Schüchternheit überwinden in 12 klaren Schritten!

Glaubt man der Shyness-Klinik in Kalifornien, legen 80 % aller Menschen immer mal ein schüchternes Verhalten an den Tag. Denn auch extrovertierte Menschen können in soziale Situationen geraten, in denen sie sich unsicher fühlen.

Unabhängig davon kann jeder seine Schüchternheit überwinden und ein offenerer und geselligerer Mensch werden.

Wie das geht erfährst du im folgenden Artikel.

Wie drückt sich Schüchternheit aus?

Selbstvertrauen

Schüchternheit zeigt sich in sozialen Interaktionen. Häufig gehen damit typische Angstsymptome, wie Schweißausbrüche, Herzklopfen, wirre Gedanken und ein beengendes Gefühl einher. Nach Dr. Lydia Fehm tritt die Schüchternheit stärker auf, je unbekannter die sozialen Zusammenhänge (Quelle: http://www.report-psychologie.de/fileadmin/user_upload/Thema_des_Monats/2-13_Fehm.pdf).

Außerdem ist sehr typisch: Je mehr Personen anwesend sind, desto schwieriger ist die Situation für den Schüchternen. Es gibt aber auch Fälle, in denen gerade die Nähe zu einer einzelnen Person zu enormer Unsicherheit führt.

Folgende Symptome treten dabei zum Vorschein:

1. Angst und Unsicherheit

Wie bereits erwähnt drückt sich Schüchternheit durch Ängste und Unsicherheiten aus. Dabei fällt es dem Betroffenen schwer, ein Gespräch aufrecht zu erhalten oder sich in einer Gruppe überhaupt zu äußern.

Die Zunge wird schwer, die Kehle schnürt sich zu, dem Schüchternen fällt es sehr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen und Augenkontakt zu seinem Gegenüber herzustellen. Es kann auch zu einem Pochen oder Zittern kommen.

Der Betroffene hat dabei das Gefühl, sein gegenüber nehme diese Symptome ganz genau wahr. Dadurch steigt die Unsicherheit noch mehr.

2. Wirre Gedanken

Ein Hauptbestandteil der Schüchternheit sind die unklaren Gedanken. Dadurch kann der Schüchterne in vielen Fällen keine flüssige und entspannte Konversation führen. Er dreht sich mit den Dingen, die er sagen könnte im Kopf im Kreis und setzt sich dadurch innerlich nur noch mehr unter Druck.

3. Vermeidung

Durch diese Symptome vermeiden schüchterne Menschen dann auch jegliche Situationen, in der sie sich der Angst ausgesetzt sehen.

Auf der einen Seite suchen sie Nähe und Kontakt zu Menschen, aber auf der anderen Seite halten sie immer eine gewisse Distanz.

W​o kommt Schüchternheit her?

selbstbewusster werden

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft liegt der Ursprung der Schüchternheit zwischen 24 % und 51 % in den Genen begründet (Quelle: ​https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/angstforscher-im-interview-schuechterne-lieben-besser-1492891.html).

Aber auch die Erziehung spielt dabei eine bedeutende Rolle: wurde das Kind sowohl überbehütet und auf der anderen Seite oft kritisiert und abgewertet, kann dies zu einer späteren sozialen Phobie führen.

Und die Grenzen zwischen Schüchternheit und sozialen Ängsten ist fließend. Dennoch muss hier ganz klar differenziert werden: bei der sozialen Phobie handelt es sich um eine psychische Erkrankung und Schüchternheit ist lediglich ein Temperamentsmerkmal.

Mache den Test! Wie schüchtern bist du?

Schüchternheit überwinden: der 12 Schritte-Plan!

schüchterner Mann

Wenn du deine Schüchternheit ablegen möchtest, dann halte dich an die folgenden zwölf Schritte. Sie helfen dir dabei, mehr aus dir heraus zu kommen, deine Gefühle zu verstehen und dich zu öffnen.

Dabei ist allerdings dein eigenes Handeln gefragt. Du musst deine Vermeidungsmuster bewusst wahrnehmen und aktiv ersetzen.

