Der richtige Umgang mit Geld – Und was das mit Deinem Selbstvertrauen zu tun hat

Wie ist Dein Umgang mit Geld? Was denkst Du über Geld? Und vor allem: Was fühlst Du in Bezug auf Geld?

Fangen wir mit einer kleinen Übung an:

Ich kenne jemanden, der hat sich gerade einen Lamborghini gekauft (wirklich!). Was denkst Du darüber?

Ich mache gerne Urlaub in fünf-Sterne-Hotels. Wie geht es Dir, wenn Du das liest?

Meine Eltern gehen gerne mal für 100 € pro Person essen. Was hältst Du davon?

Wenn Du Dir diese Sätze durchliest, wie fühlt sich das dann für Dich an? Was denkst Du darüber?

Versuche mal für Dich die Gefühle und Gedanken zu beschreiben, die sich bei Dir entwickeln. Ist es eher Wut oder Ärger? Deuten Deine Gedanken darauf hin, dass Du das unnötig findest oder nicht verstehen kannst?

Oder ist es eher Neid? Oder sogar Hass?

Oder freust Du Dich und kannst das gut verstehen so zu leben?

Was geht genau in Dir vor?

Was Dein Umgang mit Geld mit Dir zu tun hat

Ich habe letztens eine Blogparade gestartet. Dabei ging es darum, dass viele Blogger auf ihrem Blog ein paar persönliche Fragen beantworten.

Eine der Fragen war: Wie ist Dein derzeitiger Kontostand?

Und diese Frage war für viele Blogger ein Grund, nicht bei der Parade mitzumachen.

Mir ist dadurch eines klar geworden:

„Geld ist in unserer Gesellschaft massiv an Emotionen geknüpft!“

Und es ist egal, welche Gefühle das sind. Ich will hier nicht von gut oder schlecht reden. Darum geht es mir nicht. Ich finde es nur erstaunlich wie stark ein Thema so emotional behaftet sein kann.

Es geht sogar soweit, dass viele Menschen ihren gesamten Selbstwert von ihrem Einkommen abhängig machen. Wer viel verdient, der ist viel wert und wer wenig verdient, der ist weniger wert.

Dieses Muster ist in unserer Gesellschaft sehr weit verbreitet.

psychologie des GeldesUnd auf der anderen Seite gibt es Menschen, die Geld und Reichtum strikt ablehnen und einen minimalistischen Lebensstil bevorzugen. Und manchmal sind es dann genau diese Menschen, die eigentlich gerne mehr hätten.

Die Bandbreite ist vielfältig und mir geht es hier nicht darum zu bewerten, welcher Lebensstil richtig und welcher falsch ist. Mir geht es darum, dass Du Dir einen bewussten Umgang mit Geld schaffst und genau weißt, was Du willst und warum Du das willst. Mir geht es um Klarheit und eine bewusste Entscheidung.

Denn nach meiner Ansicht laufen sehr viele Menschen mit dem Muster umher reiche Menschen für ihren Reichtum zu verurteilen und gleichzeitig gerne mehr Geld haben zu wollen.

Und das geht meiner Erfahrung nach nicht!

Denn wenn Du Menschen, die viel Geld haben, verurteilst, dann lehnst Du unbewusst zeitgleich Geld ab. Denn unbewusst denkst Du dann, dass Du auch so ein Mensch wirst, wenn Du viel Geld hast. Und da Du so nicht sein willst, wirst Du auch kein Geld verdienen!

Deswegen auch die Eingangsübung.

Wenn Deine Emotionen das Geld betreffend eher negativ sind (also wenn Du negative Emotionen bei den Eingangsfragen hattest), dann wirst Du auch nicht viel Mühe aufwenden, um selbst reich zu sein.

Du musst jetzt nicht anfangen, es gut zu finden einen Lamborghini zu fahren oder nur in fünf-Sterne-Hotels zu gehen. Dir sollten nur Deine Emotionen darüber klar sein.

Statt das abzulehnen könntest Du auch denken: „Wenn ich so viel Geld hätte, dann würde ich es anders ausgeben.“

Und wenn Du wirklich mehr Geld haben willst, dann muss Dir eines klar sein:

„Wenn Du mehr Geld willst, dann musst Du es wirklich wollen!“

Viele wollen nämlich mehr Geld (auf der einen Ebene) aber auf einer anderen Ebene lehnen sie es ab. Nämlich genau so, wie oben beschrieben. Sie lehnen alles ab, was zu dem Geld dazu gehört.

