Keine Motivation? – Und so gelingt es doch!

Der Titel dieses Artikels mag zwar „keine Motivation“ heißen, doch in Wahrheit geht es um das Gegenteil: Motivation (und ich wette danach warst Du auch auf der Suche).

Gleich vorweg: Im ersten Teil dieses Artikels nehme ich das „Phänomen Motivation“ etwas auseinander und wir schauen gemeinsam hinter die Kulissen dieses bekannten und doch abstrakten Begriffs.

Wenn Du also auf der Suche nach sofort anwendbaren Motivationstipps bist, dann gehe zum zweiten Teil des Artikels. Dort wirst Du fündig.

Aber ich empfehle Dir, alles zu lesen, es wird nämlich richtig spannend.

Keine Motivation? – Keine Sorge!

Wahrscheinlich liest Du das hier gerade, weil eine Aufgabe oder mehrere Aufgaben vor Dir liegen, die Du tun musst (lernen, eine Arbeit schreiben, Dein Job, Deine Wohnung aufräumen, Deine Selbständigkeit, Sport machen etc.) aber keine Lust hast, damit anzufangen. Vielleicht aber auch nicht.

Fakt ist: Wir alle kennen Situationen, in denen es uns leichter fällt, etwas zu tun und Momente, in denen das eher nicht so ist und der innere Schweinehund sich voll und ganz in uns ausgebreitet hat.

Das ist vollkommen normal und menschlich. Und es gibt Tricks, mit denen wir uns selbst motivieren können. Aber dazu später mehr.

Was ist Motivation?

intrinsische motivationUnsere Protagonisten: Miriam und Reinhold. Sie begleiten uns ein Stück durch die Theorie der Motivation.

Miriam studiert Betriebswirtschaftslehre im zweiten Semester. Sie steht kurz vor der „Klausurenphase“ und sitzt jeden Tag an ihrem Schreibtisch und lernt, dass sich die Balken biegen.

Für das Studium hatte sie sich entschieden, weil sie gerne mal irgendwo im Management arbeiten würde, gutes Geld verdienen und auf eigenen Füßen stehen möchte.

Die Inhalte des Studiums sind für sie jetzt nicht so wirklich richtig spannend, aber sie weiß ja, wo sie hin will. Deswegen schafft sie es immer wieder, sich für den Unterrichtsstoff zu interessieren.

Reinhold hingegen geht gerne Bergsteigen. Schon in jungen Jahren ist er auf kleine Felsen geklettert und das hat ihn nicht wieder losgelassen.

Er liebt es einfach an seine Grenzen zu gehen und hat schon so manchen Berg bezwungen. Und irgendwie hat er es geschafft, dieser Leidenschaft sein ganzes Leben lang nachzugehen und auch Geld damit zu verdienen.

Was ist der Unterschied zwischen Miriam und Reinhold?

Miriam ist extrinsisch motiviert und Reinhold intrinsisch!

Und was soll das jetzt bedeuten?

Einfach zusammengefasst bedeutet das folgendes:

Extrinsische Motivation:

Man versucht eine Leistung zu vollbringen, um einen Vorteil zu erhalten (z. B. ein Ziel zu erreichen) oder Nachteile zu vermeiden (z. B. Schmerzen).

Miriam verfolgt beispielsweise ein klares Ziel.

Intrinsische Motivation:

Man tut etwas zum reinen Selbstzweck. Einfach weil es einem Spaß macht.

Reinhold liebte es einfach, Berge zu besteigen und denkt dabei nicht an einen bestimmten Zweck.

Was bedeutet das für Dich?

Wenn Du jetzt gerade festgestellt hast, dass Du etwas im Leben tust, was Dir keinen wirklichen Spaß macht, Dich aber Deinen Zielen näher bringt: Kein Problem. Vielleicht agierst Du dann eher extrinsisch motiviert, aber das muss kein Problem sein, solange das OK für Dich ist.

Natürlich ist es für viele Menschen erstrebenswert einfach das zu tun, was sie einfach gerne machen (intrinsische Motivation) und auch noch Geld damit zu verdienen.

Ich persönlich arbeite auch seit längerem an diesem Zustand. Und es gelingt mir ganz gut (mal weniger, mal mehr).

Du musst aber für Dich entscheiden, was Dir wirklich wichtig ist.

Wie Du langfristig motiviert bist

Wenn Du Deine Ziele erreichen möchtest, gibt es da eine simple Formel:

Zielerreichung = Motivation (Handlungsbereitschaft) + Durchhaltevermögen (Willenskraft)

Nehmen wir das mal auseinander.

