Entscheidungsfindung – Wie Du in vier einfachen Schritten wichtige Entscheidungen triffst

Vielleicht kennst Du folgende Situation: Du stehst vor einer schwierigen Entscheidung, und weißt einfach nicht, was gerade das Richtige ist. In Deinem Kopf geht es hin und her. Gedanken entstehen, die das Für und Wider gegeneinander abwiegen. Doch zu einer wirklichen Entscheidung kannst Du einfach nicht gelangen. Das kann soweit führen, dass Du Dich über Tage, Wochen oder sogar Monate mit diesem Hin und Her quälst.

Das ist allerdings gar nicht notwendig, denn Du kannst lernen, Entscheidungen ganz bewusst zu treffen. Im Folgenden stelle ich Dir eine Technik vor, mit der Du diese Entscheidungsfindung erleichtern kannst. Sie berücksichtigt sowohl rationale als auch emotionale/intuitive Aspekte und besteht aus vier einfachen Schritten, die Du einfach nur befolgen musst.

So triffst Du wichtige Entscheidungen

1. Erstelle eine Pro- und Kontra-Liste

Die Pro- und Kontra-Liste ist ein Klassiker und stellt ein gutes Fundament für Entscheidungen dar. Sie gibt Dir Klarheit und Fokus, da Du Deine vielleicht wirren Gedanken auf Papier bringst. Das ist der rationale Teil dieser Technik.

Nimm Dir ein Blatt Papier und schreibe alle Entscheidungsmöglichkeiten darauf. Anschließend schreibst Du zu jeder Möglichkeit die Vorteile und die Nachteile der jeweiligen Entscheidung auf. Mache Dir eine übersichtliche Liste. Am besten machst Du pro Entscheidung eine Spalte für Vorteile und eine für Nachteile. Schreibe dann zu jeder Möglichkeit alle Vorteile und dann alle Nachteile auf und mache dann mit der nächsten Möglichkeit weiter.

Das gibt Dir bereits einen ersten Überblick und schafft Klarheit. Wenn Dir mehrere Entscheidungen zur Verfügung stehen, kannst Du nach diesem Schritt eventuell schon die Möglichkeiten streichen, deren Nachteile eindeutig die Vorteile überwiegen.

2. Reise in die Zukunft

Als zweiten Schritt suchst Du Dir eine bequeme Sitz- oder Liegemöglichkeit. Gehe als nächstes in einen angenehmen Entspannungszustand. Sitze oder Liege einfach nur da und entspanne Deinen Körper. Lass die Gedanken fließen und nimm etwas Abstand von ihnen. Es ist wichtig, dass Du etwas loslassen kannst in diesem Moment.

Sobald Du Dich in einen angenehmen Zustand der Entspannung versetzt hast, reise gedanklich ein Jahr in die Zukunft. Stell Dir einfach vor, es ist ein Jahr vergangen und Du hast vor einem Jahr eine Entscheidung getroffen, also heute.

Schaue aus dieser Situation heraus das vergangene Jahr an und schau für Dich, was in diesem Jahr alles geschehen ist. Spiele genau dieses Szenario mit allen Entscheidungsmöglichkeiten durch. Gehe einfach eine Entscheidungsmöglichkeit nach der anderen durch und stell Dir jeweils vor, was sich in diesem Jahr bei jeder einzelnen Möglichkeit in Deinem Leben verändert hat. Achte dabei vor allem auf Deine Gefühle.

Wie fühlt sich Dein Leben bei jeder einzelnen Entscheidung an? Bei welcher Entscheidung fühlt es sich am besten an?

Gehe nun einen Schritt weiter und stell Dir vor, Du wärst von heute ab fünf Jahre in der Zukunft. Gehe auch jetzt wieder jede einzelne Entscheidungsmöglichkeit durch und schau, wo Du Dich jeweils in fünf Jahren befinden wirst.

