Die Angst zu versagen – in 7 Schritten überwinden!

So macht sich die Angst zu versagen bemerkbar

Versagensangst

Es gibt verschiedene Reaktionen Deines Körpers, genauso aber auch Deines Verstandes, die Dir zeigen, dass Du von Versagensängsten betroffen bist.

Wenn Dir einige der folgenden Punkte bekannt vorkommen, kann es also gut sein, dass Du unter der Angst zu versagen leidest:

1. Du schiebst auf

Hinter ständigem Aufschieben bzw. Prokrastination verbirgt sich oft die Angst zu versagen. Denn wenn unbewusst diese Angst den Ton angibt, sucht das Gehirn nach Mitteln und Wegen um genau das zu vermeiden, wovor es Angst hat.

Und wenn man gar nicht erst mit etwas anfängt, dann kann man auch nichts falsch machen.

2. Du hast gute Ausreden

Ist Dir schon Mal aufgefallen, dass Dir Deine Ängste und Unsicherheiten sehr ausgeklügelte Gedanken und Ausreden in Dein Gehirn schicken?

Du kannst Deinen Chef gerade nicht um eine Gehaltserhöhung bitten, denn er ist bestimmt gerade in einem Meeting…

Du brauchst heute mit dem Schreiben der Abschlussarbeit gar nicht mehr anfangen, schließlich ist Freitag und montags kann man viel besser beginnen…

Du kannst die hübsche Frau jetzt nicht ansprechen, denn sie hat bestimmt einen Freund…

Solche Sätze sind nichts anderes als Ausreden. Dein Gehirn sucht nur nach Gründen, um Deiner Angst recht zu geben und rational zu begründen, warum etwas nicht geht.

Dass diese Ausreden bei näherer Betrachtung aber nichts anderes sind, als eben Ausreden, sollte eine wichtige Erkenntnis für Dich sein, um Dir Deine Ängste bewusst zu machen.

Denn wenn Du darüber nachdenkst, halten sie Dich genau von dem ab, was Du eigentlich wirklich willst: Du willst die Gehaltserhöhung, den Abschluss und die hübsche Frau.

3. Du traust Dir nichts zu

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass Du unter der Angst zu versagen leiden könntest, erkennst Du daran, wenn Du Dir generell nicht viel zutraust.

Wenn Du viele Gedanken hast, die Dich selbst abwerten, Dich und Deine Taten schlecht reden, andere besser stellen und Dich immer als nicht gut genug abstempeln.

Hast Du manchmal Gedanken und Ideen, die sich im ersten Moment richtig gut anfühlen, die Du aber sofort wieder verwirfst, weil sie Dir absurd vorkommen oder Du denkst, dass Du das sowieso niemals schaffen kannst?

Hast Du keine großen Ziele, sondern bleibst lieber auf dem Teppich?

Hast Du Dich mit Deiner Situation abgefunden und hast keinen Antrieb, etwas zu verändern?

Kann es sein, dass Du Dir einfach nichts zutraust?

4. Du vermeidest Situationen, in denen Du Dich blamieren könntest

Die Präsentation, die Rede vor der Gruppe und das Telefonat mit dem neuen Kunden überlässt Du gerne anderen, denn Du tust alles dafür, Dich bloß nicht zu blamieren.

Auch das ist ein klares Anzeichen dafür, dass Du eine starke Angst zu versagen hast.

5. Du triffst nicht gerne Entscheidungen

Dir fällt es schwer, Dich zu entscheiden und gerade bei schweren Entscheidungen kommst Du immer wieder ins Zweifeln, Grübeln und nachdenken.

Schau Dir dazu auch dieses Video an:

6. Du hast körperlich Symptome

Ängste machen sich durch Herzklopfen, Schweißausbrüche, wirre Gedanken, innere Unruhe und Unsicherheit bemerkbar. Ähnlich – aber nicht ganz so stark ausgeprägt – wie bei einer Panikattacke.

7. Du sabotierst Dich immer wieder selbst

Hast Du immer wieder das Gefühl, Dir selbst im Weg zu stehen?

Tust Du häufig Dinge, die Dir langfristig eher schaden als nutzen?

Reißen Dich Deine Gedanken oft aus der Konzentration und es fühlt sich so an, als wolle ein Teil von Dir Dich nicht arbeiten lassen?

Machst Du manche Dinge viel zu schlampig, obwohl das Ergebnis sehr wichtig ist?

Das können Zeichen sein, dass Du Dich selbst boykottierst, eben aus der Angst zu versagen heraus.

8. Du hast überhöhte Erwartungen an Dich selbst

Überlege Dir mal, was Du von Dir selbst erwartest. Kann es sein, dass das viel zu viel ist. Oder sogar Dinge, die unmöglich sind?

Selbst wenn Du eine Aufgabe gut fertig gestellt hast, bist Du dann immer noch nicht zufrieden?

Überdenken Deine Erwartungen.

