Wie Du die innere Stimme zur Ruhe bringst

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Auf jeden Fall zufriedener als früher. Ich gestalte mir meinen Alltag wie ich möchte. Ich habe große Ziele und verfolge diese mal mehr, mal weniger konsequent. Aber konsequent!

Ich tue viele Dinge, die mir gut tun und Dinge, die mich zu meinen Zielen führen. Und zugleich halte ich nicht an meinen Zielen fest, sondern lasse diese los, um auch im Hier und Jetzt zufrieden zu sein.

Früher war das nicht so. Früher war ich viel in meinem Kopf und habe mich in vielen negativen Gedanken gesuhlt. Tagein tagaus.

Mein Gehirn ratterte von morgens bis abends und beschäftigte sich sehr viel mit schlechten und negativen Dingen. Damit, was alles schlecht läuft in meinem Leben. Damit, was ich alles gerne hätte, aber nicht habe.

Ich habe mich selbst unglücklich gemacht. Die innere Stimme war den ganzen Tag an und kostete mich eine Menge Energie.

Was mache ich heute anders?

In den letzten Jahren habe ich vor allem eins gelernt: loszulassen. Loszulassen von Gedanken, die mir schaden. Loszulassen von Dingen, die ich nicht habe. Loszulassen von Selbstzweifeln und dem immer drehenden Gedankenkarussell.

Wie habe ich das getan?

Ich habe etwas an mir kennengelernt, wozu ich früher keinen Zugang hatte. Etwas, zu dem fast alle, die zu meinen Seminaren oder Coachings kommen, keinen Zugang haben. Ich habe gelernt, dass da noch mehr ist, als der Kopf, die Rationalität, die Logik und der Verstand. Ich habe einen Zugang zu meinem Körper und meinen Gefühlen entwickelt.

Ich habe gelernt, meinen Kopf zu verlassen und mich voll und ganz auf meine Gefühle zu konzentrieren. Ich habe gelernt meine Gefühlswelt neu zu interpretieren. Ich habe gelernt, meine Gefühle anzunehmen.

Früher wollte ich meine Gefühle mit meinem Verstand lenken und war häufig wütend, dass ich mich schlecht fühle, obwohl ich mich doch gerne gut gefühlt hätte. Der Verstand wollte andere Gefühle als meine Gefühlswelt gerade hatte.

Wenn ich heute „negative“ Gefühle habe, dann nehme ich diese an. Ich erlaube mir, wütend oder ängstlich zu sein. Ich akzeptiere das und versuche es nicht zu ändern. Und dazu entspanne ich ganz bewusst meinen Körper, vor allem an der Stelle, an der das „negative“ Gefühl zu sitzen scheint.

Das ist wahres Selbstbewusstsein! Sich selbst bewusst zu sein, über seine Gedanken, seinen Körper und seine Gefühle.

Und wenn ich mich wiederfinde, in schlechten Gedanken, dann übe ich mich darin, diese Gedanken loszulassen. Ich vertraue mir selbst, dass ich den Konflikt, um den sich diese Gedanken drehen, schon lösen werde. Ohne Gedanken. Und genau das ist das Loslassen. Sich selbst zu erlauben nicht mehr zu denken.

Viele trauen sich das nicht. In gewisser Weise stellt es auch einen Kontrollverlust dar. Den Verlust, mit seinen eigenen Gedanken nicht mehr kontrollieren zu können. Es erfordert ein wenig Übung, und doch führt das zu wahrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Die Gedanken einfach Gedanken sein lassen und sich ganz bewusst und gezielt auf den Körper oder die Gefühle zu fokussieren und zu sich selbst sagen: Ich werde das Problem schon lösen. Aber nicht jetzt. Jetzt entspanne ich und konzentriere mich auf meine Atmung und genieße das Leben.

Etwas abstrakt?

Ja, das ist die Krux. Mit Worten etwas beschreiben, was den Verstand füttert, den Du loslassen sollst.

Wenn Du aber auch dieses Gedankenkarussell kennst und entspannter werden möchtest, dann übe Dich darin.

Was kannst Du konkret tun, um loszulassen:

1. Lerne, Dich zu entspannen

Fang an, Dich regelmäßig zu entspannen. Dafür kannst Du jeden Tag meditieren, oder zum Yoga oder zum autogenen Training gehen. Oder Du legst Dich einmal am Tag ganz gezielt auf Dein Sofa und entspannst ganz bewusst alle Deine Muskeln und konzentrierst Dich auf Deine Atmung.

Finde für Dich das Passende und mache das regelmäßig. Dadurch wirst Du einen besseren Zugang zu Deinem Körper und Deinen Emotionen erhalten und mit etwas Übung viel entspannter durchs Leben gehen.

2. Vertraue

Beobachte Dein Verhalten ab jetzt. Und wenn Du Dich wiederfindest, wie Du eine Situation kontrollieren musst, wo alles so sein muss, wie Du es gerne hättest, dann übe Dich darin, das Gegenteil davon zu tun. Erlaube Dir, diese Gedanken zu haben und entscheide ganz bewusst, dass Du jetzt nicht kontrollieren wirst und dass Du Dir jetzt vertraust, dass alles schon funktionieren wird.

Hör auf kontrollieren zu wollen! Es ist Deine Entscheidung.

3. Lerne Deine Gefühle kennen

Halte ab jetzt im Alltag immer mal wieder inne und konzentriere Dich auf Deine Gefühle. Fühle in Deinen Körper hinein und spüre, wo genau sich gerade welches Gefühl in Deinem Körper befindet. Und dann atme ganz bewusst in diese Stelle hinein. Mache das regelmäßig. Lerne, Dich zu fühlen und dabei nicht zu denken.

 

Wenn Du noch keinen sehr ausgeprägten Zugang zu Deinen Gefühlen hast, können die Übungen etwas ungewohnt für Dich sein. Wichtig ist, dass Du sie trotzdem tust und Dich darin übst, loszulassen. Glaube mir, das wird Dir eine enorme Freiheit und Gelassenheit geben.

 

Image courtesy „Brain Design By Cogs And Gears“ by MR LIGHTMAN / FreeDigitalPhotos.net
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Christoph Simon - 9. Juni 2013

Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf das hin ausdehne, was ich erschaffen möchte, werde ich zu dieser Sache und fühle sie dann auch.

Dieses kontrollierte Erschaffen von Aufmerksamkeit ist wohl das, was Obi Wan meinte, als er sagte: „Deine Augen können dich täuschen. Dehne deine Gefühle dorthin aus.“

Die innere Stimme zur Ruhe bringen ist auch eine Sache zu der man werden kann.

bG, Christoph

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Tim - 10. Juni 2013

Hallo Stephan,

die eigenen Gefühle und Emotionen wirklich aufmerksam und achtsam zu fühlen ist so essentiell.

Achtsamkeit und Selbstakzeptanz gegenüber allem, was wir fühlen zu entwickeln ist der Schlüssel zu einem schönen Leben 🙂

Grüße

Tim

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Michel - 17. Juni 2013

„Lerne deine Gefühle kennen“… Da darf man auch in die Welt der Submodalitäten abtauchen und spannende neue Dinge erleben.

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