Gute Vorsätze wirklich umsetzen: 5 klare Schritte zu einem neuen Leben

Es ist mal wieder soweit: ein neues Jahr steht an und gute Vorsätze werden gemacht. Schaut man dann Ende Januar seine Erfolge an, muss man doch feststellen, dass alles beim Alten geblieben ist.

Natürlich ist Neujahr ein beliebter Zeitpunkt, um sein Leben zu überdenken und alles neu zu planen. Aber auch alle anderen Tage im Jahr eignen sich dazu, Pläne zu schmieden, die man nicht einhält.

Warum das so ist, welche (psychologischen) Mechanismen dahinter stecken und wie Du es ab jetzt wirklich schaffst, Dein Leben zu verändern, erfährst Du in diesem (sehr ausführlichen) Artikel.


Inhalt des Artikels:
Warum gute Vorsätze ausgerechnet zum neuen Jahr?
Aber warum halten wir nicht durch?
1. Wir können nicht mit uns selbst mitfühlen
2. Die guten Vorsätze sind zu unkonkret
3. Du machst Dir den guten Vorsatz nicht wichtig genug
4. Du nimmst Dir viel zu viel vor
So setzt Du gute Vorsätze wirklich um
1. Nimm Dir nur eine Sache vor
2. Formuliere sie so konkret wie möglich
3. Gib Ausreden keine Chance
4. Disziplin gehört dazu
5. Mache den Entschluss so stark Du nur kannst
Zusammenfassung


Peter schaut auf das vergangene Jahr zurück. Und irgendetwas in ihm sagt ihm, dass er etwas ändern muss.

Mit dem Rauchen wollte er doch schon im letzten Jahr aufhören. Und der Bierbauch sollte auch schon lange beseitigt sein. Außerdem wollte er sich viel mehr Zeit für seine Freunde und Familie nehmen. Aber irgendwie hat das bisher nicht funktioniert.

Doch im neuen Jahr wird alles anders: Peter ist sich sicher, dass jetzt alles besser wird. Er nimmt sich vor, gleich zum Start ins neue Jahr nicht mehr zu rauchen. Außerdem gibt’s zum Frühstück nur noch Obst und jeden Abend nach der Arbeit geht’s noch raus zum Joggen.

DisziplinPeter denkt darüber nach, wie sein Leben dann wohl aussehen wird. In ihm entsteht ein Hochgefühl. Er ist sich sicher, dass er genau das will und dass er es auf jeden Fall durchziehen wird. Die Sicht auf das, was er will, ist glasklar und er weiß genau, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, diese Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Ich denke dieses Gefühl kennt jeder von uns. Und es fühlt sich so klar an, dass es überhaupt keine Zweifel gibt. Alles macht in diesem Moment Sinn und scheint so leicht und erreichbar zu sein.

Doch die Realität holt einen dann doch schneller ein, als einem lieb ist. Nach wenigen Tagen ist das Hochgefühl verschwunden. Das Obst am Morgen, das die ersten zwei Tage noch so gut geschmeckt hat, hat seinen Reiz ganz schnell verloren und das mit dem Joggen hat auch nicht so gut funktioniert. Schließlich wurde es am Vortag auch ganz schön spät. Und wie soll man bei dem ganzen Stress ohne Zigarette auskommen?

Warum gute Vorsätze ausgerechnet zum neuen Jahr?

Woran liegt das, dass wir uns ausgerechnet immer zum neuen Jahr neue Vorsätze machen? Was hat dieses Datum Magisches an sich?

Es liegt im Prinzip nur an dem Konstrukt, dass etwas endet und etwas Neues anfängt. Denn unser Gehirn mag abgeschlossene Dinge. Es weiß zum Jahresende, dass das Alte abgeschlossen wird. Und das Neue soll natürlich gleich so gut wie möglich begonnen werden.

Dasselbe Muster kennen Schüler und Studenten, wenn die Uni bzw. die Schule nach den Ferien wieder losgeht: „da wird alles anders“, lautet oftmals der Vorsatz (und er wird mindestens genauso gut eingehalten wie an Sylvester).

