Klare Entscheidungen für mehr Selbstbewusstsein

Mark Oswald ist als Trainer für Ziele und Männerthemen tätig und veröffentlicht auf www.live-the-adventure.de regelmäßig Blogartikel, Videos und Seminare zu den Themen Erfolg, Flirt und NLP.

Eine der markantesten Punkte, die mir selbst bei selbstbewussten Menschen immer wieder auffällt, ist die Klarheit ihrer Entscheidungen. Da wird nicht lang gezögert, da wird Entschieden und Punkt.

Stell dir vor, du stehst vor der Wahl: Nimmst du den Geschäftstermin wahr, der dir einen neuen lukrativen Kunden bringen würde, oder kümmerst du dich um deine Freundin, der plötzlich total unwohl ist und die über Schmerzen klagt? Wofür würdest du dich entscheiden?

Fakt ist: Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Die große Frage ist jetzt, welche Konsequenzen bist du eher bereit zu tragen? Oder sollte ich besser fragen: Wie kannst du eine Entscheidung finden, die möglichst positive Konsequenzen nach sich zieht?

Vor jeder Entscheidung steht ein Prozess der Entscheidungsfindung. Die Art und Weise, wie dein Entscheidungsprozess gestaltet ist bestimmt, wie schnell und sicher du welche Art von Entscheidung triffst.

Ich habe 3 Extreme beobachten und erleben können, die ich dir jetzt vorstellen möchte:

Der Zaghafte

Der Zaghafte ist der typische Mensch, der Probleme mit Entscheidungen hat. Er oder Sie braucht ewig, um selbst kleinste Dinge zu entscheiden – und von großen Dingen möchte er am liebsten überhauptnichts wissen. Ich durfte einmal einen jungen Mann kennen lernen, bei dem seine Zaghaftigkeit sich beim Essen gehen gezeigt hat. Nachdem er die Karte etwa 10 Minuten lang ausführlich studiert hatte, war er immer noch unentschlossen. Was, wenn dieses Gericht hier doch nicht so gut ist? Was, wenn ich nachher doch lieber das andere gehabt hätte? Netterweise habe ich ihm die Entscheidung darüber überlassen, ob wir in diesem Lokal bleiben oder ein anderes aufsuchen sollen. Das hat ihn dann endgültig überfordert.

Der chronische Fehlentscheider

Der chronische Fehlentscheider trifft mit atemberaubender Sicherheit falsche Entscheidungen. Genauer gesagt trifft er Entscheidungen, deren Konsequenzen für ihn und seine Gruppe fast immer sehr unangenehm sind. Er zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er sich aus mangelndem Selbstvertrauen gegen sein Bauchgefühl und seine eigene Logik entscheidet, weil er davon überzeugt ist niemals richtig liegen zu können. Ich selbst war vor vielen Jahren ein starker Vertreter dieses Archetyps. Da überrascht es niemanden, dass ich damals weder besonders erfolgreich, noch besonders selbstbewusst war.

Der Macher

Der Macher ist der idealisierte Archetyp eines Entscheiders. Eine Entscheidung steht an, er trifft diese und trägt danach die Konsequenzen. Fertig. Mal haben die Entscheidungen positive Konsequenzen, mal Negative. Und er weiß das. Er hat gelernt, dass fast jede getroffene Entscheidung besser ist als Aufzuschieben.

Aber was genau unterscheidet diese 3 Extreme jetzt?

Der große Unterschied zwischen den Dreien ist die Strategie, die vor der Entscheidung steht. Entscheidungsstrategien sind ein unheimlich spannendes Thema, dem man ganze Bücher widmen könnte. Ich habe dafür ein stark vereinfachtes Modell gefunden, welches ein grundlegendes Verständnis dafür erschafft, wie Entscheidungen funktionieren.

Das Modell der “Testloops”:

Stell dir eine Entscheidung als eine Karrerabahn vor. Zwischen Start und Ziel gibt es eine gewisse Anzahl an Loopings, die befahren werden dürfen, bevor die Entscheidung getroffen wird. Je mehr Loopings auf der Strecke stehen, desto länger dauert die Fahrt.