Zunächst wäre da die Zielerreichung. Und da liegt der Hund ja schon oft begraben. Wenn Du keine Lust auf Deine Aufgaben hast, hast Du Dir schon mal überlegt, wozu Du das Ganze überhaupt machst?

Wenn Du beispielsweise in Deiner Abschlussarbeit nicht vorwärts kommst, dann überlege Dir mal sehr gut, wofür Du diese schreibst.

Warum willst Du Dein Studium beenden?

Wenn Dir ein klares Ziel vor Augen fehlt, ist es nicht so verwunderlich, dass Du Dich schwer zu der Arbeit aufraffen kannst.

Miriam fällt es relativ leicht, sich jeden Tag an den Schreibtisch zu setzen, denn sie hat ihr „Warum“ für sich geklärt. Sie weiß genau, was sie will!

Mein Tipp an Dich: Setze Dir ganz konkrete Ziele und frage Dich selbst, warum Du diese Ziele erreichen willst. Was steckt dahinter?

Das ist schon der erste (und ein sehr wichtiger) Schritt, um Dich endlich aufraffen zu können.

Mach das wirklich ordentlich!

So viel zum Thema Ziele erreichen.

Kommen wir zum nächsten Punkt: Motivation (Handlungsbereitschaft)

Motivation ist die Bereitschaft etwas zu tun. Also nur die Bereitschaft, damit ist noch lange nichts umgesetzt.

Wir müssen uns also noch aktivieren. Aber dazu gleich mehr.

Die Frage ist also für Dich: Bist Du überhaupt bereit, die anstehende Aufgabe zu machen?

Denke auch hier wieder an das Ziel. Wenn das Ziel passt, dann bist Du auch bereit, etwas dafür zu tun!

Oft aktiviert uns aber auch die Vermeidung. Viele gehen beispielsweise nur arbeiten, damit sie nicht in Armut leben müssen. Hier ist die Motivation eine klare Schmerzvermeidung.

Ich persönlich finde es schöner, ein positives Ziel zu haben (das mich motiviert), als nur zu versuchen ungewünschte Zustände zu vermeiden.

Aber das solltest Du mit Dir selbst klären.

Und der dritte Punkt: Durchhaltevermögen (Willenskraft) oder auch Disziplin

Oh ja, hier wird es spannend. Es gibt so viele Menschen da draußen, die innerlich hoffen, dass sie einfach Lust auf alles haben, was sie machen und keine Disziplin dafür brauchen. Mal Hand aufs Herz: Gehörst Du auch dazu?

Sei mal ehrlich. Hoffst Du ganz heimlich, dass Du den einen „Motivationstrick“ bekommst und alles läuft dann wie von selbst?

So nicht mein Lieber!

Durchhaltevermögen gehört einfach dazu!

Und jetzt die gute Nachricht: Das kann man lernen.

Willenskraft stärken = Reduzierung Energie zehrender und Ausbau Energie spendender Gewohnheiten

Nehmen wir an, Miriam würde lieber Fernsehen und Computer spielen statt zu lernen. Das wären dann Gewohnheiten, die ihr nicht so wirklich Energie bringen würden.

Deswegen ist es so wichtig, sich wirklich gute (energiebringende) Gewohnheiten anzueignen. Und hier ist ganz wichtig (ich glaube diesen Satz findest Du mittlerweile in allen meinen Blogartikeln): Fang schön klein an und steigere Dich Stück für Stück.

Wenn also Miriam den ganzen Tag nur Fernsehen und Computer spielen würde, dann würde ich ihr empfehlen, diese Tätigkeiten zunächst um 30 Minuten zu verringern und in dieser Zeit 30 Minuten zu lernen. Dafür aber jeden Tag.

So kann sie sich daran gewöhnen und die Hürde, sich für 30 Minuten aufzuraffen ist deutlich geringer als für acht Stunden.

Und nach ein paar Wochen kann sie dann auf eine Stunde erhöhen.

Und das Gute daran: Sie darf auch mehr machen. Wenn sie nach 30 Minuten merkt, dass sie noch ein bisschen weiter lernen möchte, dann wird sie niemand davon abhalten. Hauptsache sie hat ihr Minimalziel erreicht (die 30 Minuten lernen).

Zusammenfassung bis hierhin:

Du hast keine Motivation? Dann folge diesen Punkten:

1. Welches Ziel verfolgst Du?

Überlege Dir genau, welches Ziel Du erreichen willst!

