Positive Gedanken – so nutzt Du sie richtig!

Eines gleich vorweg: Über positives Denken und positive Gedanken gibt es viele unterschiedliche Meinungen und während manche es als Allheilmittel propagieren stellen es andere als gefährlich dar.

Deswegen geht dieser Artikel sehr differenziert mit der Macht der Gedanken um und gibt Dir Ratschläge, wie Du diese Technik für Dich nutzen kannst.

Dabei geht es nicht darum, sich alles im Leben schön zu reden, sondern seine Gedanken gezielt und bewusst zu verwenden, um sich ein glücklicheres Leben zu machen.

Dazu gleich mal ein Zitat von Wikipedia:

„Wenngleich das Konzept des positiven Denkens kritisiert und teilweise als wirkungslos betrachtet wird, liefert die neuere Hirnforschung Anhaltspunkte dafür, dass gewohnheitsmäßige Denkmuster mittel- und langfristig Auswirkungen auf unsere Gehirnaktivität haben.“

Im Folgenden wirst Du erfahren, was Optimismus genau bezwecken kann und wie Du ihn lernen und für Dich nutzen kannst.

Sind positive Gedanken gesundheitsfördernd?

Ja, wenn man verschiedenen wissenschaftlichen Studien Glauben schenken möchte. So berichtete die Zeit über eine Studie, die die gesundheitlichen Vorteile des positiven Denkens wissenschaftlich untersucht hat.

Dabei stellte sich klar heraus, dass Menschen, die positiv denken:

– sich schneller von Operationen erholen

– weniger Schmerz spüren

– seltener zum Hausarzt gehen

– einen niedrigeren Blutdruck aufweisen

– sich weniger mit Erkältungsviren anstecken

– eine schnellere Wundheilung haben

– seltener dement oder depressiv werden

– gelassener auf Stress reagieren

– sich weniger Sorgen machen

– und kreativer sind

Weiterhin zeigt die Studie, dass Menschen, die sich nur fünf Minuten täglich ihre Wunschzukunft vorstellen, nach kurzer Zeit optimistischer denken.

Auch eine Studie, über die im Spiegel berichtet wird, weist auf eine ähnliche Wirkung hin.

Wie Du „richtig“ positiv denkst

positives DenkenAn dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es dabei nicht um „Zwangsoptimismus“ geht. Das ist nämlich genau das, was „Gegner“ des positiven Denkens kritisieren.

Es geht nicht darum, über jedes Empfinden mit übertriebenen positiven Gedanken „hinweg zu denken“.

Sondern es geht darum, sich grundlegend positive Gedanken zu machen, dabei aber auch die Realität im Blick zu behalten.

Also, erst die Realität anschauen und annehmen und dann seine Gedanken nutzen, um das Beste daraus zu machen (weiter unten gibt’s dann noch Tipps, wie Du das im Alltag umsetzen kannst).

Meine persönliche Erfahrung mit den eigenen Gedanken

Mich persönlich freut es, dass die Forschung die Wirkung des Optimismus bestätigen kann. Ich habe nämlich dieselbe Erfahrung machen dürfen (ein Pessimist hätte wohl „müssen“ geschrieben…).

Während ich früher viele negative Gedanken hatte und ich mit meinem Leben im Allgemeinen sehr unzufrieden war, ist heute das Gegenteil der Fall.

Ich nutze meine Gedanken, um mir eine schöne Zukunft vorzustellen und jede Situation (auch die, die erst mal negative Gefühle bei mir auslösen) für mich zu nutzen.

Ob man diesen Zugewinn an Lebensqualität allein auf das positive Denken zurückführen kann, wage ich zu bezweifeln, aber es spielt definitiv eine tragende Rolle dabei.

Früher hatte ich viele Ängste und Sorgen, die ich in meinem Kopf durch Bilder und Worte noch zusätzlich verstärkt habe. Durch das, was ich dachte, haben sich viele Horrorszenarien gebildet, die mir das Leben sehr schwer gemacht haben und meine Gefühlswelt stark beeinflusst haben.

Wenn ich heute Angst habe, bin ich schlichtweg in der Lage dazu, damit vollkommen anders umzugehen.

Ich kann die Angst wahrnehmen und annehmen und dann positive Gedanken dazu nutzen, um das Beste daraus zu machen.

Aber werden wir etwas konkreter.

Wie genau Du positives Denken verwenden kannst

Wenn mir früher etwas Schlechtes passiert ist – beispielsweise wenn ich in einer wichtigen E-Mail einen gravierenden Fehler eingebaut hatte oder zu jemandem etwas wirklich Blödes gesagt hatte oder zum Opfer von Scherzen anderer geworden bin – dann habe ich mich dafür stunden- oder sogar tagelang selbst fertig gemacht, geschämt und verurteilt.

Wenn mir heute so etwas passiert und es mich emotional trifft, dann überlege ich sofort, was daran gut ist oder was ich daraus lernen kann.

Wenn ich beispielsweise jemandem etwas wirklich Blödes sage, dann überlege ich, warum ich das getan habe und wie ich es das nächste Mal besser machen kann. Ich habe also andere Gedanken darüber. Positivere.