Deswegen mein Rat an Dich: Befreie Dich von negativen Emotionen bzgl. des Geldes!

Dann kannst Du nämlich frei entscheiden, wie viel Du haben möchtest.

Ohne dass Du Dich selbst korrumpierst.

Befreie Dich von Deinen Glaubenssätzen, dass Geld etwas Schlechtes sei (sofern Du mehr davon haben möchtest) und Freunde Dich mit Geld an.

Ich betone es nochmal: Du musst nicht reich werden, aber meistens kommen doch die Vorbehalte gegen Geld genau von den Menschen, die keines haben.

Überlege Dir also genau, was Du willst.

Was könnte Dir Geld bringen?

Bei der negativen Seite waren wir ja nun.

Schauen wir uns die Sache mit dem Geld mal von der anderen Seite an:

Was wäre denn, wenn Du auf einmal reich wärst?

Was würdest Du tun, wenn Du jetzt 10 Millionen € hättest?

Was würdest Du aus Deinem Leben machen?

Wie würdest Du Deine Zeit verbringen?

Was würdest Du Dir kaufen?

Und vor allem: Was könntest Du Gutes damit tun?

Wärst Du bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen?

Ändere Deine innere Welt und betrachte Geld von der guten Seite. Und wenn Du immer noch ein schlechtes Gewissen hast, wenn Du daran denkst, Geld gut zu finden, dann überlege Dir eins: Was bringt Dir das?

Nichts!

Und wenn Du Dir denkst, das ganze Geldsystem ist doch nur Mist und Ausbeute: Daran wird sich nichts ändern, wenn Du kein Geld hast. Im Gegenteil: Du kannst mehr Einfluss darauf nehmen, wenn Du Geld hast.

Was Du jetzt tun kannst, um Deine „Geld-Einstellung“ zu ändern

Ich glaube an Folgendes:

Nur durch den Glauben alleine wirst Du nicht reich. Aber die innere Einstellung ist eine Voraussetzung um reich zu sein! Dann kommt natürlich noch die Arbeit. Das soll aber hier nicht das Thema sein.

Wenn Du jetzt bereit bist, an Deiner Glaubenswelt zu arbeiten und Du Dich für mehr Geld im Leben bereit machen möchtest, dann habe ich ein paar Übungen für Dich:

1. Wie würdest Du leben, wenn Du reich wärst

Wir hatten es ja gerade schon. Aber jetzt wird es konkreter.

Schreibe mal ganz genau folgende Dinge auf ein Blatt Papier:

– Was würdest Du sofort alles kaufen, wenn Du das Geld dazu hättest? Schreibe alles auf UND was es kostet.

– Was würdest Du monatlich ausgeben, wenn Du genug Geld zur Verfügung hättest? Schreibe auch das ganz genau und detailliert auf: Von den Mietkosten bis zum Lebensmittelverzehr. Schreibe genau auf, was Du jeden Monat wofür ausgeben würdest und was Dich das kosten würde.

Mache diese Übung sorgfältig und erlaube Dir zu träumen. Erfasse alles, was Du schon immer mal machen oder Dir kaufen wolltest und bringe diese zwei Listen zu Ende!

2. Laufe mit Geld herum

Ich trage immer einen 100 €-Schein mit mir herum. Aber ich gebe ihn niemals aus! Der ist einfach immer in meinem Geldbeutel und ich sehe ihn täglich, wenn ich meinen Geldbeutel öffne.

Tue dasselbe. Es können auch 500 € sein, wenn Du magst.

Und dann gehe mit folgendem Bewusstsein durch den Alltag: Immer wenn Du Dinge siehst, die Dich interessieren (und die weniger als 100 € bzw. 500 € kosten), dann kaufe sie Dir nicht, sondern denke Dir: Das könnte ich mir jetzt sofort kaufen, wenn ich wollte. Ich habe das Geld dabei und ich könnte mir das jetzt sofort leisten. Freue Dich darüber, dass Du das könntest.

3. Tue immer so, als wärst Du schon reich

Wenn Du etwas Teures siehst, was Dir gefällt, dann tue so, als könntest Du es Dir bereits leisten. Wenn da z. B. der Lamborghini vorbei fährt (und Du auf Lamborghinis stehst), dann tue einfach so, als könntest Du ihn Dir auch leisten.

