Was glaubst Du eigentlich, wer Du bist? – So löst Du Glaubenssätze auf

Unser Wohlbefinden, unser Erfolg, viel von dem, was wir schaffen oder nicht schaffen, hängt von dem ab, was wir über uns selbst denken. Davon, was wir glauben.

Das sind sogenannte Glaubenssätze. Diese beeinflussen maßgeblich unser Leben.

Ist ja auch klar. Wenn ich glaube, dass ich etwas nicht schaffen werde, ist es wahrscheinlich, dass ich das dann schaffe?

Wohl eher nicht.

In diesem Artikel bekommst Du eine Technik an die Hand, mit der Du Glaubenssätze, die Dich blockieren, lösen kannst und dafür neue Glaubenssätze, die Dir dienlich sind, annehmen kannst.

Der Glaube versetzt Berge

Hier geht es nicht um religiöse Ansichten, sondern um das, was Du glaubst, was Du selbst erreichen kannst und sein kannst.

Glaubenssätze bilden sich unser gesamtes Leben über. Wenn Du beispielsweise als Kind immer wieder zu hören bekommen hast, dass Du es niemals zu etwas bringen wirst, kann es sein, dass sich dieser Glaubenssatz tief in Dein Unbewusstes eingenistet hat.

Du glaubst dann Dein ganzes Leben, dass Du es nie zu etwas bringen wirst. Und vielleicht ist Dir das nicht mal bewusst, da dieser Gedanke so normal für Dich geworden ist, dass Du ihn nicht mehr bewusst wahrnimmst.

Genauso kann es aber auch sein, dass Du als Kind gehört hast: „Du kannst alles schaffen, was Du willst. Egal, was Du anfängst, Du wirst auf jeden Fall Erfolg haben.“

Damit sieht die Welt schon ganz anders aus. Dieser Glaubenssatz wird Dir wohl sehr nützlich sein im Leben.

Was denkst Du über Dich?

Wie gesagt, es ist möglich, diese hindernden Glaubenssätze aufzulösen und anstelle dessen an etwas zu glauben, was Dir dienlich ist.

Dafür sind folgende Schritte notwendig:

1. Glaubenssätze erkennen

2. Den alten, negativen Glaubenssatz auflösen

3. Einen neuen, positiven Glaubenssatz bilden

4. Den neuen Glaubenssatz festigen

So änderst Du Deine Glaubenssätze

1. Glaubenssätze erkennen

Glaubenssätze erkennst Du, in dem Du darüber nachdenkst oder durch ein bewusstes Beobachten im Alltag.

Überlege Dir dazu mal, was Du eigentlich über Dich denkst. Gehe die folgenden Fragen durch und mache Dir Notizen:

Glaubst Du, dass Du alles erreichen kannst, was Du willst?

Hast Du es verdient, reich zu sein?

Fühlt es sich für Dich gut an, eine Million Euro zu besitzen?

Glaubst Du, dass andere Menschen Dich lieben?

Hast Du es verdient, geliebt zu werden?

Glaubst Du, dass Du gute Freunde hast?

Bist Du beliebt?

Ist es einfach, erfolgreich zu sein?

Machst Du gerne Sport?

Glaubst Du, dass Du gerne Sport machst?

Hast Du gerade eine Idee/ein Projekt, dass Du gerne verwirklichen würdest?

Glaubst Du, dass es funktionieren wird?

etc.

Du kannst Dir auch selbst Fragen ausdenken, die sich auf Dinge beziehen, die für Dich wichtig sind. Schreibe dann dazu genau auf, was Du glaubst. So einfach wie möglich nach folgendem Muster:

Ich glaube, dass die Arbeit schwer ist.

Ich glaube, dass ich Arm bin.

Ich glaube, dass ich es nicht verdient habe, reich zu sein.

Ich glaube nicht, dass ich XYZ schaffen kann.

Ich glaube, ich bin nicht liebenswürdig.

Ich glaube, ich habe es nicht verdient, geliebt zu werden.

etc.

Also wirklich ganz simpel. Versuche den Kern zu finden. Also genau das, woran Du glaubst bzw. nicht glaubst.

Die zweite Möglichkeit, Glaubenssätze aufzuspüren geschieht in Deinem Alltag. Trage dazu am besten immer ein kleines Notizbuch mit Dir herum. Und immer wenn Du auf einen negativen Glaubenssatz stößt, schreibst Du diesen auf. Immer wenn Du merkst, dass Du Dich selbst an etwas hinderst. Wenn Du negative Gefühle bezüglich etwas hast, dann hinterfrage Dich, was Du Eigentlich glaubst und notiere das in Deinem Notizbuch.

Sobald Du einen Glaubenssatz hast, den Du gerne loswerden willst, mache die folgenden Schritte:

2. Den alten, negativen Glaubenssatz auflösen

Schreibe den Glaubenssatz, den Du nicht mehr haben möchtest auf ein Blatt Papier. Dann setze Dich hin, schließe Deine Augen und beantworte Dir die folgenden Fragen. Versetze Dich dabei so gut es geht in die Situation hinein. Es geht darum, den Schmerz, den Du mit dem Glaubenssatz verbindest, so groß wie möglich zu machen.

Was hat Dich dieser Glaubenssatz in Deinem Leben bisher gekostet?

Welche Chancen sind Dir dadurch entgangen?

Welche Möglichkeiten hast Du nicht genutzt?

Was fehlt Dir heute alles, weil Du diesen Glaubenssatz hast?