Und dann stelle ich mir vor, wie ich es das nächste Mal besser mache. Und schon bin ich im positiven Denken drin und freue mich darüber, dass ich wieder etwas dazu gelernt habe.

Oder wenn jemand einen Scherz über mich oder mein Verhalten macht – was mich früher sehr getroffen hat – dann überlege ich, warum mich das so trifft und was ich daraus lernen kann. Meistens komme ich dann zu dem Schluss, dass ich noch lernen darf mehr über mich selbst lachen zu können und mich nicht so wichtig zu nehmen.

Und so gibt mir das Leben immer wieder Hinweise darauf, wo ich mich noch entwickeln kann. Nämlich genau an den wunden Punkten.

Der Pessimist ärgert sich dann und lernt nicht dazu, während der Optimist diese Hinweise nimmt und sich weiter entwickelt.

Und so kannst Du das in so gut wie jeder Situation für Dich nutzen. Du kannst Dich quasi in jeder Situation fragen:

„Was ist gut daran?“

„Was kann ich daraus lernen?“

Es geht also nicht darum, Dein Handeln zu verurteilen, sondern Deinen Perfektionismus abzulegen und bereit zu sein, ständig dazu zu lernen.

So kannst Du positive Gedanken trainieren

So weit, so gut. Wenn Du jetzt an Deinem Gedankenverhalten arbeiten möchtest, dann habe ich folgende Übungen für Dich. Denk daran, was ich weiter oben geschrieben habe: Wer das positive Denken trainiert, der denkt optimistischer (und hat dadurch bessere Gefühle).

1. Vermeide zu viel Negativität um Dich herum

Fernsehen, Klatschblätter, Zeitungen und das Internet stecken voller negativer Nachrichten. Wenn Du Dich jeden Tag damit „vollsaugst“, manipuliert Dich dies natürlich. Wenn Du Dich ständig mit negativen Dingen umgibst, dann sind Deine Gedanken negativ!

Das liegt auf der Hand: In dem Moment, in dem Du von dem tödlichen Verkehrsunfall liest (so tragisch er auch ist), genau in diesem Moment machst Du Dir Gedanken darüber und hast negative Bilder im Kopf. Wenn Du das haben möchtest, bitte. Wenn nicht, dann reduziere negative Nachrichten!

Genauso ist es mit Menschen. Wenn Du Dich mit Menschen umgibst, die viel lästern oder nur von ihren Krankheiten berichten, passiert dasselbe. Wenn Du nicht bewusst damit umgehst, dann hast Du negative Gedanken und Bilder im Kopf.

Achte also darauf, Negatives aus Deinem Alltag möglichst auszugrenzen.

2. Umgib Dich mit Positivität

opitmismusMache lieber das Gegenteil. Gebe Deinem Gehirn positiven Input. Umgib Dich mit inspirierenden und positiven Menschen. Mit Menschen, die Freude, Energie und Motivation ausstrahlen. Mit Menschen, die Dich fördern, lachen und glücklich sind.

Genauso kannst Du Bücher lesen und Filme schauen, die positiv und motivierend sind. Nutze Deine Zeit mit Dingen, die Dich dabei unterstützen, Dir gute Gedanken und Bilder zu machen.

Schau Dir dazu auch den folgenden Artikel an. Dort findest Du interessante Einblicke in die Denkweise von erfolgreichen Menschen: Wie bist Du erfolgreich geworden? – 8 erfolgreiche Menschen haben es mir persönlich erzählt

3. Visualisiere täglich

Die tägliche Übung macht’s. Mache Dir bewusst jeden Tag positive Bilder oder Gedanken. Male Dir eine schöne Zukunft aus, die Du gerne haben möchtest und erlaube Dir, das auch zu haben.

Überlege Dir, was Du gerne alles hättest in Deinem Leben und stell Dir vor, dass Du es bereits erreicht hast. Mal Dir ein schönes, großes inneres Bild davon und füge jeden Tag ein kleines Detail dazu.

So trainierst Du Dein Gehirn täglich darauf, positiver zu denken und es fällt Dir auch im Alltag leichter, die guten Dinge im Leben zu sehen.

Was Deine Gedanken alles bewirken können, kannst Du auch hier nachlesen: Die Macht der Gedanken – wie wirklich ein geiles Leben lebst!

4. Denke immer: Was ist gut daran?

Wie oben bereits beschrieben: Immer wenn Du Dich in einer Situation wieder findest, in der es Dir nicht so gut geht, stelle Dir die Fragen:

„Was ist gut daran?“

„Was kann ich daraus lernen?“

Wenn Du das übst, wirst Du immer etwas finden. Du kannst jede auch noch so schwere Situation nehmen und etwas Gutes daraus ziehen.

Auch wenn der rationale Verstand dagegen manchmal rebellieren mag (warum sollte man beispielsweise in einem Todesfall etwas Gutes sehen!), Deine Gefühle ändern nichts daran, was passiert ist, sie ändern nur etwas daran, wie es Dir geht. Und wer hat gesagt, dass Du Dich schlecht fühlen musst? Niemand!