Stell Dir einfach selbst die Frage: Wie würde es ich anfühlen, wenn ich mir das bereits leisten könnte?

Mache diese Übung immer wieder im Alltag. Stell Dir einfach vor, Du könntest alles haben und versetze Dich in den Zustand, als ob es schon so wäre.

Du wirst merken, wie gut sich das anfühlt.

4. Die „Geld-ausgeb-Übung“

OK, diese Übung hat es in sich. Und ich muss gestehen, ich habe selbst noch nicht gemacht.

Nimm Dir jeden Tag die nötige Zeit für diese Übung. Du brauchst dafür etwas Disziplin, aber ich habe gehört, dass die Übung ziemlich gut sein soll.

Setze Dich an Tag 1 hin und tue so, als müsstest Du jetzt sofort 50 € ausgeben. Und zwar auf den Cent genau. Schreibe ganz genau auf, wofür Du das Geld ausgeben würdest und was genau es kostet. Und kaufe (oder spende oder was auch immer) so viel, bis das Geld komplett ausgegeben ist.

An Tag 2 gibst Du dann auf dem Papier 100 € aus. Du verdoppelst also jeden Tag Deine Ausgaben, musst aber wirklich jeden einzelnen Cent ausgeben und ganz genau dazu schreiben wofür. Du kannst also nicht einfach schreiben: Spenden 45 €, sondern Du musst genau dazu schreiben an welche Organisation.

Jeden weiteren Tag verdoppelst Du das Budget. Also an Tag 3 hast Du dann 200 € und an Tag 4 hast Du 400 € usw.

Wenn Du das 20 Tage lang machst, dann musst Du am letzten Tag 26.214.400 € ausgeben (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Und denke daran: Nur zu schreiben, dass Du ein Haus für 10.000.000 € kaufst, reicht nicht. Du musst genau recherchieren und genau aufschreiben welches Haus Du kaufen wirst!

Bei dieser Übung geht es darum, Dich gedanklich bereits mit Reichtum zu beschäftigen und schon mal Reichtum zu „üben“.

Edit (23.05.15): Ich habe die Übung mittlerweile gemacht und ich kann sie Dir nur ans Herz legen! Es war wirklich spannend zu beobachten, wie sich meine Gedanken durch die Übung geändert haben!

Noch ein paar Grundlagen zum Umgang mit Geld

Die obigen Übungen sind sehr schön, um Dein Bewusstsein für Geld zu erweitern und negative Glaubenssätze loszulassen.

Wie oben schon gesagt: Ich glaube nicht, dass das alleine reicht. Wenn Du wirklich etwas Geld besitzen möchtest, dann musst auch den richtigen Umgang damit lernen.

Dazu kannst Du mit den folgenden Punkten beginnen:

1. Kenne alle Deine Einnahmen und Ausgaben

HaushaltsbuchIch kenne ein paar Menschen, die haben ihr Einnahme- und Ausgabeverhalten nicht im Blick. Sie bekommen monatlich ihr Gehalt und haben ihre Fixkosten, wissen aber nicht genau wie viel das eigentlich ist.

Wenn Du mehr Geld haben möchtest, dann musst Du Geld verstehen! Deswegen kommst Du nicht drumherum alle Deine Einnahmen zu notieren und Deine Ausgaben sowieso.

Ich persönlich mache das so, dass ich auf der einen Seite meine genauen Fixkosten weiß (alle Kosten, die jeden Monat gleich anfallen) und zusätzlich alle meine Einnahmen und Ausgaben notiere. Jeder einzelne Cent, den ich ausgebe wird aufgeschrieben. Ohne Ausnahme!

Zum einen habe ich eine App in meinem Smartphone, in der ich sofort alle Ausgaben notiere wenn ich unterwegs bin. Und dann setze ich mich noch 3-4 Mal im Monat hin und notiere alle Einnahmen und Ausgaben des Monats in einem Buch.

Wenn Du mehr Geld haben willst: Führe ein Haushaltsbuch!

2. Lege jeden Monat Geld zurück

In so ziemlich jedem Geldratgeber (und die sind oft von wirklich reichen Menschen geschrieben worden) gibt es eine goldene Regel:

„Bezahle Dich zuerst!“

Was bedeutet das genau?