9. Leidest Du an Perfektionismus?

Wenn Du mit Aufgaben niemals fertig wirst, weil Du immer wieder etwas verbessern musst und nie zufrieden bist, kostet das sehr viel Zeit und Energie.

Und dahinter verbirgt sich auch die Angst zu versagen, nicht anerkannt zu werden oder sich zu blamieren.

Du merkst also: Die Angst zu versagen hat viele Gesichter und wenn Du nicht bewusst mit ihr umgehst, kann sie sich Dir ganz schön in den Weg stellen und Dich von einem schönen und erfüllten Leben abhalten.

Du kannst dagegen aber natürlich etwas tun! Den ersten Schritt bist Du bereits gegangen. Denn wenn Du Dir Deine Verhaltensweisen bewusst machst, kannst Du sie verändern. Und das hast Du gerade getan.

Bevor wir aber dazu kommen, wie Du Deiner Angst zu versagen begegnen kannst, schauen wir uns noch die Ursachen für eine solche Angst an.

Wie entsteht die Versagensangst?

Die Angst zu versagen entsteht in der Kindheit. Wenn Deine Eltern Dich nur dann gelobt haben, wenn Du ihre Erwartungen erfüllt hast. Wenn sie zu hohe Erwartungen an Dich geknüpft haben, die Du nicht erfüllen konntest. Und wenn Sie Dich abgelehnt haben, wenn Du eben nicht ihren Ansprüchen genügt hast, dann hast Du gelernt, dass Du nur gemocht wirst, wenn Du tust, was andere von Dir wollen.

Diese Erziehung führt dann zu Minderwertigkeitskomplexen und diese wiederrum führen zu einer ständigen Suche nach Anerkennung. Und damit einher geht die Angst zu versagen. Denn wenn man versagt, wird man abgelehnt und bekommt eben nicht die Anerkennung, die man die ganze Zeit sucht.

Daraus können aber auch andere Angstzustände oder sogar eine Angststörung entstehen. Solltest Du davon betroffen sein, erwäge auch, Dir professionelle Hilfe zu suchen.

Mehr zu Thema Minderwertigkeitskomplexe und deren Überwindung findest Du hier: www.stephanwiessler.de/minderwertigkeitskomplexe

Schau Dir dazu auch das Video an:

7 Punkte, um Deine Angst zu versagen zu überwinden

Du willst Deine Versagensängste aktiv angehen, Dich ihnen stellen und sie überwinden?

Dann halte Dich an die folgenden 7 Punkte:

1. Mache Dir bewusst, dass es keine Fehler gibt

Die erfolgreichsten Menschen sind diejenigen, die auch am meisten Fehler gemacht haben. Die Art und Weise, wie Du über Fehler denkst, macht den entscheidenden Unterschied aus.

Wenn Du mit allen Mitteln versuchst, Fehler zu vermeiden, wirst Du am Ende gar nichts erreicht haben.

Fehler zu machen gibt es so gesehen nicht. Es gibt immer nur das Ergebnis einer Entscheidung. Und wenn dieses Ergebnis nicht Deiner Erwartung entspricht, dann wird von Fehler gesprochen.

Aber es ist kein Fehler. Es ist nur ein Ergebnis, das Du so nicht wolltest. Jetzt heißt es: Nochmal von Vorne!

Du entscheidest, wie Du mit diesen „Fehlern“ umgehst. Du kannst Dich hineinsteigern, Dir Vorwürfe machen, Dich schlecht fühlen und in Selbstmitleid suhlen.

Oder Du siehst sie als das, was sie sind: Eine Lernerfahrung. Und meiner Meinung nach besteht genau dort der Sinn des Lebens: Mache Erfahrungen.

Stelle Dir bei jedem „Fehler“ die Frage: Was kann ich daraus lernen?

Wenn Du das mal verinnerlichst, wird es Dir ungeahnte Möglichkeiten offenbaren.

2. Schau Dir den schlimmsten Fall an, den Worst Case

Du hast Angst vor etwas? Schau Dir mal genau an, vor was Du wirklich Angst hast.

Du hast Angst Dich zu blamieren, wenn Du bei der Präsentation einen Häger hast? Und dann? Was passiert dann?

Dann lachen alle Kollegen über Dich.

Und dann? Was passiert dann?

Wenn Du ins Büro kommst, schauen Dich alle an.

Und dann? Was passiert dann?

Das ist Dir unangenehm.

Und dann? Was passiert dann?

Merkst Du worauf das hinausläuft? Wenn Du Dir mal ganz genau anschaust, wovor Du Angst hast, wirst Du immer feststellen, dass es gar nicht so schlimm ist. Schön ist es nicht, aber es ist auch nicht wirklich schlimm.

Du hast dann immer noch weitere Möglichkeiten.

3. Stärke Dein Selbstvertrauen

soziale Phobie

Arbeite ganz generell an Deinem Selbstvertrauen. Das machst Du am besten, indem Du durch Deine Ängste durch gehst. Immer und immer wieder.

Du hast Angst vor etwas?

Tu es!