Jeder Looping steht vor einen Teilschritt der Entscheidungsfindung, den der Entscheider mit in seine Strategie einbezieht.

Nehmen wir als Beispiel den Restaurantbesuch. Wenn ich ein Restaurant besuche, stelle ich mir bei der Wahl der Speise folgende Fragen:

1. Auf was habe ich Lust?

2. Wie viel Geld möchte ich dafür ausgeben?

3. Habe ich ein gutes Gefühl bei diesem Essen?

Meine Karrerabahn ist kurz, meine Loopings sind schnell überwunden und ich kann eine Entscheidung treffen. Bei dem ersten Loop handelt es sich um meine Gelüste, der Zweite steht für meine Ressourcen und der Dritte für meine Intuition. Ich habe großes Vertrauen in meine Intuition, weswegen ich sie in fast jede Entscheidung mit einbeziehe, was aber kein Muss ist.

Jetzt schauen wir uns die Karrerabahn des Zaghaften an:

1. Was gibt es alles auf der Speisekarte?

2. Was davon könnte ich vielleicht noch so gut vertragen?

3. Hat dieses Restaurant überhaupt gute Qualität?

4. Was, wenn die Köche heute schlecht drauf sind?

5. Sollte ich vielleicht in ein anderes Restaurant gehen?

6. Worauf habe ich denn Lust?

7. Wie viel will ich mir denn leisten?

8. Was essen die anderen?

9. Wie sieht das Essen auf den… … …

Diese Kette an Loops kann sich endlos lang fortsetzen, kein Wunder also, dass der zaghafte Probleme mit klaren Entscheidungen hat.

Jetzt die Frage an dich:

Wie klar sind deine Entscheidungen? Wie leicht fällt es dir, eine wichtige Entscheidung zu treffen?

Überprüfe doch diese Woche einfach mal jeden Tag mindestens 10 kleine und große Entscheidungen auf die Komplexität der Karrerabahn und prüfe, wo du überflüssige Loops streichen kannst. Das wird dich Stück für Stück zu einem immer besseren Entscheider machen.

Und wenn du das nächste Mal vor der Entscheidung stehst, ob du dich um deine Freundin kümmerst oder Geschäfte machst, sollte dir die Entscheidung um einiges leichter fallen.

4 Tipps zum Abschluss noch, die dir beim Entscheiden helfen können:

1. Entscheidungen haben Konsequenzen. Der Versuch, alle Konsequenzen zu vermeiden ist von Grund auf zum Scheitern verurteilt. Trau dich, eine klare Entscheidung zu treffen und steh dann dafür ein.

2. Entscheidungen können sich ändern. Wenn du aufgrund von Argumenten oder deiner gemachten Erfahrung feststellst, dass eine Entscheidung zu negative Konsequenzen hat, kannst du sie auch ändern. Den Mut, auch eigene Entscheidungen zu hinterfragen achte ich mehr als blinde Sturheit.

3. Werde dir über deine Werte bewusst. Werte können dir viele Entscheidungen leichter machen weil du plötzlich erklären kannst, warum du sie so triffst. Wenn dein Wert Erfolg in diesem Moment wichtiger ist als dein Wert Fürsorge, ist das Legitim und eine Entscheidung.

4. Vertraue deiner Intuition. Meiner Erfahrung nach hat meine Intuition einen noch viel ausgereifteren und besseren Entscheidungsprozess als meine Logik. Ich kann kaum mehr zählen, wie viele großartige Entscheidungen  ich auf Basis meiner Intuition getroffen habe.

In diesem Sinne viel Spaß beim Entscheidungen treffen.

 

Mark Oswald

Live the Adventure – Lebe das Abenteuer

 

 

Bildquelle: Image courtesy „Door“ by Salvatore Vuono / FreeDigitalPhotos.net
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