Es geht also weniger um den Abschluss, als um den Neuanfang. Und zu diesem neuen Anfang wollen wir dann alles besser machen, was uns in dem alten Abschnitt psychische Schmerzen, schlaflose Nächte oder Stress verursacht hat. Wir denken, wenn wir alles richtig machen, dann hören wir auf, uns selbst Vorwürfe zu machen für Dinge, von denen wir meinen, dass sie uns langfristig schaden.

Was nutzt uns dieses Wissen jetzt?

Ganz einfach: Da wir nun wissen, dass unser Gehirn gerne einen Neuanfang mag und dort die Motivation ziemlich groß ist, können wir uns das zunutze machen und diesen Neuanfang jederzeit selbst kreieren. Schließlich ist jeder Tag ein neuer Start!

Aber warum halten wir nicht durch?

Gute Vorsätze hin oder her. Woran liegt es, dass wir uns so sicher sind, dass wir alles, was wir uns vornehmen, durchziehen werden und dass uns nichts und niemand aufhalten kann und wir uns wenige Tage später wiederfinden, als ein anderer Mensch. Nämlich einer, der überhaupt kein Bock auf Veränderung hat, der Rauchen und das Essen will, was ihm schmeckt und Sport schon lange abgeschrieben hat?

Wie es dazu kommt, liegt an den folgenden Punkten:

1. Wir können nicht mit uns selbst mitfühlen

Natürlich können wir mit uns selbst mitfühlen. Aber nur begrenzt.

Was wir nicht so gut können: uns in einem Moment des emotionalen Hochs hineinzuversetzen in ein zukünftiges Gefühl des Tiefs. Dieses Phänomen wird in der Psychologie als Empathielücke bezeichnet.

joggenEinfach ausgedrückt heißt das: Wenn Du hochmotiviert bist, kannst Du Dir nur schwer vorstellen, wie es für Dich sein wird, wenn Du mal keinen Bock hast.

Diese Empathielücke führt dann dazu, dass wir in dem Moment, in dem die Motivation so richtig groß ist, in dem wir einfach wissen, dass sich ab jetzt einfach alles ändern wird und wir ein neues Leben beginnen werden, nicht für die Zukunft vorsorgen. Also nicht daran denken, was passiert, wenn wir mal doch keine Lust mehr auf die neuen Vorsätze haben.

In der Praxis sieht das dann so aus: Am ersten Tag kommt Peter von der Arbeit nach Hause und hat total Lust, sein neues Vorhaben umzusetzen. Er spürt innerlich den Drang zu handeln und geht sofort joggen.

Am zweiten Tag ist dieses Gefühl schon weniger geworden. Während er nach der Arbeit nach Hause fährt, spürt er schon, dass er nicht so richtig Lust hat, jetzt noch joggen zu gehen. Doch der Entschluss ist noch stark genug. Er weiß, dass er es heute auf jeden Fall durchziehen wird.

Am dritten Tag ist es dann soweit: Der Tag war sowieso stressig und alles wozu Peter am Abend überhaupt keine Lust hat, ist joggen zu gehen. Er redet sich selbst ein, dass der Tag anstrengend war und er morgen wieder joggen gehen wird. Nur heute will er einfach seine Ruhe haben.

Am vierten Tag nutzt er dann eine neue Ausrede, um nicht joggen gehen zu müssen. So etwas wie: „Am Montag gehe ich wieder. Diese Woche ist eh futsch.“

Und schon ist ein guter Vorsatz wieder voll und ganz verschwunden…

Diese stressigen Tage und Motivationslöcher gehören einfach dazu. Nur vergessen das die Meisten in dem Moment, in dem sie sich neue Vorsätze machen.

2. Die guten Vorsätze sind zu unkonkret

Wer sich vornimmt, ab jetzt mehr Sport zu machen, abzunehmen, weniger zu essen, mehr zu lernen oder ähnliches, wird nicht weit kommen.

Denn: mit so einem Vorsatz hast Du Dir jede Möglichkeit gegeben, Ausreden zuzulassen und Deinen guten Vorsatz schnell wieder abzulegen.