2. Bist Du bereit zu handeln?

Ist Dein Ziel stark genug, dann bist Du auch bereit zu handeln!

3. Durchhalten!

Nutze gute Gewohnheiten, um Deine Willenskraft zu stärken.

4. Mehr intrinsische Motivation gefällig?

Dann finde und lebe Deine Leidenschaft!

Und hier noch die schnelle Lösung bei Motivationsproblemen:

MotivationWas ich bisher beschrieben habe, stellt ja eher eine langfristige „Motivationsstrategie“ dar. Damit hinterfragst Du gleich mal so alles in Deinem Leben.

Dann gibt’s da aber eben auch diese Hänger. Diese Zeiträume, in denen es nicht so leicht von der Hand geht. Sei beruhigt: das geht uns allen so. Und manchmal ist es dann auch echt sinnvoll, das so anzunehmen und einfach mal nicht so viel zu machen.

Wenn Du aber ein paar Tricks brauchst, um Dich jetzt mal auf die Schnelle zu motivieren, dann habe ich hier noch etwas für Dich:

1. Visualisiere das Ziel

Wenn Du vor einer Aufgabe stehst, die halt irgendwie gemacht werden muss (z. B. die berühmte Steuererklärung) und Du so überhaupt keine Lust darauf hast, dann nimm Dir mal ein paar Minuten Zeit und schließe Deine Augen. Stell Dir dann vor, wie es sein wird, wenn Du Dein Ziel erreicht hast.

Was hast Du davon, wenn Du die Steuererklärung fertig hast. Wie wird es sich anfühlen. Male Dir vor Deinem inneren Auge ein Bild, wie vor Dir die fertige Steuererklärung liegt. Oder sogar, wie Du Geld vom Staat zurück bekommst.

Oder wenn Du Deine Abschlussarbeit schreiben musst, dann schaue Dir an, was Du damit erreichen kannst. Wenn Du einen klaren Job vor Augen hast, dann male Dir aus, wie es sein wird, einen solchen Job gefunden zu haben. Wie fühlt sich das für Dich an?

Kleiner Tipp: Denke wieder daran, dass Dich nur Ziele motivieren, die Du erreichen möchtest! Wenn Du jetzt merkst, dass Du Dich so gar nicht auf den Job freust, dann motiviert Dich vielleicht die Freiheit, die Du hast, sobald Du Deine Abschlussarbeit abgegeben hast. Dann male Dir das aus!

Finde Ziele, die Du wirklich erreichen willst.

Und dann schau Dir das Endziel ganz genau an. Das gibt Dir ein gutes Gefühl und es fällt Dir bedeutend leichter, jetzt mit der Aufgabe anzufangen.

2. Mache den Aufgabenberg zu kleinen angenehmen Portionen

Du hattest eine Party bei Dir zu Hause und davor hattest Du schon nicht viel Ordnung in Deiner Wohnung. Aber jetzt sieht es aus… es fehlen die Worte. Du siehst einfach nur einen riesigen Haufen Arbeit vor Dir.

Das Wohnzimmer muss aufgeräumt und geputzt werden. Der Müll beseitigt werden. Das Bad sieht aus als hätte dort ein Kampf stattgefunden und im Eingangsbereich liegt mehr Matsch und Wasser als vor der Haustüre. Die Küche hat die Party gerade so überlebt und es stapeln sich die leeren Flaschen.

Es ist klar, dass das nicht motiviert aufzuräumen. Denn diesen riesigen Aufgabenberg mag Dein Gehirn überhaupt nicht.

Hier gibt es aber einen einfachen Trick: Suche Dir eine einzige Sache raus, die Du jetzt machst. Z. B. nur die Flaschen alle an einem Ort zu sammeln. Mehr nicht (wobei Du natürlich wieder mehr machen darfst, aber Dir eben nicht vornimmst).

Und morgen machst Du dann genau so weiter.

Diesen Trick kannst Du auf alle Aufgaben anwenden. Am Anfangen hängt es nämlich oft. Deswegen mache nur einen ganz kleinen Schritt in die richtige Richtung. Und schon bist Du mitten drin.

Wenn jemand beispielsweise ins Fitnessstudio gehen „müsste“, sich aber einfach nicht aufraffen kann, gebe ich ihm folgenden Ratschlag: Bevor Du jetzt ein halbes Jahr wieder gar nicht gehst, fahre doch heute einfach nur hin, schau Dir das Fitnessstudio von außen an und dann fahre wieder nach Hause. Dann fällt es Dir morgen deutlich leichter einen Schritt weiter zu gehen.