Am besten jeden Tag. Jedes Mal, wenn Du Dich Deiner Angst stellst, wird es leichter. Du lernst mit Deinen Ängsten und anderen Gefühlen viel besser umzugehen und gewinnst dadurch an Sicherheit.

Hier findest Du noch mehr Tipps, um an Deinem Selbstvertrauen zu arbeiten: 9 starke Techniken für ein felsenfestes Selbstvertrauen

4. Suche Dir Deine Zukunft bewusst aus

Welche Bilder erschaffst Du wohl im Kopf, wenn Du daran denkst, wie Du die Präsentation vor dem Chef vor lauter Aufregung vergeigst?

Na Bilder genau davon. Währen Du Dir dieses Szenario vorstellst, kreierst Du innere Bilder auf denen Du genau das siehst.

Diese Bilder kannst und solltest Du bewusst ändern.

Was würdest Du Dir vorstellen, wenn Du wüsstest, dass die Präsentation sehr gut verläuft?

Wie würdest Du Dich nach der Präsentation fühlen, wenn sie nach Deinen Vorstellungen verlaufen würde?

Wie sieht Dein Chef dann aus? Klatscht er? Lächelt er? Sagt er etwas?

Du kannst Dir selbst innere Bilder erschaffen, in denen Du genau das siehst.

Und jetzt komm mir nicht damit, dass Du das nicht kannst, weil das ja unrealistisch ist usw.

Was glaubst Du denn, wie genau Du das lernst? Genau so!

Nimm den Erfolg gedanklich bereits vorweg. Übe es, so zu denken, wie Du es Dir wünschst.

Mehr dazu findest Du hier: Wie Du die Macht der Gedanken für Dich nutzt

5. Nimm Rückschläge nicht persönlich

Wenn etwas nicht so funktioniert, wie Du es gerne hättest, dann nimm das nicht persönlich. Knüpfe nicht Deine gesamte Person an diesen Misserfolg.

Denn wenn Du das machst, denkst Du automatisch, dass Du das Problem bist und dass es an Dir liegt.

Mache Dir stattdessen bewusst, dass Rückschläge einfach passieren und dass das völlig normal ist. Das hat nichts mit Dir als Person zu tun. Das passiert einfach.

Nur weil eine Entscheidung von Dir zu einem unerwünschten Ergebnis geführt hat, bist nicht Du schlecht! Du bist nicht Deine Entscheidung. Sie ist nur ein Teil von Dir. Identifiziere Dich nicht damit.

6. Nimm Deine Angst zu versagen an

Nimm Deine Angst an. Versuche nicht, sie loszuwerden, sondern nimm sie in Deinem Körper wahr. Entspanne Dich und spüre in Deinen Körper hinein.

Wo befindet sich die Angst genau? Fang an, genau zu fühlen, wo in Deinem Körper dieses Gefühl sitzt. Und dann atme dort hinein und erlaube der Angst da zu sein.

Und dann fange an zu handeln. Stelle Dich der Herausforderung. So sammelst Du nach und nach Erfolgserlebnisse und Du wirst Dich immer mehr auf Dich verlassen.

Wie Du lernst, mit Deinen Gefühlen richtig umzugehen, erfährst Du hier: Dein inneres Kind heilen

7. Stelle Dir die richtigen Fragen

Wenn Du vor einer Situation stehst, vor der Du Angst hast, dann stelle Dir die richtigen Fragen:

Ist es für andere wirklich so wichtig, wie ich mich verhalte?

Brauche ich die Anerkennung der anderen wirklich?

Was wird wahrscheinlich passieren?

Stelle Dir Fragen, die Dich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

​Du wirst merken, dass sich nicht die ganze Welt nur um Dich und Dein Ängste dreht. Andere Menschen sind viel mehr mit sich selbst beschäftigt.

Zusammenfassung

Wenn Du glaubst an Versagensängsten zu leiden und Dir nichts zutraust, dann fang an, Dein Denken und Dein Handeln zu verändern.

Schließe Frieden mit Deiner Angst und stell Dich den Herausforderungen des Lebens. Daran wirst Du wachsen und Deine Ängste werden gehen. Du musst es nur regelmäßig und konsequent tun!

Wenn Du noch mehr an Dir und Deinem Selbstvertrauen arbeiten möchtest, schau Dir hier unten meinen gratis Kurs für mehr Selbstvertrauen an.

Die Angst zu versagen kann vor einer ganz konkreten Situation auftauchen. Beispielsweise vor einer Prüfung oder einem Vortrag, den Du halten musst.

Sie kann sich aber auch schleichend in Alltagssituationen bemerkbar machen. Zum Beispiel wenn Du Dir generell nichts zutraust oder sehr perfektiontistisch bist.

Wie genau Du die Symptome von Versagensängsten erkennst, wie sie entstehen und wie Du sie überwinden kannst, das erfährst Du in diesem Artikel.

So macht sich die Angst zu versagen bemerkbar

Wie entsteht die Versagensangst?

7 Punkte, um Deine Angst zu versagen zu überwinden

Zusammenfassung

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