Die Gefahr ist dabei nämlich die Folgende:

Wenn Du Dir sagst, Du wirst jetzt mehr Sport machen und am Montag läufst Du voller Euphorie ins Fitnessstudio und machst Deine Übungen und am Dienstag hast Du weniger Lust darauf, was wird dann wohl passieren?

Du denkst Dir dann: „Ach, dann gehe ich morgen wieder“.

Und am Mittwoch hast Du auch keine Lust. Du sagst Dir selbst, dass Du ja am Montag warst und heute ist es eh schlecht usw.

Dir fällt jeden Tag eine neue Ausrede ein, um nicht wieder hinzugehen. Und die muss nicht mal gut sein. Und irgendwann hast Du es dann komplett wieder abgeschrieben.

Wenn Du also ein neues Vorhaben nur unkonkret formulierst, dann wirst Du in Zukunft gute Gründe finden, es nicht durchzuziehen, wenn Du mal keine Lust hast.

3. Du machst Dir den guten Vorsatz nicht wichtig genug

Hier gilt dasselbe wie oben: In dem Moment des Hochgefühls fällt es Dir leicht, einen Entschluss zu fassen.

Doch wenn dieser Entschluss nicht eindeutig, klar formuliert und stark genug ist, werden Ausreden später wieder die Oberhand gewinnen.

4. Du nimmst Dir viel zu viel vor

Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport machen, mehr Zeit für die Familie, endlich abnehmen, mehr Bücher lesen und öfter ins Theater gehen.

So kann das nichts werden.

Oder auch beliebt ist: „Ab jetzt gehe ich jeden Tag eine Stunde joggen.“

Das ist für den Anfang viel zu viel.

Egal, ob es viele Dinge sind, die Du Dir vornimmst oder eine einzige Sache: Wenn Du Dir zu viel vornimmst, bist Du von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

So setzt Du gute Vorsätze wirklich um

Wahrscheinlich kommen Dir die gerade beschriebenen „Fehler“ sehr bekannt vor. Fitnessstudios bieten nicht umsonst die Abo-Modelle an. Was gibt es besseres, als zahlende Kunden, die keine Arbeit machen?

Schauen wir uns aber jetzt mal an, wie das Ganze denn funktioniert. Wie Du an einer Sache wirklich dranbleibst.

Dazu musst Du folgende Punkte beachten:

1. Nimm Dir nur eine Sache vor

Wenn Du Dir etwas Neues vornimmst, dann nimm Dir nur eine Sache vor und davon nicht zu viel.

Wenn du also mehr Sport machen und Dich gesünder ernähren und öfter ins Theater gehen willst, dann wähle erst mal nur eine von diesen Sachen aus. Um die anderen kannst Du Dich später kümmern (was übrigens dann leichter fallen wird, wenn Du schon neue Routinen entwickelt hast).

Es gilt immer die Devise: Lieber wenig und regelmäßig eine Sache, als viel auf einmal und dann gar nichts mehr.

Sieben Wochen lang einmal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen ist mehr wert, als eine Woche lang jeden Tag zu gehen (und dann nicht mehr).

Du baust Dir erst mal eine neue Gewohnheit auf. Nämlich dadurch, dass Du eine Sache regelmäßig machst. Und zwar so, dass Du sie auch wirklich durchziehst.

2. Formuliere sie so konkret wie möglich

Und um eine Sache durchziehen zu können, musst Du auch genau wissen, warum Du das willst. Formuliere das Endziel!

neues JahrWarum willst Du mehr Sport machen?

Worum geht es Dir wirklich?

Je konkreter Du ein Ziel formulieren kannst, desto mehr motiviert es Dich.

Schreibe genau auf, warum Du etwas tun willst.

Warum willst Du mit dem Rauchen aufhören?

Warum willst Du mehr Zeit mit Freunden und Deiner Familie verbringen?

Warum hast Du den guten Vorsatz?

Beantworte Dir ganz genau die Frage „warum?“.

3. Gib Ausreden keine Chance

Wie gesagt: Wenn Du nur schwammig festlegst, was genau Du machen willst, werden Deine Ausreden die Oberhand gewinnen und der gute Vorsatz ist schneller wieder verschwunden, als Du denkst.

Also: Du willst mehr Sport machen?