Unser Gehirn mag kleine, zu bewältigende Aufgaben. Also gib ihm genau solche.

3. Rede Dir gut zu

Die Worte, die wir uns selbst sagen, haben einen großen Einfluss auf unser Empfinden. Und wenn Du zu Dir selbst in Gedanken sagst:

„Man hab ich kein Bock…“

„Morgen, ich mach das morgen…“

„Ich schaffe das sowieso nicht…“

etc.

Wie wird es dann wohl um Deine Motivation stehen?

Wohl eher nicht so gut. Deswegen beruhige Dich selbst. Sei Dir selbst ein guter Freund und rede mit Dir so, dass Dir es hilft:

„Ich mache jetzt einen ganz kleinen Schritt. Das schaffe ich auf jeden Fall. Danach kann ich wieder entspannen.“

„Ich schaffe das schon!“

„So viel ist es gar nicht. Ich mache einfach eine Sache nach der anderen.“

etc.

Wenn Du das tust, wirst Du ganz schnell feststellen, wie sich das auf Dein befinden auswirkt.

Also: Rede gut zu Dir und fang mit einer kleinen Aufgabe an (auch wenn es nur ein paar Minuten sind).

4. Suche Gleichgesinnte

Du bist nicht allein! Suche Dir Menschen, die dieselbe Aufgabe oder dasselbe Ziel verfolgen wie Du!

Ich hatte letztens eine Facebook-Einladung zu einer „Wir machen unsere Steuererklärung gemeinsam – Veranstaltung“. Fand ich ne tolle Idee.

Mache das auch.

Du willst ins Fitnessstudio? Dann suche Dir einen Partner, mit dem Du Dich absprichst.

Du willst Deine Abschlussarbeit schreiben? Da bist Du sicher nicht der einzige.

Ich glaube Du hast verstanden, worum es geht.

Also, was sollst Du jetzt tun?

OK, da war jetzt ein Haufen Zeug drin.

Um es nochmal zusammen zu fassen: Es gibt die Motivationstipps für die kurzfristige Motivation wie gerade beschrieben.

Wenn Du aber grundlegende Motivation in Deinem Leben suchst, dann schaffe es entweder nur das zu tun, was Du wirklich gerne tust und verdiene auch noch Geld damit (ich weiß, das ist leicht gesagt) oder suche Dir starke Ziele, die Du auch wirklich erreichen willst. Denn sonst bist Du einfach sehr von der Schmerzvermeidung angetrieben und die ganze Zeit darauf fokussiert nicht leiden zu müssen. Wenn Du das willst, bitte. Empfehlen würde ich Dir eher, herauszufinden, was Du wirklich willst im Leben, dann ist das mit der Motivation ganz einfach.

Jetzt bist Du gefragt: Was motiviert Dich?

Schreibe hier doch ganz unten einen Kommentar und teile uns mit, was Dich im Leben motiviert oder ob Du es sogar geschafft hast, Deine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Und zum Abschluss noch dieses kurze (zugegeben sehr amerikanische) Motivationsvideo:

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MR. ALPHA - 28. Juni 2019

Hallo Stephan,

echt ein cooler Beitrag! Die Tipps sind wirklich sehr gut. Besonders der erste Schritt „Sein warum kennen“ ist so enorm wichtig, um einen immer wieder daran zu erinnern weswegen man etwas eben tut. Es motiviert einen langfristig immer wieder. Ebenso ist Punkt 1. „Visualisiere deine Ziele“ und Punkt 4. „Suche Gleichgesinnte“ extrem gut.
Hat man ein wirkliches Bild davon im Kopf wie man bereits das Ziel erreicht hat, wird es einen immer mehr dazu drängen dieses Ziel auch wirklich zu erreichen. Des Weiteren macht es einfach nur Sinn sich auch mit Gleichgesinnten zu umgeben. Oder noch besser, Personen die dieses Ziel bereits erreicht haben was du selbst noch erreichen möchtest. Sie können einen immer wieder in schwereren Phasen motivieren oder einem ggf. auch mal weiterhelfen.

Ich weiß ja nicht wie es anderen geht, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich eines Tages aufwache, 60 oder älter bin und bereue Dinge in meinem Leben nicht getan oder nicht erreicht zu haben die ich hätte machen wollen, das würde mich innerlich auffressen. Alleine dieser Gedanke motiviert mich jeden Tag aufs Neue Gas zu geben und meine Träume und Ziele in die Realität umzusetzen.

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