Stell Dir dabei folgende oder ähnliche Fragen: Wie sieht mein Leben aus? Bin ich glücklicher oder unglücklicher als vor fünf Jahren? Wie fühle ich mich? Was hat sich alles in meinem Leben verbessert? Will ich das haben? Wie ist mein Leben in den letzten fünf Jahren verlaufen? Fühlt sich das gut und richtig an? Welche Möglichkeiten habe ich genutzt durch diese Entscheidung? Was hat sich alles Neues ergeben, dadurch, dass ich mich dafür entschieden habe? Wie geht es mir heute? Wie sieht mein Umfeld aus?

Wiederhole das für jede einzelne Entscheidungsmöglichkeit. Dadurch wirst Du ein Gespühr dafür entwickeln, was sich richtig und was sich falsch anfühlt.

Als nächsten Schritt stelle Dir vor, Du wärst zehn Jahre in der Zukunft und wiederhole die Fragen für jede Möglichkeit. Stell Dir auch hier wieder vor, wie es wäre jetzt in zehn Jahren in der Zukunft zu sein und schau auf ein Leben zurück.

Zum Abschluss gehst Du noch 20 Jahre in die Zukunft und machst dieselbe Übung noch einmal. Auch dieses Mal stellst Du Dir die Fragen und lässt die 20 Jahre vor Deinem inneren Auge ablaufen.

Nimm dir für die Übung so viel Zeit wie Du brauchst und achte dabei besonders auf die Gefühle und Empfindungen. Diese sind in der Regel ein guter Indikator und können Dir eine Richtung geben, die Du oftmals selbst nicht erklären kannst. Lerne diesen Gefühlen zu vertrauen.

3. Schreibe Deine Erfahrung auf

Wenn Du fertig damit bist, dann setzte Dich hin, nimm wieder ein Blatt Papier und einen Stift und schreibe alles nieder, was Du bei der Übung erfahren hast. Lass Dir auch beim Aufschreiben alle Zeit, die Du brauchst. Schreibe einfach alles auf, was Dir in den Sinn kommt.

Zu diesem Zeitpunkt wirst Du schon merken, welche Entscheidung die Richtige für Dich ist.

4. Triff eine Entscheidung und stehe dazu

Nachdem Du alles niedergeschrieben hast, triff eine Entscheidung. Du kennst jetzt alle Vorteile und alle Nachteile jeder Entscheidungsmöglichkeit und hast ein Gefühl dafür entwickelt, was richtig und was falsch für Dich in Bezug auf Dein zukünftiges Leben ist.

Entscheide Dich jetzt und dann stehe auch dazu. Triff eine Entscheidung und verspreche Dir selbst, dass Du diese Entscheidung auch durchziehen wirst. Auch das kannst Du schriftlich machen. Setze Dir selbst einen Vertrag auf, in dem Du Dir versprichst, zu dieser Entscheidung zu stehen und alle Schritte unternimmst, die dafür notwendig sind.

 

Diese Technik ist wirklich einfach und effektiv. Du kannst Sie immer verwenden, wenn Du vor einer schwierigen Entscheidung stehst. Vergiss dabei nicht, alle Schritte zu beachten, denn es ist nicht nur wichtig, eine Entscheidung zu treffen, sondern dieser dann auch wirklich Taten folgen zu lassen.

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Heike Lorenz - 24. März 2013

Genau – einfach mal zu einer Entscheidung stehen, egal ob man selbst oder andere nachträglich Zweifel anmelden. Sonst kommt es dauernd zu Stillstand und der bringt einen ja nun gar nicht weiter 😉

Reply
Mario - 24. Juni 2014

Stephan, kannst Du mir bitte sagen, warum das erst heute in meiner Timeline bei Facebook auftaucht?

Reply
    mail@stephanwiessler.de - 26. Juni 2014

    Na, weil ich immer mal wieder ältere Artikel bei Facebook einstelle.

    Hättest Du den Artikel früher gebraucht?

    Reply

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