Dann definiere für Dich ganz genau was das heißt.

Lege fest: „Ab heute gehe ich jeden Montag um 18 Uhr für eine Stunde ins Fitnessstudio“ oder „Ab heute gehe ich jeden Montag nach der Arbeit direkt joggen“.

Wenn Du schreibst: „Ab heute gehe ich jeden Montag ins Fitnessstudio“, hast Du schon verloren.

Denn: Wenn Du mal keine Lust hast, kannst Du immer wieder aufschieben. Nachmittags sagst Du Dir dann, Du gehst abends und abends sagst Du dann, Du verschiebst es auf den nächsten Tag.

Wenn Du einen guten Vorsatz wirklich durchziehen willst, dann beschließe ihn so, dass Ausreden keine Chance mehr haben.

Wenn Du jeden Montag nach der Arbeit ins Fitnessstudio gehen „musst“, dann gibt es keinen anderen Zeitpunkt. Du kannst Dich nicht rausreden. Es gibt nur Montag nach der Arbeit. Alles andere zählt nicht.

Knüpfe den Vorsatz an etwas Festes, wie eine Uhrzeit oder ein Ereignis, das auf jeden Fall stattfindet (wie eben z. B. „nach der Arbeit“).

4. Disziplin gehört dazu

Ja, es gibt die Tage, an denen Du vielleicht überhaupt keine Lust hast. Und genau deswegen musst Du die Möglichkeit, Dir selbst eine Ausrede vorzulegen, so gering wie möglich halten.

Mache Dir außerdem klar: Disziplin gehört dazu. Disziplin bedeutet zu handeln, auch in den Momenten, in denen Du keine Lust hast.

Deswegen ist ja auch der erste Punkt dieser Liste so wichtig (das mit dem „nur eine Sache auf einmal“).

Wenn Du Dir vorgenommen hast, dreimal die Woche Sport zu machen, Dich jede Mahlzeit nur noch gesund zu ernähren und jeden Morgen eine Stunde früher aufzustehen, dann wird dieses Kartenhaus früher oder später einbrechen.

Wenn Du das nämlich nicht gewohnt bist, dann wird das einfach zu viel und auch Deine Disziplin wird dabei wahrscheinlich nicht ausreichen.

Wenn Du Dir aber eben nur vorgenommen hast, einmal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, dann überstehst Du die Phasen, in denen Du einfach keine Lust hast, mit Deiner Disziplin. Da zwingst Du Dich dann ein paar Mal hin und schon wird die Sache leichter.

Und es ist eben machbar, da es so wenig ist.

5. Mache den Entschluss so stark Du nur kannst

Wenn Du Dich dazu entscheidest, einen neuen Vorsatz anzugehen, dann entscheide Dich entweder ganz bewusst und richtig dafür oder dagegen.

EntschlussWer sich innerlich sagt: „Ab jetzt wird alles anders…“ und nicht weiter darüber nachdenkt, wird wahrscheinlich nicht weit kommen.

Es ist wichtig, dass Du eine felsenfeste Entscheidung triffst. Das kannst Du beispielsweise schriftlich machen. Du kannst einen Vertrag mit Dir selbst schließen und Dir einen Zeitraum vornehmen, in dem Du den neuen Vorsatz auf jeden Fall durchziehen wirst.

Du kannst auch etwas mehr Druck dahinter packen, indem Du jemandem Geld gibst und es nur zurück erhältst, wenn Du Deinen Vorsatz wirklich durchgezogen hast.

Triff eine starke Entscheidung!

Zusammenfassung

Das mit den guten Vorsätzen ist so eine Sache. Geht man erst mal seit sechs Monaten ins Fitnessstudio oder raucht schon seit einem Jahr nicht mehr, sieht es immer viel leichter aus, als zu Beginn.

Wenn Du also wirklich etwas ändern möchtest, dann halte Dich an die oben beschriebenen simplen Regeln. Wenn Du das wirklich machst, dann wirst Du Deinen guten Vorsatz auch durchziehen!

Click Here to Leave a Comment Below 0 comments

Leave a Reply:

Erfahrungen & Bewertungen zu Stephan Wießler