Sex

Sex? – Gerne, wäre da nicht…

Ich liege mit Carolin* (Name von der Redaktion geändert) im Bett. Wir haben uns vor ca. einem Monat kennen gelernt und da sie am anderen Ende von Deutschland wohnt, sind wir in eine Art Fernbeziehung gestolpert.

Ich besuche sie gerade das erste Mal zu Hause und eigentlich kennen wir uns noch gar nicht. Es war Sylvester, als wir uns das erste Mal gesehen haben und neben ein paar Kuscheleinheiten war da noch nicht viel gelaufen.

So liegen wir also da. Mir ist klar, dass wir jetzt die nächsten Schritte gehen. Langsam ziehen wir uns aus und je weiter wir kommen desto mehr steigt meine…

… Aufregung.

Was das hier wird (oder auch nicht)

Dies ist ein Artikel, den ich Rahmen einer Blogparade zum Thema „Meine wichtigste Beziehungserfahrung“ schreibe.

Und glaube mir, das ist wirklich persönlich und hält einige Überraschungen offen. Am Ende des Artikels bekommst Du noch weitere Infos zu dieser Blogparade.

Aber kehren wir zurück zu Carolin und mir…

Wir liegen also da, halb nackt. Und meine gestiegene Aufregung bezieht sich weniger auf eine sexuelle Vorfreude als auf meine Angststörung, die sich voll und ganz in meinem Körper breit macht.

Eine Erektion? – Fehlanzeige!

Mein ganzer Körper zittert. Meine Gedanken kreisen wie wild um sich und ich würde mich am liebsten wie ein kleines Kind unterm Bett verstecken.

Meine Unsicherheit steigt mit jeder Sekunde.

Auf der einen Seite will ich es als Mann „bringen“. Ich will meiner Verehrerin zeigen, was ich „zu bieten habe“. Ich will sie durch ein schönes Abenteuer führen.

Und auf der anderen Seite steigt genau dadurch der Druck. Meine Erwartungshaltung mir selbst gegenüber zieht mich immer weiter in die Verzweiflung. Nichts geht mehr.

Das merkt auch Carolin. Und da wir beide nicht gerade aufgeklärte Erwachsene sind, die sich seriös mit diesem Thema auseinander setzen können, liegen wir schweigend nebeneinander.

Ich fühle mich echt sch…

Es war nicht das erste Mal. Es sollte auch nicht das letzte Mal sein.

Ja, so eine Angststörung hat es in sich.

So viel zum Thema: Meine wichtigste Beziehungserfahrung

Was war daran jetzt so wichtig?

Springen wir in die Zukunft.

Die Geschichte mit Carolin liegt jetzt 10 Jahre zurück. Und mittlerweile lebe ich seit über einem Jahr in einer traumhaften Beziehung.

Und Erektionsstörungen? – Fehlanzeige!

Wie habe ich das Ganze aufgelöst?

Ich würde jetzt gerne schreiben, dass ich dann Technik A und B angewendet habe, und damit war es dann gut.

Aber ganz so leicht war es leider nicht.

Diese „sexuelle Dysbalance“ war ja nur ein Symptom von vielen meines emotionalen Ungleichgewichts.

Mein Weg durch die Angst war der folgende:

Ich habe mich über Jahre hinweg kontinuierlich meinen Ängsten gestellt. Ich habe mich bewusst immer wieder Situationen ausgesetzt, vor denen ich Angst hatte. Um mir selbst zu zeigen, dass diese Angst unangebracht ist.

Und mit jedem Mal, wenn ich das getan habe, habe ich ein Stück von der Angst losgelassen. Ich habe mir jedes Mal selbst gezeigt, dass nichts Schlimmes passieren wird. Und mit jeder „Angstkonfrontation“ ist das Vertrauen in mich gestiegen.

Das war mein Weg, wirkliches Selbstvertrauen aufzubauen.

Wie ich heute mit meiner Partnerin umgehe

Beziehung Ich möchte Dir hier noch ein paar Tipps für eine glückliche Beziehung mitgeben. Denn das ist, was ich über die Jahre gelernt habe. Und das sind Punkte, die mir damals mit Carolin geholfen hätten.

1. Wir reden offen über alles

Ich setze mich einmal pro Woche ganz gezielt mit meiner Freundin zusammen. Und dann reden wir. Einer fängt an und dann darf derjenige alles erzählen, was er will. Wie es ihm/ihr geht. Wie es ihm/ihr in der Beziehung geht. Aber auch im Beruf und allen anderen Lebenssituationen.

Der/die andere fragt weiter nach und hört aktiv und aufmerksam zu. Und irgendwann wechseln wir dann.

