5 einfache Taktiken, um sich garantiert schlecht zu fühlen

Hä, was soll das denn?

Ganz einfach! Leider wollen sich manche Menschen schlecht fühlen. Das ist mein voller Ernst. Es gibt Menschen, die sich erst gut fühlen, wenn sie sich schlecht fühlen.

Das sind einfach alte Verhaltensmuster. Denn diese Menschen bekommen irgendetwas Gutes dafür, dass sie sich schlecht fühlen. Z. B. Aufmerksamkeit.

Dass es noch ganz andere Taktiken gibt, um sein Ziel zu erreichen (Aufmerksamkeit bekommen), die nichts mit schlechten Gefühlen zu tun haben, spielt dabei häufig leider keine Rolle.

Denn diese Leute sind einfach in ihren Mustern gefangen. Sie kennens halt nicht anders. Und warum etwas ändern? Es funktioniert ja alles irgendwie.

Fühlst Du Dich lieber gut oder schlecht?

Also, für diejenigen unter Euch, die sich schlecht fühlen möchten, habe ich hervorragende Taktiken zusammengetragen. Damit hast Du ein tolles Sortiment an Möglichkeiten, um Deine schlechten Gefühle so richtig auszukosten.

Für diejenigen, die sich lieber gut fühlen wollen: Auch Du wirst auf Deine Kosten kommen. Denn wenn Du die Techniken kennst, um Dich schlecht zu fühlen, kannst Du ihnen besser aus dem Weg gehen. Und vor allem: Sie bei anderen Menschen besser wahrnehmen und diesen dann evtl. aus dem Weg gehen.

So fühlst Du Dich garantiert schlecht:

1. Nimm möglichst oft die Opferrolle ein

Immer, wenn jemand anderes Schuld an Deiner Misere hat, dann falle sofort in die Opferrolle. Wenn Dein Freund, Deine Freundin, Deine Eltern, der Staat, die Menschheit, die Umstände, Dein Hund, Dein Bruder oder Deine Schwester Schuld daran sind, dass es Dir schlecht geht, dann mache die Schuld möglichst groß und die Verantwortung für Dich selbst möglichst klein!

Sieh ein, dass andere Schuld sind, und Du auch überhaupt gar nichts anderes tun kannst, außer Dich schlecht zu fühlen. Du hast einfach keine andere Möglichkeit.

Mach das möglichst oft: Suche die Schuld woanders und gib die Verantwortung für Dein Leben so weit wie es geht ab.

Damit kannst Du Dich garantiert eine Weile richtig mies fühlen.

2. Suhle Dich in schlechten Gefühlen aus der Vergangenheit

Wenn jetzt gerade niemand oder nichts da ist, wem oder was Du Schuld geben kannst, dann suche einfach in Deiner Vergangenheit nach negativen Erfahrungen, um Dich schlecht zu fühlen.

Und wenn Du etwas richtig Schmerzhaftes gefunden hast, dann bade Dich möglichst lange darin. Tauch so richtig in die negative Erinnerung ein und mache sie so schmerzhaft wie möglich.

Denke bloß nicht daran loszulassen, sondern klammere Dich so fest Du nur kannst an dieses negative Erlebnis. Und dann verweile so lange Du nur kannst in diesem Zustand und lass Dich bloß nicht von Deinen Gedanken ablenken und Dich zurück in die Gegenwart ziehen.

3. Sieh die Zukunft möglichst negativ

Wenn auch das nichts hilft und Du einfach nichts findest, dann male Dir einfach ein paar Worst-Case-Szenarien für die Zukunft aus.

Überlege Dir, was alles in Zukunft in Deinem Leben schlecht laufen kann. Mach Dir eine möglichst konkrete Vorstellung davon, wie Dein Leben komplett den Bach runter geht.

Denke dabei auch bloß an alle Lebensbereiche. Lass nichts aus und mache die Zukunft so schlecht Du nur kannst. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Verweile auch in diesem Zustand möglichst lange und wenn irgendwelche verharmlosende oder gar positive Gedanken auftauchen, dann drücke diese so gut es geht weg. Fokussiere Dich nur auf das Schlechte!

4. Suche Probleme, und Du wirst sie finden

Apropos Fokus. Mache es Dir zur Grundeinstellung, Probleme zu suchen und zu finden. So kannst Du Dich quasi „dauerschlechtfühlen“. Suche überall das Problem. Ich bin mir sicher, Du wirst eins finden.

Jede Sache hat einen Harken, Du musst nur genau hinsehen. Mit etwas Ausdauer und Übung wirst Du auch die schönsten Dinge zerstören können. Fokussiere Dich immer auf das Problem. Und wenn jemand eine Lösung dafür vorschlägt, dann suche sofort ein neues Problem.

5. Es ist Dein gutes Recht, Dich schlecht zu fühlen

Wenn Du Dich so richtig mies fühlst, dann suche auch möglichst viele Gründe, warum Du das darfst. Wenn Du wütend, traurig, ängstlich oder neidisch bist, dann überlege Dir genau, warum das so ist. Dir werden sicher viele gute Gründe einfallen.

Und diese Gründe kannst Du dann nehmen, um diese schlechten Gefühle möglichst lange aufrecht zu erhalten. Auch hier gilt: Mit Einfallsreichtum und Beharrlichkeit wirst Du immer besser werden und vielleicht schaffst Du es dann eines Tages, auch Deinen Mitmenschen möglichst schlechte Gefühle zu machen!

 

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Anwendung! Bleib einfach konsequent dabei, verändere Dich möglichst wenig und mache immer dasselbe. Damit wirst Du garantiert Erfolg haben.

 

Click Here to Leave a Comment Below 3 comments
Ildiko Varga - 14. Februar 2014

Absolut super der Artikel. Witzigerweise habe ich erst gestern auch so einen ähnlichen geschrieben, dadurch bin ich auch auf deinen gestoßen.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man zu diesem Negativ-denken inspiriert ist und wie schnell man da in den Flow kommt. Bei positivem Denken (und damit meine ich konstruktives und kein Wischi Waschi) muss man sich regelrecht „abarbeiten.“ Zumindest ist es so mein Eindruck.

Aber mit negativem kann man sich sofort identifizieren. Deswegen ist es ja auch so wichtig, sich all dem immer bewusst zu sein. Besonders gefährlich finde ich den ersten Punkt, in die Opferrolle zu kommen, ist wirklich sooo einfach, besonders bei unserer heutigen politischen und sozialen Lage, „ach was, der Staat ist eben schuld.“ Und daran merkt man, wie gut es uns doch im Grunde geht.

Früher gab es auch schlecht Politik, es gab auch eine schwierige Marktwirtschaftskrise, und sicherlich gab es auch Menschen, die gern in die Opferrolle schlüpften, aber es wurde generell einfach härter gearbeitet. Das, also dieser Biss, es wirklich zu wollen und durchzuziehen, der fehlt vielen heutzutage leider.

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    mail@stephanwiessler.de - 15. Februar 2014

    Danke, Ildiko.

    Ja, bei dem Artikel hab ich mir auch das Ein oder Andere gedacht.

    Und ja, wir sind wehr verwöhnt. Ich kann und will mich da gar nicht rausnehmen…

    Beste Grüße

    Reply
Benno Blues - 21. Februar 2014

Danke für diese humorvolle Art der Darstellung! Ja, oftmals ist uns nicht klar, was wir eigentlich so tun. Wir fühlen uns hilflos und ausgeliefert und vom Leben benachteiligt. Aber wie heißt es so schon? Das ist alles nur im Kopf!

Benno Blues von http://www.was-ist-depression.net

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