Du alleine hast die Wahl, wie Du Deine Gedanken für Dich und ein glücklicheres Leben nutzen magst.

Jetzt bist Du gefragt

Seine Art zu denken zu ändern kann etwas Zeit und Übung in Anspruch nehmen. Schließlich hast Du es die letzten Jahrzehnte immer anders gemacht.

Wenn Du da aber regelmäßig dran bleibst und aktiv etwas an Dir veränderst, wirst Du Ergebnisse erzielen.

Dabei kann Dir auch mein gratis E-Mail Kurs für mehr Selbstvertrauen helfen.

Hier klicken zum Kommentieren 6 Kommentare
Diana - 9. April 2015

Schöner Beitrag! Danke.
LG
Diana

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Anja - 10. April 2015

Ein toller Beitrag, der alles wesentliche zusammenfasst! 🙂
Ich über mich auch schon lange darin aus allem, was mir passiert, das Positive zu ziehen und ich muss sagen, dass sich mein Leben seitdem extrem verbessert hat. Ich glaube es ist nur wichtig, dass man sich trotzdem auch mal gestattet negative Gefühle zu haben. Solange man sich im Anschluss daran wieder beruhigt und weiterhin positiv denkt, ist das vollkommen in Ordnung.
LG

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RN - 27. August 2015

Ich nutze seit mehr als 10 Jahren die Übung „10 positive Dinge“, anfangs habe ich das schriftlich fixieren müssen weil es mir sehr schwerfiel, mittlerweile gehe ich das im Kopf durch. Sehr effektive Methode, sich selbst zu pushen, Täglich 10 positive Dinge, Gefühle, Erlebnisse aufzählen die einem einfallen

Ich nutze seit ein paar Jahren zusätzlich die Übung „5 Erfolgserlebnisse“, das erinnert mich immer wieder an meine Kraft und was ich bisher schon alles geschafft habe, ich mich Ängsten gestellt habe o.ä.

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Denise Auerswald - 8. Februar 2016

Hallo Stephan,

ein guter Artikel von dir. Als Optimist durchs Leben gehen, macht einfach Spaß.
Das kann ich bestätigen.
Die 4 Übungen, die du beschrieben hast, würde ich auch als die wichtigsten einstufen. Zu Punkt 3 nehme ich gern unterstützende Musik dazu, so werden die Visualisierungen noch stärker.

Ergänzend kann man mit Affirmationen arbeiten; allerdings sollte man dahingehend etwas Erfahrung mitbringen. Hier können Fehler gemacht werden, die dann eher das Gegenteil bewirken.

Meine Lieblingsmethode: Gute Laune Musik anmachen und tanzen. 🙂

Achja und positiv denken ist für mich in alles Situationen hilfreich. Egal was passiert, ich sag mir innerlich immer ‚wer weiß wofür es gut ist‘. Dadurch wird jede scheinbar negative Situation automatisch abgeschwächt.

Beste Grüße und weiterhin viel Spaß beim positiven Denken. 😉

Denise Auerswald

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OmaEM - 13. Dezember 2016

„Also, erst die Realität anschauen und annehmen und dann seine Gedanken nutzen, um das Beste daraus zu machen…“ Das ist schon wahr, die Realität anschauen bedeutet leider auch, weinen zu müssen. Loslassen und diszipliniert voranschreiten, dass sind Verhaltensweisen, die einen helfen können, Dinge zu überleben. Doch die Trauerarbeit ist eine schwere Aufgabe und erfordert Zeit. Besonders, wenn das Unrecht die Trauer verursachte. Wer kein Verständnis für seine Traumas erfährt, wird es sehr schwer haben, sein Leben zu meistern. Die meisten Menschen müssen arbeiten, um zu überleben und nicht um sich selbst entfalten zu können. Das ist das ungerechte Geldsystem in dem wir leben müssen und das ermöglicht den meisten Menschen keine freie Selbstentfaltung. Wir werden in die Pflicht hineingedrängt, als gefallende Menschen für einen Mindestlohn bis an das Ende unserer Tage zu arbeiten. Weil uns die Energie bereits abgesaugt wurde, durch Menschen, die mit Ellenbogentechniken zum Erfolg streben. In diesem System, werden Menschen, die schwache Menschen benutzen zu Gewinnern und in den Medien gefeiert. Menschen werden durch Beeinflussung großer Mittel gezielt schwach geprägt. Das sollten wir nicht außer Acht lassen. Nur der Starke gewinnt, das ist leider das Motto unserer Gesellschaft. Wer das Pech hatte, in der Kindheit gebrochen zu werden, braucht mehr als nur positives Denken, um zu heilen. Es ist die Liebe, die so vielen Menschen fehlt und die ist leider nicht mit positiven Denken wiederzuerlangen, sondern nur durch die Liebe und das volle Verständnis von Mitmenschen! Doch das Leid ist stets Gegenwärtig und wir sollten es niemals unterschätzen.
Alles Liebe OmaEM

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