Fangen wir aber von vorne an:

1. Schüchternheit ist kein Fehler!

Diese Erkenntnis ist ein großer Schritt in Richtung Freiheit. In unserer Gesellschaft wird Schüchternheit oft als Makel oder Fehler dargestellt. Wenn du schüchtern bist, hast du diese Denkweise sehr wahrscheinlich für dich übernommen.

Nichts liegt der Realität ferner. Während Introvertierte sich damit gut fühlen, sich zurückzuhalten und ruhig zu sein, glaubt der Schüchterne, sich anders verhalten zu müssen.

Akzeptiere deine Schüchternheit! Hör auf, gegen sie anzukämpfen. Denn sobald du anfängst, sie anzunehmen, wird es leichter. Nimm dich so an, wie du bist.

Hier kannst du mehr darüber erfahren, wie du dich selbst annimmst: Selbstakzeptanz - Wie du dich so annimmst, wie du bist.

​2. Überdenke deine Erwartungen

Wenn du deine Schüchternheit überwinden möchtest, solltest du dir zunächst bewusst darüber werden, was du eigentlich von dir selbst erwartest. Denn deine Unsicherheit kommt ja genau daher: von der Diskrepanz zwischen dem, was in dir vorgeht und dem, was du unbewusst von dir selbst erwartest.

Überlege dir genau, was du eigentlich von dir selbst verlangst. Je höher deine Erwartungen, desto höher der innere Druck. Lass deine Erwartungen los.

3. Komm aktiv mit Menschen ins Gespräch

Der Weg aus der Angst ist der Weg durch die Angst. Dabei solltest du aber mit der Angst durch die Angst gehen. Das bedeutet, du solltest deine Ängste voll und ganz annehmen und akzeptieren. Und dich dann immer wieder mit sozialen Interaktionen konfrontieren.

Dabei ist es wichtig, dass du bei dir bleibst. Damit meine ich, dass du in diesen Situationen deine Gefühle ganz bewusst wahrnimmst.

Im folgenden Artikel erfährst du noch mehr darüber: Wie du deine Ängste in 5 Schritten auflöst

4. Beobachte deine Gefühle

Je mehr du verstehst, was in ängstlichen Situationen in dir vorgeht, desto besser kannst du damit umgehen. Deswegen ist es wichtig, dass du deine Gefühle nicht ablehnst, sondern sie wahrnimmst, dann, wenn sie da sind.

Wenn du dich das nächste Mal in einer sozialen Interaktion befindest und dich unsicher fühlst, beobachte ganz genau was in dir vorgeht.

Dabei solltest du aber nicht mit deinem Fokus in deinem Kopf sein, sondern in deine Gefühle eintauchen. Nimm die Gefühle dort wahr, wo sie sind. Dabei wird dir auch der nächste Punkt helfen.

5. Arbeite mit dem inneren Kind

Das innere Kind ist ein psychologisches Konzept mit dem du an alten Erfahrungen arbeiten kannst. Es hilft dir dabei, vergangene Verletzungen und Wunden zu heilen.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, kannst du dir den folgenden Artikel dazu durchlesen oder das Video anschauen: So heilst du dein inneres Kind

​6. Suche dir Hilfe

Wenn es dir schwer fällt, dich konsequent deinen Ängsten zu stellen, dann suche dir Hilfe. Finde Menschen, denen es genau so geht wie dir oder Menschen, die sich damit auskennen, wie man seinen Schüchternheit überwindet.

Es tut gut, jemanden an seiner Seite zu wissen, der einem hilft.

7. Verwirkliche dich selbst

Je mehr du an deinen eigenen Zielen, Träumen und Wünschen arbeitest, desto mehr wird dir egal, was andere Menschen über dich denken. Mit jedem Erfolg steigt deine Selbstsicherheit. Und das hat logischerweise auch Auswirkungen auf deinen Umgang mit anderen Menschen.

Wie du deinen Wünschen näher kommst, erfährst du in diesem Artikel: Was will ich? So findest du deine Leidenschaft!