Und in diesem Gespräch wird alles auf den Tisch gepackt, was anliegt. Gutes wie Schlechtes. Schönes wie Bedrückendes. Dadurch lösen sich viele potenzielle Konflikte schon im Vorfeld auf.

2. Ich zeige meine Emotionen

Wenn ich eifersüchtig bin, dann sage ich das meiner Freundin. Wenn ich Angst habe, dann zeige ich das. Meine Emotionen sind Teil von mir und ich kann sie (mittlerweile) für mich annehmen und verstehen.

Und so trage ich sie auch nach außen. Auch die Menschen um mich herum dürfen meine Emotionen mitbekommen.

3. Ich gehe auf meine Freundin ein

Wenn meine Freundin mal Stress hat, dann gehe ich auf sie und ihre Probleme ein. Ich bin für sie da und helfe ihr dabei zu verstehen, was gerade in ihr vorgeht.

Ich erkenne, in welchem emotionalen Zustand sie sich gerade befindet und unterstütze sie dabei, diesen loszulassen. Das mache ich, indem ich ihr Fragen stelle und ihr offen und klar sage, wie ich die Situation beurteile.

Lerne Deine Emotionen kennen!

Wir alle sind emotionale Wesen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr von Vorteil ist, wenn man seine Emotionen wirklich kennen lernt.

Das geht vor allem durch viele Erfahrungen auf der „Gefühlsebene“. Also durch spüren. Wenn es mir schlecht geht, dann fühle ich in meinen Körper hinein.

Wenn meine Freundin mich umarmt, dann fühle ich ihren Körper an meinem. Ich verlasse meinen Kopf und gehe direkt ins Gefühl. Ich lasse meine Gedanken los.

Wenn Du Dich von negativen Emotionen befreien willst, empfehle ich Dir denselben Weg. Lerne richtig zu spüren!

Wie gesagt, das war mein Weg. Gerne kannst Du auch Deine Erfahrungen mit uns teilen. Weiter unten gibt es dafür die schöne Kommentarfunktion. Ich freue mich, wenn Du mir etwas über Dich und Deine Erfahrungen erzählst.

Das ist mein Beitrag zur Blogparade.

So, genug berichtet. Wie gesagt, das ist mein Beitrag zu der Blogparade. Hier findest Du noch andere, die über ihre Beziehungserfahrungen berichten:

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6 comments

  1. Hi Stephan,

    cooler und sehr persönlicher Beitrag! 🙂

    Ich kenne das Thema auch von mir selbst und habe auch die Erfahrung gemacht, dass nur maximale Entspannung und ein Freimachen von jeglichen Erwartungshaltungen hilft…irgendwann kommt einem dann natürlich auch die Erfahrung zu Gute, die allein schon entspannend wirkt 😉

    LG, Nils

    • Ja, das einem die Erfahrung zu Gute kommt, ist einem in diesem Moment noch nicht so klar 🙂
      Aber so ist es oft im Leben: Wir erleben unschöne Dinge und wissen nicht unbedingt, dass das auch etwas Gutes an sich hat.

      Wir können aus allem etwas mitnehmen!

  2. Hi Stephan,
    spannend wen man alles so kennen lernt über diese Blogparade.
    Cooles Thema das du da aufgegriffen hast. Hätte ruhig noch etwas ausführlicher sein dürfen. Da erkennen sich sicher sehr viele wieder.
    Das wäre doch mal ein mega Thema für eine Männer-Blogparade:
    Was tun wenn “er” nicht will wie du willst? Oder so ….
    Das fände ich genial. Und da könnten wir Frauen sicher auch noch eine ganze Menge dabei lernen.
    In jedem Fall KLASSE, dass du dich getraut hast.
    Herzliche Grüße
    Ute

    • Danke Dir. Ich finde es wichtig, auch Tabu-Themen anzusprechen. Dadurch können andere sehen, dass sie nicht alleine sind.

      Grüße

  3. Interessant. Der Absatz “Das merkt auch Carolin. Und da wir beide nicht gerade aufgeklärte Erwachsene sind, die sich seriös mit diesem Thema auseinander setzen können, liegen wir schweigend nebeneinander.”
    drückt genau das aus, was Beziehungen nicht witzig macht. Beide waren nicht “Manns genug”, um wertschätzend und offen damit um zu gehen. Das zu lernen, sich selbst immer mehr zu stärken, ist das beste,was wir für uns, unsere Partner (und als Vorbild für unsere Kinder) tun können.
    Klasse! Danke für deine Offenheit.
    Herzliche Grüße
    Melanie

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