Was viele Menschen sofort machen, sobald das Gehalt auf dem Konto ist, ist Rechnungen zu bezahlen. Sie bezahlen also als allererstes jemand anderen.

Diese Regel besagt aber, dass die allererste Bezahlung an Dich selbst erfolgen muss. Am besten machst Du das so, dass Du Dir ein Extrakonto anlegst (ich habe übrigens fünf) und Deine erste Überweisung an Dich selbst geht. Und zwar 10 % Deiner Einnahmen.

Dieses Konto lässt Du weiter wachsen. Und wenn da etwas Geld drauf ist, dann darfst Du dieses Geld nur dazu verwenden, sich zu vermehren. Du musst es also investieren. Und zwar so, dass es mehr wird. Wie das genau geht, das ist Deine Aufgabe herauszufinden (schließlich willst Du ja den Umgang mit Geld lernen).

Aber fang ruhig erst mal damit an, wirklich 10% Deiner Einnahmen beiseite zu legen. Das ist ein wichtiger erster Schritt!

Was hat das Ganze jetzt mit Deinem Selbstvertrauen zu tun?

Ganz einfach: Ich habe es oben bereits beschrieben.

Erstens machen vielen Menschen ihren Selbstwert von ihrem Einkommen abhängig (keine Ahnung ob Du das machst) und zweitens steigerst Du Dein Selbstbewusstsein, wenn Du Dir über Deine Emotionen bzgl. Geld genauestens bewusst wirst.

Denn gerade das unbewusste Ablehnen von Reichtum birgt einige Gefahren.

Also: Werde Dir bewusst, wie es Dir mit Geld ergeht. Lass zu heftige Emotionen los (sie bringen Dich nicht weiter) und dann entscheide frei (!), wie viel Geld Du in Deinem Leben haben möchtest!

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Martin - 8. Mai 2015

Hey Stephan,

eine sehr nützliche Artikel!
Ich versuche immer meine Gedanken für das Geld zu ändern.
Ich sehe das Geld als etwas positives, da alle Geldverschwendung eigentlich für das eigene Wohl gemacht wird. Andere Menschen profitieren aber auch davon ( wenn ich 100 Euro für ein Abendessen hinterlasse, dann werden, die Menschen die das Essen gekocht haben, auch Geld davon bekommen. Die Kellner die das Essen gebracht haben, werden ein gutes Trinkgeld bekommen) So kann man sagen, dass das Geld ständig in einer Bewegung ist und wenn man das als was gutes sieht, dann fühlt man auch kein Schuld das Geld zu verschwenden.
Ich mag die Geld Ausgabe Übung und werde das aufjeden Fall versuchen.
Natürlich manchmal habe ich auch Probleme mit dem Geld, da ich noch Student bin. Ich bekomme immer noch Ünterstützung und öfters fühle ich mich schlecht davon, da meine Eltern auch sagen, dass es schon Zeit ist selbst mein Geld komplett zu verdienen.
Deswegen gehe ich immer noch ziemlich sparsam mit Geld. Das macht mich auch manchmal enttäuscht und beschränkt meine Freiheit.
Was für eine App benutzt du für die Einnahmen und Ausgaben? Ich komme relativ schlecht mit mein Budget selber zu rechnen.

Reply
    mail@stephanwiessler.de - 8. Mai 2015

    Die Geld-Ausgeb-Übung mache ich gerade. Bin gerade an Tag 8. ist sehr spannend.

    Als App habe ich irgendeine Kostenlose genommen. Ich glaube die heißt einfach money.

    Viel Erfolg damit!

    Reply
Thomas - 23. Juni 2015

Ein ganz toller Artikel mit wichtigen Informationen. Leider gibt es immer noch viel zu viele Menschen, die den Umgang mit Geld nie richtig gelernt haben. Vielleicht regt das hier den eiin oder anderen dazu an, sich endlich mehr Gedanken zu diesem Thema und über sein eigenes Verhalten zu machen.

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Karo - 6. Oktober 2019

Hi Stephan,

toller Artikel, die „Geld-ausgeb-Übung muss ich unbedingt mal ausprobieren, klingt wirklich spannend. Mich würde wirklich sehr interessieren von wem Du diese Übung gelernt hast oder aus welchem Buch du sie hast`?

Wir haben auf unserem Blog auch ein Artikel zur diesem Thema publiziert. Ich finde es ergänzt sich ganz gut. Hab´s verlinkt.. 🙂

Liebe Grüße

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