8. Verlass deine Komfortzone

Wir hatten es bereits weiter oben: Wenn du deine Ängste hinter dir lassen möchtest, dann musst du dich ihnen stellen. Und zwar immer und immer wieder. Gehe aktiv raus und auf Menschen zu. Komm immer wieder mit ihnen in Kontakt. Beginne von dir aus, Gespräche zu führen. Auch wenn es erstmal unangenehm ist.

Wenn du übst, regelmäßig deine Komfortzone zu verlassen, dann steigt damit dein Selbstvertrauen und es fällt dir leichter, deine Schüchternheit zu überwinden.

Wenn du mehr dazu wissen möchtest, schau dir folgende​n Artikel an: Komfortzone verlassen - was bedeutet das genau?

9. Öffne dich

Fang an, dich zu öffnen und dich so zu zeigen, wie du wirklich bist. Leg deine Masken ab und verstecke dich nicht länger.

Denn sobald du anfängst, deine Gefühle wirklich auszuleben, wird es leichter!

So lange du noch versuchst, deine Gefühle zu verstecken, desto mehr lehnst du dich selbst ab.

10. Genieße das Leben

Neben all den Herausforderungen solltest du nicht vergessen, dir selbst ein glückliches Leben aufzubauen. Es liegt in deiner Macht, dir ein solches zu erschaffen. Es sind deine persönlichen Entscheidungen, die dazu führen, wie dein Leben ist.

Tue dir selbst gut und mache Dinge, die dich glücklich machen. Dann ist das mit der Schüchternheit auch gar nicht mehr so schlimm.

Wenn du wissen willst, was wirklich glücklich macht, kannst du hier weiterlesen: Was macht glücklich? Das sagt die Wissenschaft dazu.

11. Hör auf zu grübeln

Das ewige Gedankenkreisen wird dir nichts bringen. Denn du löst dadurch deine Probleme nicht. Um sie zu lösen, musst du auf emotionaler Ebene ansetzen. Und das tust du, indem du dich an meine bisherigen Anweisungen hältst.

Ich weiß, dein Kopf versucht dir wahrscheinlich verschiedenste Dinge einzureden, aber am Ende wirst du deine Schüchternheit nur los, wenn du dich nach draußen bewegst und dich konfrontierst!

Daran führt kein Weg vorbei.

Mehr dazu erfährst du auch in diesem diesem Artikel: Wie kann ich meine Gedanken abschalten?

​12. Denke an andere

Bei all den Übungen für dich selbst, solltest du nicht vergessen, an andere zu denken. Konzentriere dich in Gesprächen auf das, was die anderen sagen. Gib ihnen deine Aufmerksamkeit und höre ihnen aktiv zu.

Frage dich, was diese jetzt brauchen könnten. Stelle ihnen gezielt Fragen und sei für deine Mitmenschen da.

Ich weiß, dass es zunächst so wirkt, als würde das im Widerspruch zu Punkt 4 (Beobachte deine Gefühle) stehen. Das tut es aber nicht. Während du dich auf andere konzentrierst, kannst du auch wahrnehmen, was in der drinnen geschieht. Übe das!

Schüchternheit im Umgang mit dem anderen Geschlecht

schüchterne Frau

Bist du ein schüchterner Mann? Oder eine schüchterne Frau?

Im Umgang mit potenziellen Liebespartnern gilt dasselbe, wie oben beschrieben. Auch hier macht Übung den Meister und je mehr Dates du ausmachst, desto leichter wird es dir fallen. Aber nur, wenn du auch wirklich zu dir und deinen Gefühlen stehst.

Werde aktiv und nimm dein Leben selbst in die Hand. Wenn du hoffst, dass dein Auserwählter/deine Auserwählte einfach auf dich zukommt oder vom Himmel fällt, dann wirst du nicht weit kommen. Je aktiver du dein Leben lebst und selbst entscheidest, was du tun willst, desto mehr wirst du auch belohnt.

Es war noch nie so einfach, wie heutzutage, Menschen zu treffen und kennenzulernen.

Im folgenden Video fasse ich die wichtigsten Punkte nochmal zusammen:

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