

Auch der Perfektionismus ist ein alter Freund des Stresses und des Leistungsdrucks.

Wer alles perfekt machen will, macht am Ende gar nichts.

Lerne, die Dinge auch imperfekt zu machen. Dadurch ersparst Du Dir eine Menge Stress.

Denn: Wenn Du Vorgaben vom Chef erhältst und Du Dir selbst die Anforderung an diese Aufgabe durch Deinen Perfektionismus erhöhst, kommt der Leistungsdruck von Dir allein. Und nicht vom Chef.

Ist das klar geworden.

Es liegt immer noch bei Dir, wie Du Aufgaben erledigst.

Und wichtig: Das heißt jetzt nicht, dass alle Aufgaben schlampig erledigt werden sollen. Es gibt auch noch eine weite Spanne zwischen schlampig und perfekt.

Wie Perfektionismus ablegst, erfährst Du hier: Perfektionismus ablegen

Was bleibt am Ende?

Stress, stress, stress.

Auch wenn die Anforderungen in unserer Gesellschaft gestiegen sind, mache Dir immer wieder bewusst, dass es am Ende um Dein Leben geht.

Finde die richtige Mischung und finde Deinen Weg zwischen Geld verdienen müssen und Spaß im Leben haben.

Oder ist da am Ende sogar beides zeitgleich möglich?

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Ann-Sophie - 11. März 2016

Lieber Stephan,
in deinem Artikel hast du die wesentlichen Punkte super zusammengefasst die für mich in den letzten Jahren essentiell geworden sind. Vor allem die eigene Zeit zu bewahren um damit in Phasen wo viel gleichzeitig passiert, ist für mich zu einer wertvollen Alltagspause geworden die scheinbar unmögliches möglich macht. Ich finde es inzwischen sehr wichtig in dem schnellen Alltag wie du ihn so treffend geschildert hast, mit allem was auf uns einströmt sich mehr Zeit zu nehmen für alles was passiert und dafür lieber weniger machen. Weniger ist mehr ist in fast allen Lebensbereichen ein neues Credo von mir geworden. Oder wie siehst du das?
Viele Grüße, Ann-Sophie

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Anja - 13. März 2016

Hey Stefan,
ich glaube Stress bringt nichts als noch mehr Stress. Am allerwenigstens bringt es einem effektive Ergebnisse. Je spielerischer und leichter man an eine Sache rangeht, desto erfolgsversprechender ist sie auch. Und wenn es einem dann noch wirklich Spaß macht, stellt sich die finanzielle Entlohnung z.B. irgendwann von ganz alleine ein. 😉
LG – Anja

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