Und dann gehe einen Schritt weiter:

Wenn Du den Glaubenssatz behältst, wie wird wohl dann ein Leben in einem Jahr aussehen?

Was wirst Du alles verpassen durch diesen Glaubenssatz?

Was wirst Du nicht erreichen?

Welche Chancen wirst Du nicht nutzen?

Stell Dir vor, Du siehst Dich in einem Jahr und hast diesen Glaubenssatz behalten. Und Du schaust Dich im Spiegel an.

Wie siehst Du aus?

Bist eher glücklicher oder unglücklicher?

Wie sieht Dein Gesicht aus?

Wie fühlt sich das an?

Mache den Schmerz so groß wie Möglich. Denke an alle Chancen, die Du wegen des Glaubenssatzes nicht genutzt hast.

Was fehlt Dir jetzt alles?

Hatte dieser Glaubenssatz negative Auswirkungen auf Deine finanzielle Situation?

Hast Du vielleicht nicht die Beziehung, die Du haben wolltest?

Was fehlt Dir?

Wovon hat Dich der Glaubenssatz abgehalten?

Sehe Dich dabei immer noch heute in einem Jahr.

Welche Auswirkungen hatte dieser Glaubenssatz auf die Beziehung zu Deinen Mitmenschen?

Zu Deiner Familie?

Zu Deiner Jobsituation?

Versetze Dich da voll und ganz rein und fühle, wie schlecht sich das anfühlt.

Dann gehe noch einen Schritt weiter.

Was passiert, wenn Du den Glaubenssatz die nächsten fünf Jahre behalten wirst?

Stelle Dir wieder vor, wie Du in fünf Jahren vorm Spiegel stehst und weiderhole die Fragen. Gehe auch hier wieder in den Schmerz hinein.

Mache dasselbe dann noch mit zehn Jahren.

Und wenn der Schmerz groß genug ist, Du alles, was Du verpasst und nicht erreicht hast innerlich gesehen hast, dann entscheide, dass Du diesen Glaubenssatz nicht mehr haben willst.

Sage zu Dir selbst: Diesen Glaubenssatz will nicht mehr und beschließe, ihn loszulassen.

Und, erst dann, wenn Du ganz sicher bist, öffne Deine Augen und streiche den Glaubenssatz auf dem Blatt Papier durch.

Danach lenke Dich ab. Steh auf und spring herum! Ernsthaft. Es geht darum, die negativen Bilder wieder loszuwerden, die Du aufgebaut hattest. Spring rum, lauf durch die Wohnung, atme und denke an was anderes.

Und dann geht’s zum letzten Schritt:

3. Einen neuen, positiven Glaubenssatz bilden

Schreibe nun unter den alten Glaubenssatz einen neuen, positiven Glaubenssatz, den Du gerne anstelle des Alten hättest. Häufig bietet sich hier das Gegenteil an.

Also, anstatt:

Ich glaube, dass ich nicht liebenswürdig bin.

Jetzt:

Ich glaube, dass ich liebenswürdig bin.

Und jetzt geht das Spiel von vorne los.

Schließe wieder die Augen und gehe gedanklich ein Jahr in die Zukunft. Beantworte Dir dazu wieder die folgenden Fragen:

Was hast Du alles Schönes erreicht durch den neuen Glaubenssatz?

Wie sieht Dein Leben aus?

Was hast Du alles Schönes gemacht im letzten Jahr?

Wie sieht Deine finanzielle Situation aus?

Wie steht es um Deine Beziehungen?

Deine Freunde und Familie?

Wie fühlt sich das an?

Stell Dir auch wieder vor, Du stündest vor dem Spiegel in einem Jahr.

Wie siehst Du aus?

Bist Du angespannter oder gelassener?

Siehst Du glücklicher oder unglücklicher aus?

Versetz Dich voll hinein und mache das positive Gefühl so stark wie möglich. Freue Dich über Dich!

Denke an alles, was Du erreicht hast in dem Jahr und wie gut sich das anfühlt.

Und dann wiederhole diese Fragen wieder mit Deiner Vorstellung von Dir in fünf Jahren und in zehn Jahren.

Und sobald Du Dir sicher bist, dass Du den neuen Glaubenssatz haben willst, öffne wieder Deine Augen und nimm den neuen Glaubenssatz an.

4. Den neuen Glaubenssatz festigen

Schreibe den neuen Glaubenssatz auf ein Papier und hänge ihn irgendwo hin, wo Du jeden Tag hinsiehst. Z. B. an den Badezimmerspiegel.

Lese ihn Dir täglich durch und versetze Dich dabei in den positiven Gefühlszustand! So festigt sich der Glaubenssatz über die Zeit.

 

Diese Technik kannst Du mit jedem Glaubenssatz anwenden. Nimm Dir die Zeit dafür und gehe wirklich in die Gefühle hinein. Konzentriere Dich voll und ganz auf die Fragen, die inneren Bilder und Gefühle, die dabei entstehen und mache die Übung ganz bewusst. Du brauchst ca. 20-30 Minuten für eine Session. Und die Zeit ist gut investiert, denn Du baust Dir Deinen Glauben über Dich so auf, wie er für Dich nützlich ist und kannst dadurch viel gelassener und entspannter durchs Leben gehen.

 

Bildquelle: Image courtesy „Human Head With Creative Drawing Business Success“ by KROMKRATHOG / FreeDigitalPhotos.net
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