2

Gehörst Du zu den Perfektionisten? – Hör auf damit!

Ein Szenario:

Es gibt keine Unsicherheit mehr! Alles was passieren wird, weißt Du bereits. Du fängst etwas Neues an und weißt vorher, dass es funktionieren wird. Oder Du hältst eine Präsentation und weißt vorher, dass sie gut wird.

Du weißt einfach, dass alle applaudieren werden und Du eine gute Performance abgibst. Du weißt, dass Du nach der Präsentation den Auftrag oder die gute Note erhältst. Du weißt, dass Du daraufhin den neuen Job bekommst.

Du weißt, wen Du heiraten wirst, wie Deinen Ehe verlaufen wird, was Deine Kinder studieren werden, wann Du wie stirbst und wie viel Geld Du vererbst. Eigentlich brauchst Du überhaupt nichts mehr zu tun, denn Du weißt sowieso, was geschehen wird.

Du reist um die Welt und weißt vorher, was Du alles sehen und erfahren wirst. Du weißt, welche Fotos Du machen und Dir später anschauen wirst.

Du hast die 100%-ige Sicherheit. Es gibt kein Ungewisses mehr. Keine Überraschungen. Keine Herausforderungen. Alles ist perfekt!

Perfekt ist langweilig!

Und, hättest Du da Lust drauf?

Ist das ein Leben, dass Du gerne Leben würdest?

Das wäre doch eine perfekte Welt. Du brauchst dann keine Angst mehr zu haben, dass es nicht perfekt wird. Dass etwas schief laufen könnte. Das jemand unzufrieden sein könnte. Diese Angst gibt es dann nicht mehr.

Denn Du weißt vorher, wie die Sache ausgeht.

Wäre das nicht furchtbar langweilig?

Also ich würde in so einer Welt nicht gerne Leben. Es gäbe überhaupt keine Freude mehr. Es ist alles schon klar und durchgespielt.

Die Welt ist schon perfekt!

Ich sag Dir was: Hör auf perfekt sein zu wollen, denn Du bist es schon!

Denn zum perfekt sein, gehört auch das Fehler machen. Das ist Teil davon! Denn wenn Du keine Fehler machen würdest, dann wären wir schon wieder im Szenario.

Es ist vollkommen normal und gut, Fehler zu machen! Es ist gut, etwas falsch zu machen. Daraus lernen wir, daran wachsen wir, dass bringt uns neue Erkenntnisse.

Ich verstehe gar nicht, wieso uns so viel Perfektion abverlangt wird. Denn ohne Fehler geht es nicht. Das gehört dazu.

Und ich verstehe auch nicht, was daran schlecht sein soll. Ist doch nicht schlimm, wenn mal was nicht so gut funktioniert, wie es könnte.

Dann ist der Vortrag halt nicht perfekt. Dann hast Du halt auf Seite 2 einen Fehler gemacht. Und irgendeiner im Publikum fand das dann lustig. Und?

Was ist daran wirklich schlimm? Was passiert dann?

Akzeptiere, dass Du Fehler machst und dass Du scheiterst

Ja, wirklich. Nimm das an. Das Gehört zum Leben!

Ich gehe sogar noch weiter und sage: Mache so viele Fehler wie möglich! Und versuche dabei gelassen zu bleiben.

Denn genau das bringt Dich voran.

Ein Beispiel:

Dieser Blog. Ich habe den vor 2,5 Jahren ins Leben gerufen. Ich habe seit dem die thematische Ausrichtung 3 Mal geändert. Ich habe letztens 20 Blogbeiträge gelöscht, weil sie nicht mehr dazu passen und ich habe den Namen zwischendurch geändert.

Heute gefällt mir mein Blog sehr gut. Doch es war ein Weg dorthin mit Fehlern und Lernerfahrungen. Wäre der Blog von der ersten Sekunde an perfekt gewesen. Langweilig.

Ich hätte nix gelernt.

Ich hätte gleich einen perfekten Blog gehabt. Und dann hätte ich mich dem nächsten Projekt zugewandt. Und das wäre auch gleich perfekt gewesen. Von der ersten Sekunde an. Dann hätte ich das Nächste gemacht usw. Es wäre immer alles perfekt… Sofort.

Dann wären wir wieder im Szenario!

Es ist doch viel spannender, anzunehmen, dass die Dinge nicht perfekt sind. Dass wir scheitern, um dazuzulernen, wieder aufzustehen und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Das Schlimme ist nicht, dass die Dinge nicht gleich perfekt sind, sondern dass wir aufgeben!

Deswegen: Hör auf, zu den Perfektionisten zu gehören!

Scheitere, mache Fehler und Versage! Und dann steh auf, schau was Du das nächste Mal besser machen kannst und dann mach weiter!

Name * Email * email marketing by activecampaign
Hier klicken zum Kommentieren 2 comments
Nicole Leibl - 8. Februar 2014

Ja der liebe Perfektionismus…..

„Erst muss ich alles perfekt können, wissen, erarbeiter haben, dann kann ich selbstbewusst es anderen zeigen! “

Doch wann ist dieser Punkt gekommen?
Wann bin ich perfekt?

Ja das kenne ich und es lässt einen weiblich aufheben und verzweifeln, wenn man sich permanent mir anbeten vergleicht oder bemisst.

Gott sei Dank habe ich dieses abgelegt und bin nun unperfekt-perfekt für mein Leben.
Ich genieße es aus „Fehlen“ – die zu Erfahrungsschätzen mutierten – zu lernen und mein Leben zu leben. Noch so zu geben wie ich bin.

Danke für deinen wunderbaren Text!
Möge er vielen weiterhelfen 🙂

Denn das Leben braucht nicht perfekt, sondern glücklich sein, denn dann ist es perfekt!

Alles Liebe Nicole

Reply
    Stephan Wießler - 8. Februar 2014

    Genau darum geht es: „Das Leben braucht nicht perfekt, sondern glücklich sein!“

    Danke, Nicole

    Reply

Dein Kommentar: